2017-06-21

KOLUMNE: MAMA AUSSER HAUS!

Seit einigen Wochen bin ich Kolumnistin der Familienseite des Redaktionsnetzwerkes Deutschland. Die Kolumne erscheint monatlich in verschiedenen Publikationen des RND: Neue Presse (Hannover), Märkische Allgemeine, Ostsee-Zeitung, Lübecker Nachrichten, Leipziger Volkszeitung, Lübecker Nachrichten u.a....
Etwas zeitversetzt poste ich den Text auch immer hier posten. Zur allgemeinen Erheiterung werde ich die Kolumne hier mit gifs anreichern. Heute: Mama außer Haus!

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Seit der Geburt des Kindes gibt es für Menschen, die mich ohne Kind treffen, nur eine Frage: „Und wo ist das Kind jetzt?“ Manchmal möchte ich darauf einfach gerne mit: „Huch! Jetzt, wo Sie es sagen! Ich wusste, irgendetwas fehlt.“ antworten. Dann sage ich aber doch wieder nur: „Zuhause, mit dem Papa.“ Bei den Blicken, die ich dann ernte, hätte ich auch sagen können: „Im Kofferraum, aber ich habe einen kleinen Spalt offengelassen, ich bin ja kein Unmensch.“ Auch 2017 scheint es für viele sehr erstaunlich zu sein, dass sich Väter genauso um ein Baby kümmern können wie Mütter. Und wenn sie es dann machen, werden sie von allen Seiten gelobt. Er mache das aber gut, musste sich ein Freund von mir anhören, als er den Kinderwagen durch das Viertel schob. Vielleicht habe ich noch nicht richtig darüber nachgedacht, aber bis jetzt bin ich davon ausgegangen, dass das Schieben eines Kinderwagens nicht so richtig kompliziert sei. Denn ich werde nie dafür gelobt, wenn ich das mal schaffe!


Der Mann macht dieses ganze Kindergedöns genauso gut wie ich. Manchmal vielleicht sogar noch besser. Nur, weil ich diejenige mit den Brüsten bin, macht mich das ja nicht zu einem Naturtalent im Umgang mit Babys. Vor allem, weil ich mit den kleinsten aller Menschen bisher nicht so viel anfangen konnte. Bis jetzt hat das Kind immer noch gelebt, als ich nach Hause gekommen bin und das ist ja eigentlich das Wichtigste. Und er hat pragmatische Lösungen. Als ich ihn das letzte Mal gefragt habe, was er getan habe, als das Kind geweint habe, antwortete er: „Mitgeweint.“ Das finde ich solidarisch und empathisch.


Außerdem machen wir jetzt natürlich all die Dinge, über die ich mich früher lustig gemacht habe. Wenn ich unterwegs bin, bekomme ich per Kurznachricht genaueste Informationen über den Stuhlgang und das Schlafverhalten des Babys. Manchmal auch in reiner Emoji-Form – je mehr Kackhäufchen, umso besser! Wenn das Vermissen dann doch zu groß wird, fordere ich auf dem gleichen Weg ein Video ein und starre dann stundenlang in Wiederholung sehr verliebt auf dreißig Sekunden, in denen das Kind versucht, sich seine Faust komplett in den Mund zu stopfen. Ich glaube, er wird mal ein ganz Großer!

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