2015-11-04

TOBI KATZE: MORGEN IST LEIDER AUCH NOCH EIN TAG

"Ich habe etwas zu gestehen", sage ich mit der feierlichsten Stimme, die ich so auftreiben kann.
"Ich habe" - Kunstpause! - "Depressionen."
"Ich weiß", sagt mein Therapeut, "ich habe das diagnostiziert."

Das zweite Buch, das ich euch empfehlen möchte, habe ich mit sehr lieber Widmung schon vor einiger Zeit erhalten. Tobi und ich sind uns irgendwann mal auf einer dieser Slambühnen das erste Mal begegnet und wenn ich mich richtig erinnere, war das in Münster und ist schon Jahre her. Seitdem hat er eine steile Karriere hingelegt, ein Buch veröffentlicht, eine Kolumne beim Stern geschrieben und nun mit "Morgen ist leider auch noch ein Tag" einen Bestseller geschrieben. Ja, korrekt, Bestseller. Ich hab das Buch mit auf eine längere Zugreise genommen und auf Hin- und Rückfahrt sehr schnell durchgelesen. Tobi schreibt über sich und sein Leben mit der Depression. Wie sie ihn manchmal daran hindert, auch nur an die Möglichkeit des Aufstehens zu denken und wie er Kniffe entwickelt, wie man sein Essen auch im Bett zubereiten kann. Welche Ausreden er sucht, um sich nicht unter Menschen begeben zu müssen, wie der Alkohol ein wichtiger Freund wird, um zu verdrängen und wie er seiner Familie von der Diagnose erzählt. Aus Gründen, die hier nicht erzählt werden müssen, hat mich dieses Buch sehr gefesselt. Vor allem Tobias ruhige und doch eindrückliche Erzählweise hat mich beeindruckt. Mochte ich sehr!

Eine Leseprobe findet ihr hier.

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