2015-10-27

AMSTERDAM IN DREI TAGEN


Der Mann hatte Ferien (schon wieder!) und wir wollten uns ein paar Tage ausklinken. Bei der Bahn gab's ein nettes Angebot für die Fahrt nach Amsterdam, von Hannover können wir ja sogar durchfahren, und so war die Entscheidung schnell gefallen. Ich war nämlich noch nie in Amsterdam! Über Airbnb fanden wir Unterschlupf bei einer sehr netten Dame, die früher einen Schönheitssalon betrieb und nun Gäste aufnimmt. Sie wohnte fußläufig zur Station Zuid, was absolut ok und zudem noch bezahlbar war. Da der Mann und ich ja ständig durch die Gegend rennen (insgesamt in diesen drei Tagen etwa 40 Kilometer), haben wir alles abgeklappert, was ging. Dabei müssen wir beide Kompromisse machen. Ich liebe zum Beispiel Museen, der Mann nicht so. Er mag dafür Natur, ich nicht so. Irgendwie muss das also zusammenkommen. Ging in Amsterdam ganz gut. Wenn ihr also mal von Donnerstag bis Sonntag dahin wollt, dann hier folgende Tipps:

Wir sind mittags angekommen, haben unsere Sachen bei Inga untergebracht und sind direkt los in die Innenstadt. Schrecklich. Muss man sich nicht geben, weil es einfach unglaublich voll ist. Wir hatten trotzdem Bock und haben uns erstmal mit holländischen Pommes gestärkt. Dann haben wir eine kleine Shoppingtour gemacht und uns dabei die Stadt angesehen: Königspalast, schöne Häuser, Oude Kerk, Rotlichtviertel usw. In Amsterdam gibt es einige Läden, die es in Hannover natürlich nicht gibt, deshalb mussten wir die erstmal abklappern. Völlig geschafft haben wir dann nur noch einen Supermarkt geplündert und den Abend im Zimmer verbracht.

Am nächsten Tag sind wir früh raus und abseits der Innenstadt durch die vielen kleinen Viertel gestromert. Kleine Läden, sehr viele Second Hand Läden (teilweise super, teilweise nicht so super) und schöne Gassen. Wir haben uns dabei mit dem Lonely Planet orientiert, der natürlich super hipsterig, aber auch sehr hilfreich war. Mittags waren wir im "De Bekeerde Suster" - eigentlich bekannt, weil sie ihr eigenes Bier brauen. Wir haben einfach Käffchen getrunken und ein Sandwich gegessen. Dann ging's weiter! Im Anschluss haben wir uns die Portugiesische Synagoge angeschaut. Sehr informativ. Man bekommt ein kleines Gerät, das man vor allen möglichen Sender halten kann und eine Frauenstimme erzählt einer die komplette Geschichte der Synagoge und der jüdischen Lebensweise und Bräuche. Super spannend!

Nachdem beiden die Füße abends unglaublich weh getan haben, sind wir im "Golden Temple" eingekehrt. Wenn ihr hier esst, sagt unbedingt dazu, dass ihr oben sitzen wollt. Wir wurden dort platziert, weil es unten keine Plätze mehr gab. Aber oben sitzt man auf Kissen und flauschigen Teppichen an sehr flachen Tischen, total geil. Außerdem gab es dort einen lustigen Hund. Es ist nicht günstig, aber dafür sehr lecker und schön. Frisch gestärkt haben wir dann den langen Freitagabend im Van Gogh Museum genutzt (Freitags bis 22 Uhr geöffnet). Abends gibt es dort sogar Musik und Bier. Danach war ich halbtot vor Erschöpfung.

Am Samstag haben wir uns durch Jordaan und De Pijp treiben lassen. Das Wetter war gut (Herbst in Amsterdam ist eh super) und wir sind über die lokalen Märkte geschlendert. Später haben wir zufällig das "Little Collins" entdeckt. Absoluter Tipp! Sehr nette Menschen und leckere Getränke zu bezahlbaren Preisen. Dort sind wir dann hängengeblieben, um am Ende nur noch ins "The Butcher" zu wechseln, ein wahnsinnig leckerer Burgerimbiss.

Für ein langes Wochenende in Amsterdam kann ich nur empfehlen: Nehmt euch nicht zu viel vor. Nutzt solche Sachen wie den Freitagabend im Museum, sonst steht ihr euch nämlich die Beine in den Bauch und lasst euch sonst treiben. So macht es am meisten Spaß!

Meine persönlichen Tipps:
Die Märkte fand ich eher stressig und zu voll, das war nicht so meins. Aber wer Lust auf viel Obst, Gemüse, Fisch und Käse hat, ist dort gut beraten. Ebenfalls stressig: der Verkehr. Wer nicht aufpasst, wird sofort von einem Rad überfahren. Die machen auch alles andere während sie fahren, telefonieren, Nachrichten schreiben, herumgucken, aber nicht auf Fußgänger achten. Da habt ihr sofort verloren. Was ich interessant fand: Niemand trägt Helm. Niemand. Als passionierte Heimträgerin hat mich das beschäftigt. Vielleicht sind die Autofahrer in Amsterdam einfach viel mehr an Fahrradfahrer gewöhnt.

Und hier noch ein paar Bildchen!















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