2015-09-15

GOOD (AND NOT SO GOOD) READS

Wenn man mit einem Van im Urlaub unterwegs ist, bleibt viel Zeit für Literatur. Kein Hotelzimmer mit Fernseher, kaum Wlan und nur ein Kniffelspiel - der Mann und ich haben obviously richtig viel gelesen. Passend dazu hatte ich mir vorm Urlaub einen eReader gekauft (ja, den von dem bösen Unternehmen) und ihn vollgepackt mit Büchern, die mir im Vorfeld über den Weg gelaufen sind. Kurz zum eReader: Es ist mein erster und ich liebe dieses Ding. Für Reisende, die nicht viel tragen können, ist das der Himmel. Hält mich aber nicht davon ab, trotzdem noch regelmäßig bingeartige Käufe in meiner Lieblingsbuchhandlung zu tätigen. Nun hier also eine Aufzählung der Bücher, die ich quasi digital im Rucksack hatte und in den zwei Wochen las oder versuchte zu lesen.

Kirsten Fuchs: Mädchenmeute

Ich liebe dieses Buch. Das mag daran liegen, dass ich auch Kirsten Fuchs ein bisschen liebe oder sagen wir besser, vergöttere. Vor allem, seitdem sie mal zu Gast bei unserer Lesebühne war. Kirsten Fuchs ist eine der lustigsten Personen, die ich kenne und das soll was heißen. Das Buch handelt von der 15-jährigen Charlotte, die in ein Feriencamp fährt, aus dem sich das größte Abenteuer ihres Lebens entwickelt. Es geht um Freundinnenschaft, Waldgeräusche und Hunde. Eine grandiose Mischung. "Mädchenmeute" ist eigentlich ein Jugendbuch, was mir total egal war und so sollte es euch auch gehen. Ich habe es quasi verschlungen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es ausgeht. Ich liebte die einzelnen Charaktere des Romans, jede ist auf ihre Weise abgefahren, pubertär und liebenswert. Kauft dieses Buch, schenkt es euren Schwestern, Kindern, Nichten und fahrt mal wieder in ein Feriencamp. Wirklich.

John Green: Margos Spuren

Eigentlich wollte ich vor dem Urlaub noch den Film im Kino sehen, nur wegen Cara, aber dann habe ich es nicht mehr geschafft und mir als Entschädigung das Buch eingepackt. Was für eine gute Entscheidung von mir selbst! Es geht um Quentin, der unsterblich in Margo, seine Nachbarin, verliebt ist. Die ist Schulkönigin, superbeliebt und ungefähr alles, was Quentin nicht ist. Eines Nachts benötigt Margo Hilfe für einen Rachefeldzug und Quentin unterstützt sie. Danach verschwindet Margo. Quentin will nicht so ganz daran glauben, dass sie einfach so gegangen ist und sucht, gemeinsam mit seinen Freunden, nach Hinweisen, um Margo zu finden. Ein schönes Buch für den Urlaub. Ich mochte Quentin sehr. Die Stimmung im Buch zieht die Leserin sofort mit und man hofft sehr auf ein Happy End. Ob es das gibt, müsst ihr selbst herausfinden. Ebenfalls ein Tipp von mir!

Emma Donoghue: Raum

Nach den fröhlichen Büchern jetzt zum harten Stuff. Ich hab den Trailer zum Film gesehen und auch hier hat mich das Buch dazu dann gereizt. Die Protagonistin ist mit ihrem kleinen Sohn in einem Bunker eingesperrt. Sie wurde vor vielen Jahren von einem Mann entführt und lebt seitdem nur in den vier Wänden unter der Erde. Natürlich werden hier Erinnerung an diverse Fälle aus den Medien wach und ich hatte erst Angst, dass das Buch zu sensationsaufgeladen ist. Das Gegenteil ist der Fall. Jack, der kleine Junge, erzählt die Geschichte. Auf den ersten zwanzig Seiten musste ich mich an die Sprache und Ausdrucksweise gewöhnen. Jack ist fünf und erzählt alles mit den Worten, die er bis jetzt gelernt hat. Das ist am Anfang sehr anstrengend, schafft aber direkt eine sehr dichte Atmosphäre. Irgendwann kommt Jacks Ma auf die Idee, dass sie, gemeinsam mit Jack, ausbrechen könnte. Gemeinsam lassen sie es auf einen Versuch ankommen. Ein sehr, spannendes und gleichzeitig sehr bedrückendes Buch. Anders, weil Emma Jack die Geschichte erzählen lässt und gerade das macht das Buch so gut - großer Tipp!

Eimear McBride: Das Mädchen ein halbfertiges Ding

Das Buch wurde in der letzten Missy besprochen und die Handlung klang spannend. Ein junges Mädchen steht im Mittelpunkt der Geschichte. Ihre Familie bricht auseinander, ihr Bruder ist schwer erkrankt. Ich fing an zu lesen und blätterte nach der ersten Seite nach vorne, um zu sehen, ob es so weitergeht, wie es angefangen hat. Ging es. Abgehackter Satzbau, ein Stream of Consciousness wie aus dem Lehrbuch. Ich hab das leider nicht ertragen. Die Geschichte kann sich durch diesen, für mich viel zu sehr gewollten Stil, nicht entfalten und strengt nur an. Dass das Buch in den USA gefeiert und mehrfach ausgezeichnet wurde, zeigt mir nur, dass man offenbar immer nur irgendwas Abgefahrenes machen muss, um als die "neuste Stimme der Literatur" gefeiert zu werden. Eine große Enttäuschung, weil ich mich auf die eigentliche Geschichte gefreut hatte. Kann ich leider nur sehr intellektuellen Literaturprofessor_innen empfehlen.

Was habt ihr im Urlaub gelesen? Habt ihr weitere Tipps für mich?

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