2015-04-30

BUCHTIPP FÜR ELTERN UND KIDS: PINIPAS ABENTEUER

Vor kurzem hatte ich eine Mail von Annika im Postkasten, die fragte, ob sie mir ihr Buch "Pinipas Abenteuer" schicken dürfe. Ich hab erst gedacht: "Hm? Kinderbuch? Was soll ich damit?" und dann aber im Netz dazu gestöbert. Und dann wollte ich es doch gerne live anschauen. Annikas Illustrationen gefallen mir super gut, so süß! Und auch die Geschichte finde ich, gerade weil sie wesentlich länger ist als bei anderen Kinderbüchern, sehr spannend.

Darum geht's: Greta sitzt im Stau und erfindet vor lauter Langeweile Pinipa, die in einer Seifenblase durch Deutschland reist und die verschiedensten Regionen und Wesen kennenlernt.

Ich mochte das sehr gerne. Der Lernansatz verschwindet komplett hinter der Geschichte und das macht das Ganze für mich besonders lesenswert. Ich hab als Kind nämlich nichts mehr gehasst als Bücher, bei denen mir schon auf dem Cover entgegen sprang, dass ich jetzt was lernen muss! Ihr habt Kinder oder kennt Menschen mit Kindern? Gut, dann besorgt euch oder ihnen dieses Buch. Ich werde es bestimmt auch noch ein paar Mal verschenken.


Autor Martin Grolms & Illustratorin Annika Kuhn
Und weil mir die Illustrationen besonders gut gefallen haben, hab ich Annika gefragt, ob sie mir ein paar Fragen beantwortet. Hat sie gemacht! Bitteschön:

Liebe Annika, euer Buch „Pinipas Abenteuer“ ist nicht nur ein Buch mit einer schönen Geschichte, sondern auch eines, bei dem Kinder richtig viel lernen können. War euch das besonders wichtig?


Als wir mit dem Konzept für „Pinipas Abenteuer“ begonnen haben, wollten wir etwas entwickeln, das nicht nur den Kindern Spaß macht, sondern auch den Eltern bzw. demjenigen, der vorliest. Martin, dem Autor, war es wichtig, dass die Abenteuergeschichten einen Mehrwert haben. Und somit war die Entscheidung schnell gefallen, dass in der Geschichte Sachinformationen verpackt werden, die kindgerecht heruntergebrochen sind, so dass die Kinder aus Versehen etwas lernen, während sie vorgelesen bekommen. So macht Pinipa in Band 1 eine phantastische Deutschlandreise als Seifenblasenpilotin und Papierschiffmatrosin und entdeckt das Land aus verschiedenen Perspektiven: die unterschiedlichen Landschaften, die größte Stadt, die größte Insel, den größten Berg, die wichtigsten Sagen, verschiedene Bräuche oder den größten Fluss. Jeder neue Freund, den Pinipa kennenlernt, hat etwas Interessantes und Lustiges zu erzählen.
Außerdem haben wir uns überlegt: Was möchten wir gern mit unseren Kindern lesen? Was ist besonders schön am Vorlesen? Das war uns genauso wichtig. Die Nähe und Gemütlichkeit, Geborgenheit beim Einkuscheln in die Decke abends im Bett – das kommt heute in vielen Familien zu kurz. Dabei ist es so wunderschön, anstatt fernzusehen einfach noch 10 Minuten ein Buch vorzulesen. Die lustigen Akzente und Geschichten der humorvollen Charaktere in „Pinipas Abenteuer“ bringen viel Spaß und die großen Bilder laden die Kinder dazu ein, viel zu entdecken, zu finden und ein Gefühl für die Gegend zu bekommen, in der Pinipa sich gerade befindet. Und vor allem zu kommunizieren: Vorleser und Kinder sollen miteinander reden. Das ist, glaube ich, neu.

Deine Zeichnungen sind sehr detailverliebt und richtig schön! Wie sah dein Arbeitsprozess, auch zusammen mit dem Autoren Martin, aus? Wusstest du schon beim ersten Lesen wie Pinipa aussehen würde?

Martin und ich haben wirklich von Anfang an sehr eng zusammengearbeitet. Das begann schon mit dem Konzept für diese Buchreihe. Wir haben gemeinsam überlegt, wo Pinipa langreist, was sie für ein Typ sein muss und wen sie treffen könnte. Ich habe dann ziemlich schnell gewusst, wie Pinipa aussieht. Sie ist mutig, abenteuerlustig und freundlich. Pinipa ist ja zudem die geheime Freundin von Greta, die in dieser Geschichte mit ihren Eltern im Stau steht und sich langweilt. Sie schickt Pinipa dann in einer Seifenblase auf den Weg in dieses wunderbare Abenteuer. Meine erste Zeichnung hat Martin super gefallen und wir haben dann Feinheiten abgesprochen. Von nun an ging es parallel weiter. Martin hat mir seine Ideen für die einzelnen Kapitel vorgeschlagen und anskizziert und ich habe dann schon überlegt, wie die Charaktere aussehen könnten und erste Skizzen gemacht. So war es die ganze Zeit über eine Art Ping-Pong. Manchmal musste ich einen Charakter neu zeichnen oder die Situation anpassen, manchmal hat aber auch Martin die Geschichte angepasst, wenn sich im Zeichenprozess zeigte, dass das einfach besser funktioniert, wenn die Gegend z. B. von oben zu sehen ist und nicht von unten. Dieses Arbeiten macht unheimlich viel Spaß, denn Text und Bild sind gleichwichtig und sind dann ganz eng miteinander verzahnt.


Ihr habt das Buch per Crowdfunding finanziert und selbstverlegt. Warum habt ihr euch für diesen Weg entschieden?

Tja, nach 3 Jahren Arbeit neben unseren Jobs haben wir erst einmal die wichtigsten und größten Verlage kontaktiert, um sie von Pinipa zu überzeugen. Wir wussten, wir betreten Neuland, denn wir haben kein Schubladen-Buch gemacht. Pinipas Abenteuer ist kein reines Vorlesebuch, kein reines Bilderbuch und auch kein reines Sachbuch. Es ist von allem etwas und so gut es manch einem Verlag auch gefiel – keiner war bereit ein solches Buch von unbekannten Autoren zu verlegen und dafür neue Vertriebsstrukturen aufzubauen. Der Point of Sale sei nicht klar. Als wir nur Absagen kassierten und auch in der ein oder andere intensivere Diskussion mit einem Verlag nicht überzeugen konnten, haben wir uns für den mutigeren Plan B entschieden. Wir verlegen das Buch selbst, denn wir waren und sind immernoch überzeugt davon, dass dieses Konzept gut ist und Anklang findet. Ein Crowdfunding hat uns das Risiko der finanziellen Kosten genommen und  unser Projekt gleichzeitig erste Bekanntheit verschafft. Und sieh' an: es funktioniert :) wir konnten im Dezember 2014 1.000 Bücher drucken und müssen im Sommer nachdrucken.

Was mir besonders an dem Buch gefällt, ist, dass es eine richtig lange Geschichte ist, für junge Kinder schon fast ein Roman – wie entscheidest du, welche Szenen du zeichnest und welche nicht?

In diesem Band geht es ja um die Vielfältigkeit von Deutschland und da war es wichtig, dass in den Bilder ein Eindruck der jeweiligen Region vermittelt wird. War die Perspektive in meinem Kopf klar, habe ich mir den jeweiligen Charakter angesehen, den Pinipa hier trifft und wie sich die Situation wohl anfühlt. Das habe ich dann gezeichnet. Jedes Kapitel hat ein Bild und so haben Vorleser und Zuhörer beide ein Gefühl dafür, wie die Stimmung da wohl gerade ist.


Ein Blick in die Zukunft: Haben du und Martin schon neue Projekte, die ihr gemeinsam angehen wollt?

Jaaa, haben wir! Zur Zeit arbeiten wir an der Vertonung von Pinipas Abenteuer. Da wird es in naher Zukunft was zu hören und sehen geben. Unsere Sprecherin Laura Thomas hat die ersten drei Kapitel bereits eingesprochen und die Bearbeitung läuft. Außerdem steht bereits das Konzept für Band zwei von Pinipas Abenteuer. Martin schreibt an den ersten Kapiteln. Sie wird noch auf viele Reisen gehen und es soll mehrere Bände geben. Ideen für andere Bücher haben wir auch. Wie schnell etwas Neues fertig wird, hängt immer an der Zeit, die wir noch finden. Up to Date bleibt aber jeder, der uns auf facebook oder unserem Blog verfolgt. Auch die Verlagsseite bietet Infos.

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