2014-11-07

INTERVIEW: POEMS FOR JAMIRO

Foto: Jaro Suffner
Vor kurzem bin ich beim Poetry Slam in Emden aufgetreten. Bei Slams ist es üblich, dass vorher entweder ein musikalischer Act oder ein_e Slammer_in außerhalb des Wettbewerbs auftreten, damit der_die Erste es nicht so schwer hat. In Emden waren das "Poems for Jamiro". Direkt im Anschluss habe ich mir die Beiden geschnappt und zu einem Interview verpflichtet. Seitdem höre ich ihre Lieder rauf und runter. Bitteschön: Das sind "Poems for Jamiro" (Pssst, lieber Slammaster_innen, die kann man auch woanders als in Emden buchen, kommen aus Hamburg/Lübeck)!

Nina und Laila, seit wann gibt es euch als "Poems for Jamiro" und wie seid darauf gekommen, dass ihr zusammen eine tolle Band sein könntet?

Als Duo gibt es uns seit Februar 2014. Das hatten wir eigentlich gar nicht geplant. Es war mehr so, dass Nina eine Solo-Tour gebucht hatte und dann doch keine Lust hatte, alleine zu spielen. Deswegen erklärte Laila sich spontan bereit, ihr Gesellschaft zu leisten. Auf diversen Bühnen Norddeutschlands stellten wir dann fest, dass wir uns gut ergänzen. Seither sind wir eine Band und versuchen eifrig haufenweise Instrumente zu bedienen, die wir eigentlich gar nicht spielen können, damit wir nicht nach zwei, sondern mindestens nach vier Personen klingen.

Wie ist euer Kreativprozess? Schreibt ihr die Songs zusammen? Wie lasst ihr euch inspirieren?

Die Songs schreibt Nina. Das sind alles, wie man so schön sagt, Songs, die das Leben schreibt. Wir finden beide, dass Musik vor allem eine Aufgabe hat: berühren. Deswegen handeln unsere Songs von den Dingen, die uns bewegen, von Menschen, die uns begegnen oder von Gedanken, die wir uns oder Menschen um uns herum sich im Alltag machen.
Neulich in Leipzig hatten wir eine spannende Begegnung mit einem anderen Musiker, der meinte, jeder Mensch trage eine unerzählte Geschichte mit sich herum. Und es sei unsere Aufgabe, diese Geschichten aufzuspüren und unsere Kreativität von ihnen befeuern zu lassen. Für ihn waren die unerzählten Geschichten der Schlüssel zur Musik. Wie seine eigene Geschichte ausgegangen ist, werden wir nie erfahren, weil unser Gespräch unterbrochen wurde. Aber daraus ist sofort der Song "Untold stories" entstanden. Die Arrangements für unsere Konzerte denken wir uns dann gemeinsam beim Proben aus.

Was macht ihr, wenn ihr nicht gerade gemeinsam auf der Bühne steht?

Wir studieren beide in Lübeck Musik., Laila klassische Geige und Nina Pop-Klavier. Das meiste, was wir sonst tun, hat auch sehr viel mit Musik zu tun. Wir geben beide Musikunterricht, Laila hat einen Chor, Nina schreibt viel Musik, auch für andere Projekte, Filme und Sänger_innen. Außerdem erwischen wir uns dann und wann dabei, wie wir uns im Kino gemeinsam schlimme, romantische Komödien anschauen. Aber da reden wir natürlich nicht drüber...

Eure erste Platte läuft bei mir rauf und runter. Was habt ihr für 2015 geplant? Neue Auftritte, vielleicht ein neues Album?

Wie schön, das freut uns sehr!
Wir haben viel vor im nächsten Jahr. Anfang 2015 soll unser komplettes Album erscheinen. Es wird "Homeward Bound" heißen. Bisher haben wir als kleinen Vorgeschmack eine EP mit sechs Titeln veröffentlicht, die es seit dem 17.10. bei iTunes und Amazon zu kaufen gibt. Im März möchten wir auf Skandinavien-Tour gehen, Dänemark, Schweden und Finnland, und auch sonst ganz viel spielen! Wer mag, kann uns gerne auf Facebook oder per Mail anschreiben. Wir spielen auch gern in eurem Wohnzimmer oder dem Festival, das euer Nachbar jedes Jahr organisiert, oder auf Poetry Slams, oder... Und da wir unser Booking selbst machen, freuen wir uns natürlich über jede Anfrage!

Danke, ihr Zwei! Ich bin superneidisch auf die Skandinavien-Tour und freue mich auf die erste große Platte!

1 Kommentar:

  1. Danke für den schönen Tipp, da höre ich mal wieder rein!

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