2014-10-02

"UND IHRE SCHWÄCHE?" "ACH, ICH KOMME SELTEN AN HOHE REGALE DRAN."

© Microsoft
Wie wollen wir arbeiten? Diese Frage habe ich mir, gemeinsam mit anderen Menschen, letztes Wochenende beim Workshop von Microsoft in Berlin gestellt. Nach einer kurzen Begrüßung und einer motivierenden Einführung von Richard Gutjahr haben wir uns in kleinen Grüppchen an die Arbeit gemacht. Wer alles dabei war, seht ihr in dieser Liste.

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Unsere Gruppe hat sich erst einmal überlegt, welche Ansprüche und Wünsche Unternehmen und Mitarbeiter_innen heutzutage haben. Wobei an dieser Stelle zu ergänzen ist, dass wir uns hauptsächlich mit den von Microsoft sogenannten „digitalen Wissensarbeiter_innen“ beschäftigt haben. Also nur einer vergleichsweise kleinen Gruppe von Arbeitnehmer_innen und Selbstständigen, zu der wir uns auch alle zählten. Selbstverständlich ist es noch einmal eine ganz andere Geschichte, Arbeit für alle Menschen zukunftsorientierter, freier und moderner zu gestalten.


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Eines der wichtigsten Ergebnisse und das meist diskutierte Thema war: Zeit. Alle in der Gruppe wollten nicht „nach Stechuhr“ arbeiten. Also haben wir nach Möglichkeiten, Vergleichen und Erfahrungen gesucht, wie Unternehmen aus unserer Sicht, Mitarbeiter_innen eine freiere Zeiteinteilung bieten können. Der Praktikant, der fünf von den acht Stunden, die er im Unternehmen einfach nur rumsitzt, ohne was zu tun zu haben. Die Marketing Managerin, die morgens um 6 Uhr sehr kreativ ist, dafür aber ab 15 Uhr ein absolutes Tief hat. Der Grafiker, der morgens sein Kind in die Kita bringt, nachmittags wieder abholt und lieber bis tief in die Nacht arbeitet. Wie kann man all diese Menschen zufriedener machen? Was uns allen klar war: Wir sollten kommen und gehen dürfen, wie wir wollen. Das heißt nicht, dass man am Tag nur drei Stunden arbeitet, sondern dass man nicht mehr die Uhr im Kopf hat. Wir haben es „zielorientiert statt zeitorientiert“ genannt. Mitarbeiter_innen vereinbaren also Ziele – miteinander oder mit der Chefin/dem Chef. Auf dem Weg dorthin gibt es immer wieder die Möglichkeit, sich zusammenzusetzen, ein Fazit zu ziehen und Ziele flexibel anzupassen. Das bedeutet auch, dass Mitarbeiter_innen von jedem Ort aus arbeiten können: Büro, Zuhause, Café… jede_r, wie sie_er mag. 


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Einen weiteren Punkt fand ich besonders spannend: Eine zweite Gruppe hat viel über Bewerbungsgespräche diskutiert. Mein Lieblingsthema! Nach jedem Bewerbungsgespräch von mir oder Freund_innen kann ich mich erneut über die Art und Weise, wie diese Gespräche immer noch geführt werden, aufregen. Die Idee der Gruppe: Ab sofort sollte man diese Gespräche eher als Kennenlerngespräche sehen. Unser gemeinsamer Wunsch wäre ein Gespräch auf Augenhöhe. Und kein „Ich muss diesen Job jetzt haben wollen und deshalb versuche ich das zu sagen, was die hören wollen“-Verhalten. Dazu gehört aber auch noch viel mehr: Wenn ich nach einem Bewerbungsgespräch in der Arbeitsagentur erkläre, dass das halt einfach nicht gepasst hat und mir nicht gefallen hat, werde ich schief angeschaut und kann gleich mit Konsequenzen rechnen. Es erfordert also viel mehr als nur ein verändertes Verhalten bei Arbeitgeber_innen und Arbeitnehmer_innen.

Allein diese Fragen, die man immer wieder gestellt bekommt. Bei mir hieß es sogar einmal: „Ok, kommen wir zu den Klassikern: Was sind Ihre Stärken und Schwächen?“ Im Ernst: Niemand antwortet ehrlich auf diese Fragen. Und das wissen immer auch beide Seiten! Es ist ein Herumgewurste und –gelabere auf’s Feinste. Und lernt man sich so wirklich kennen? Nein. Die Gruppe hat überlegt, was man stattdessen gefragt werden könnte – und auch: Was der_die Bewerber_in das Unternehmen fragen sollte.

Unsere Ideen – verbildlicht
als Freizeitparkkarte
Würde ich hier alles wiedergeben, was wir diskutiert, gedreht und gewendet und besprochen haben, wäret ihr bis morgen mit Lesen nicht fertig und meine Finger hätten Muskelkater. Die oben genannten Themen waren für mich die wichtigsten. Ich habe mir vorgenommen, mich auf dem Blog jetzt regelmäßig mit dem Thema zu beschäftigen und nach und nach noch mehr aus dem Workshop und von meinen eigenen Gedanken und Ideen zu berichten.
Am Ende des Workshops haben wir unsere Ideen verbildlicht. Unsere Gruppe hat sich für eine kleine Orientierungskarte, ähnlich denen, die man im Freizeitpark bekommt, entschieden. Mitarbeiter_innen durchlaufen einzelne Stationen, die wir uns für unseren Arbeitsplatz auch wünschen. Gruppen- und Einzelarbeitsmöglichkeiten, Socializing, Entspannung und Zielvereinbarungen. Das Thema ist damit für uns und für Microsoft noch nicht beendet. Wir wollen weiter gemeinsam an den Gedanken arbeiten und alles zusammenfassend als Broschüre oder kleine Unterlage veröffentlichen (print/online) – sobald es soweit ist, erfahrt ihr das natürlich auch hier.

Ein komplettes Storify zum Workshop findet ihr hier.
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