2014-10-06

BLOGPARADE: 10 FRAGEN ZUM #digitalLEBEN

Diese Blogparade habe ich zuerst bei Yasmina (übrigens ganz neu gerelauncht!) entdeckt und fand sowohl die Fragen, als auch ihre Antworten sehr interessant. Ursprünglich kommt sie vom "Arbeitskreis Digitale Gesellschaft" der SPD Schleswig-Holstein und obwohl ich nicht ausdrücklich dazu aufgefordert wurde, mitzumachen, schmeiße ich meine Antworten trotzdem mal in die Runde. Weil: So wenig Frauen bis jetzt mitgemacht haben (Leserinnen, das geht raus an euch, wenn ihr mögt, beantwortet doch auch die Fragen). Weil: Parteien dabei zu helfen, digitales Leben zu verstehen, kann nur gut sein. Und weil: Senf dazugeben kann ich besonders gut. Hier also die vorgegebenen Fragen und meine Antworten.
  1. In einer digitalen Welt zu leben, bedeutet für mich…
    ... Freiheit. Ich habe schnell Zugang zu Informationen, Nachrichten und Tweets weltweit. Ich lerne Menschen kennen, die ich ohne das Internet niemals getroffen hätte. Menschen, die mich inspirieren, die ich bewundere und mit denen ich gemeinsam tolle Projekte oder Aktionen starten kann. Ich habe das Privileg, meine Meinung ungefiltert ins Netz zu schreiben und das Glück, das sich sogar Menschen für diese Texte interessieren. Ich kann schneller auf sämtliche Dinge reagieren, finde zu jedem noch so abwegigen Thema Texte und Meinungen und
    muss zum Einkaufen nicht mehr das Haus verlassen.

  2. Mein Computer ist für mich…
    ... ach, Computer. Ich hab zwar einen, aber wesentlicher wichtiger ist inzwischen das Smartphone und das Tablet. Also Werkzeuge, mit denen ich schnell checken kann, was im Netz los ist. Ansonsten ist der Computer natürlich wichtig, genauso wie der Kühlschrank oder die Toilette. Also ein komplett normaler Alltagsgegenstand.

  3. Wirklich gut! Die größte Chance durch die Digitalisierung ist…
    ... die Möglichkeit zur gegenseitigen Vernetzung und der umfassende Zugang zu weltweiten Informationen.

  4. Bedrohlich! Wir müssen aufpassen, dass…
    ... Aktivist_innen und sowieso Menschen im Netz nicht von irgendwelchen Arschlöchern beleidigt, bedroht und so müde gemacht werden, dass sie sich lieber zurückziehen. Das passiert so schon jeden Tag. Privatsphäre und die eigene Sicherheit ist ein Gut, das wir viel mehr pflegen und auch gegenseitig sicherstellen müssen. Ein toller Artikel dazu ist heute bei kleinerdrei erschienen.

  5. Die Digitalisierung verändert mein Leben. durch…

  6. Chatten mit den Enkeln, Einkaufen per Mausklick, Arbeiten ohne feste Bürozeiten. Was bringt die Digitalisierung für Familien und Ältere?
    Genau das gleiche, was sie für alle anderen auch bringt: viele Vorteile, aber auch Nachteile. Natürlich ist es schön, wenn ich auch mit Kind und Kegel von überall arbeiten kann. Gleichzeitig setzt mich das aber auch unter Druck: Ich bin immer erreichbar. Andererseits: Wenn eine Familie (und Freund_innen) über die ganze Welt verteilt ist, kann ich viel leichter mit ihnen in Kontakt bleiben. Zum Punkt "für Ältere": Ich lehne es immer ab, bei der Digitalisierung immer noch nach Alter zu unterscheiden. In meinem Umfeld gibt es Menschen, die jünger sind als ich und das Netz kaum oder nur für direkte Kommunikation nutzen, sich kaum mit Gefahren auskennen und sehr naiv mit allem umgehen. Andererseits kenne ich so genannte "Silver Surfer" (*schüttel*), die genauso fit im Netz sind wie ich. Vielleicht sollte man da endlich aufhören, immer von den Ältere, die nicht im Netz sind, zu sprechen.

  7. Programmieren in der Grundschule, das gesamte Faktenwissen der Welt in der Suchmaschine. Wie sollte Bildung der Zukunft aussehen?
    Programmiersprachen wären schon einmal ein Anfang. Um Bildung der Zukunft auch zu vermitteln, braucht es aber auch die passende Ausbildung der Lehrer_innen und daran mangelt es aus meiner Erfahrung noch sehr. Außerdem wichtig: das ach so schöne Schlagwort der Medienkompetenz. Nicht nur für Schüler_innen, auch für Lehrer_innen und Eltern. Ein Muss: Abbau der Angst vor diesem bösen Internet. Dazu gehören auch gute Artikel in den Medien und keine "OMG! Facebook hat schon wieder XYZ gemacht"-Meldungen. Außerdem: Lehrer_innen und Eltern - informiert euch, was eure Kinder im Netz nutzen und beschäftigt euch damit. Nur dann könnt ihr sie auch verstehen.

  8. An jedem Ort arbeiten können und ständig erreichbar sein. Was bedeutet das für Arbeit im Digitalen Zeitalter?
    ... wie oben schon erwähnt: Vor- und Nachteile. Ich kann mir ein Leben ohne Digitalisierung nicht mehr vorstellen. Ich lebe davon. Ich verdiene meine Miete mit Kommunikation im Netz. Ich kann nichts anderes. Trotzdem braucht man natürlich auch mal eine Pause von all dem Erreichbar-Sein. Nach meinem Sommerurlaub habe ich es dabei belassen, keine beruflichen Mails mehr auf dem Handy abzurufen. Das funktioniert. Und lässt mich vor allem morgens sehr viel stressfreier ins Büro gehen. Ich schätze es aber auch sehr, mal von Zuhause, dem Zug oder einem Hotelzimmer arbeiten zu können. Die Digitalisierung und mein Beruf ermöglichen es mir, viel unterwegs zu sein. Und das liebe ich. Mehr dazu auch in meinem letzten Posting.

  9. Was müssen wir im digitalen Zeitalter tun, damit unsere Wirtschaft erfolgreich bleibt?
    ... ist sie das nicht schon? Natürlich verändern sich die Gegebenheiten, aber ich habe ein Grundvertrauen darauf, dass unsere Wirtschaft funktioniert. So lange so viele Menschen die Vorteile der Digitalisierung und des Netzes nutzen und ihre eigenen Ideen umsetzen können, ein eigenes Unternehmen gründen oder sich tolle Projekte von der Crowd finanzieren lassen können, sehe ich keine schwarzen Wolken am Wirtschaftshimmel. Und natürlich ist es einfach Misserfolg auf die Digitalisierung zu schieben (s. Tageszeitungsredaktionen und den Abgesang auf Print-Produkte). Man kann aber auch einfach versuchen, neue Wege zu gehen (so, wie das schon viele machen) und sich nicht auf "das machen wir schon seit 30 Jahren so" ausruhen.


  10. Die Digitalisierung schafft Chancen und birgt Risiken. Von der SPD erwarte ich, dass…
    Ich erwarte von der SPD aktuell genau das gleiche, wie von allen anderen großen Parteien: nichts. Im Ernst: Bis jetzt ist mir noch kein_e von den großen Politiker_in untergekommen, dem_der ich in Ansätzen eine gute Ahnung vom digitalen Leben, den Gefahren für digitale Aktivist_innen und wirkliches Fachwissen über diverse Themen im Netz bescheinigen würde. Ich lasse mich gerne überraschen. Meine Hoffnung in diese Richtung ist aktuell und in Zeiten, in denen Menschen wie Oettinger Digitalkommissar werden, leider sehr gering.

Kommentare:

  1. Super geschrieben. Würde jeden einzelnen Punkt genau so unterschreiben. Nur ist mir mein Mac wichtiger als das ipad ;)

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  2. Oh was ein klasse Post. :) Mag ich! Find ich gut.

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  3. Danke! Hab dich über Mareice gefunden, und du hast absolut Recht, bei dieser Blogparade fehlen immer noch ein paar Stimmen. Nicht nur weibliche, sondern schlichtweg aus anderen Ecken und Blickwinkeln.

    Und: deine Antworten sind toll.

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