2014-09-29

KANADA-TRIP – TEIL 4: DIE ROCKIES – JASPER


Nachdem wir einige Tage durch den Norden von British Columbia gekurvt sind, ging es wieder weiter südlich – rein nach Alberta! Wir hatten bemerkt, dass es zeitlich noch gut passen würde, auch die Rocky Mountains mitzunehmen. Und wenn man dazu mal die Möglichkeit und eine kleine Karre unterm Po hat, wieso nicht?! Also recherchierten wir schon in Prince George nach Übernachtungsmöglichkeiten in Jasper. Tja, das waren eher erfolglose Versuche. Was wir nicht bedacht hatten: Es war Wochenende und Jasper ist für die Kanadier ungefähr das, was für uns die Alpen oder die Nordsee ist. Ausflugsziel Nummer eins! Laut Internet und diversen Anrufen gab es noch nicht einmal noch Platz auf diversen Campingplätzen. "Egal!" rief der Mann. "Wir schlafen einfach im Motel am Highway!" Gesagt, getan?
Von wegen! In ungefähr jeder Stadt, die wir vorher besucht hatten, gab es Motels. In Jasper nicht. Kein einziges. Also lenkte ich das Auto verzweifelt durch die Hauptstraße Jaspers, immer in der Hoffnung gleich ein "Vacancy"-Schild zu entdecken. An jeder Ecke musste der Mann aussteigen, reinlaufen und nachfragen, um dann wieder traurig dreinblickend rauszukommen. Ich freundete mich mit dem Gedanken an, heute im Auto zu übernachten (ich passe ja auch auf eine Rückbank). Dann erzählte uns die freundliche Frau in der Touri-Info, dass es etwas außerhalb einen Campingplatz gäbe, bei dem alle unterkommen, die nichts gefunden haben. Die kennen das in der Stadt nämlich schon. Also dahin! Der "Overflow-Campingground" bestand aus einer Wiese, ein paar Bäumen und zwei Plumpsklos, für alle. Ansonsten nichts. Mir war inzwischen alles egal. Wir bauten das Zelt auf und es fing ordentlich an zu regnen. Dann hockten wir im frisch aufgebauten Zelt, schwiegen uns an und warteten darauf, dass irgendwas passiert. Der Mann wollte noch einmal zum Hostel an der Seilbahn fahren. "Nur mal fragen, wenigstens für morgen." Na gut. 
Vielleicht ist die Frau im Hostel auch ein Engel, auf jeden Fall hatte sie aus irgendeinem Grund noch genau zwei Betten für beide Nächte übrig! Wir fuhren zurück, bauten das Zelt wieder ab, winkten den anderen Menschen, die dort übernachten mussten fröhlich und fuhren wieder zum Hostel. Dort schliefen wir zwei Nächte gemeinsam in einem Raum mit 42 (!) anderen Menschen. Kann man mal machen. Muss man aber auch nicht. Ich war noch nie in meinem Leben so froh über Ohropax wie an diesen zwei Nächten.

In Jasper itself gibt es außer Touristen und Touri-Läden nicht besonders viel. Aber drumherum gibt es die allerschönste Natur ever! So schön! Ich bin freiwillig gewandert! Und das soll einiges heißen. Wir haben uns Maligne Canyon angeschaut (von dort gab es schon ein paar Bilder im letzten Urlaubspost). Außerdem, und das ist wirklich der schönste See, den ich jemals sah: Maligne Lake. Auf dem Weg dahin gibt es noch ein paar andere kleine Seen, die man sich anschauen kann. Manche von ihnen sind richtig tief-türkis, andere wiederum ganz milchig. Das hängt davon ab, ob das Wasser viel oder wenig Schwebstoffe hat. Und mehr kann ich dazu auch nicht erklären. "Entdeckt" für den Tourismus hat den Maligne Lake übrigens eine Frau: Mary Schaffer. Vorher kannte man den See auch schon, Schaffer hat aber als erste Fotos von ihm gemacht und Wanderrouten aufgezeichnet. Wir sind dann auch den Schaffer-Weg gewandert (hat nur 3 Kilometer). Der wird teilweise ziemlich einsam und schmal, so dass ich auch gleich mal Schiss hatte und umdrehen wollte (ihr wisst schon, Bären, Wölfe, Pipapo). Dann haben wir es aber doch zurück zum Parkplatz geschafft.

Nach Jasper würde ich jederzeit wieder fahren. Ein Ort, umringt von beeindruckenden Bergen und mit riesigen Seen, so schön, wie ich ihn selten gesehen habe. Gut Skifahren soll man da auch können. Ich mag den Sommer aber lieber!


Wie schön das ist! So schön! Meine Güte!
Postkartenmotive, wo man hinschaut.
Ich kriege mich vor lauter Schönheit nicht mehr ein.
Das ist ein anderer See, der im Sommer fast trocken liegt
und mit dem Schmelzwasser aber richtig doll ansteigt.



Hier so ein milchiger See.
An diesem Wasserfall bin ich wie eine Hühnchen herumgelaufen
und habe die ganze Zeit gerufen: "Das Licht! Schau dir das Licht an!"



1 Kommentar:

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