2014-05-11

#EINFACHMACHEN: NEUES ARBEITEN MIT MICROSOFT

Dr. Sebastian Muschter (McKinsey & Company),
Dr. Thorsten Hübschen (Microsoft Deutschland),
Prof. Dr. Lothar Seiwert, ich,
Richard Gutjahr, Markus Albers (v.l.n.r.).
Bereits letztes Jahr im November durfte ich bei Microsoft in München zu Gast sein und beim Kreativwettbewerb zum Thema "New Storytelling" teilnehmen. Jetzt hat Microsoft, gemeinsam mit dem Autoren Markus Albers und unter der Beratung von McKinsey, ein "Manifest für ein neues Arbeiten" herausgegeben. Vor zwei Wochen durfte ich dieses Manifest in Berlin vorstellen, zusammen mit Richard Gutjahr und Prof. Dr. Lothar Seiwert. Zusätzlich zum Manifest ergänzt Albers noch "33 Regeln erfolgreicher digitaler Pioniere", die verdeutlichen wollen, wie sich unsere Arbeit gerade verändert. Im Vorfeld der Pressekonferenz lud Microsoft einige tolle Bloggerkolleg_innen zu einem Workshop ein, um über das Manifest zu sprechen und es weiterzuentwickeln. Julia hat einen spannenden Post dazu geschrieben. Im Rahmen des Workshops wurden viele Punkte des Manifests diskutiert und kritisiert. Daraufhin haben die Herausgeber es noch einmal angepasst. Ziel soll sein, dass dieses Manifest im Prinzip niemals "fertig" ist. Es wird sich durch verschiedene Workshops, Diskussionen (u.a. könnt ihr diese auf Twitter unter dem Hashtag #einfachmachen verfolgen) hoffentlich immer weiter entwickeln. Auch vergangene Woche auf der re:publica haben wir über das Manifest diskutiert  neben Herm durfte ich die Sicht der Blogger_innen vertreten. Den Talk könnt ihr hier nachhören.

Im Rahmen des Manifest wollte Microsoft wissen, wie mein persönlicher Arbeitsalltag aussieht. Ein Filmteam hat mich neun Stunden lang begleitet. Spoiler: Ihr seht auch mein Wohnzimmer.


Ich finde die Ideen im Manifest sehr spannend. Auch für mich bedeutet "neues Arbeiten" nicht mehr, von 9 bis 17 Uhr am Schreibtisch zu sitzen und danach nach Hause zu gehen. Meine verschiedenen Jobs als Social Media Managerin, Bloggerin, Slammerin und Autorin kann ich nur ausüben, wenn ich von meinen Arbeitgeber_innen die Chance bekomme, auch mal im Zug, am Küchentisch oder sogar in einem anderen Land zu arbeiten. Trotzdem, und das wurde auch in den Diskussionen sehr oft angesprochen, müssen die Herausgeber_innen aufpassen, dass andere Menschen dabei nicht auf der Strecke bleiben. Nicht jede_r kann, oder möchte, seinen kompletten Arbeitsalltag selbst organisieren und ständig unterwegs oder erreichbar sein. Deshalb bezieht sich das "wir" in dem Manifest für mich nur auf eine sehr enge Zielgruppe  nämlich Menschen, die auch beruflich und privat auch in der Lage sind, dieses Manifest überhaupt zu erfüllen. Die tatsächlich in den Branchen arbeiten, für die solche "Regeln" (mir würde das Wort Tipps besser gefallen) überhaupt erfüllbar sind. Auch in meiner beruflichen Umgebung gibt es Kolleg_innen, die lieber zu festen Zeiten am Schreibtisch arbeiten, andere wiederum müssen Familie und Beruf in Einklang bringen und wieder andere sind sehr umtriebig und ständig unterwegs. Anforderungen an das Arbeiten und den Beruf werden also individueller. Zu diesem Punkt wurde viel diskutiert und ich glaube, dass Microsoft und alle Beteiligten da lange noch nicht am Ende angekommen sind.
Ein weiterer Punkt, der in dem Manifest noch verbessert werden kann:


Insgesamt finde ich die Ideen und Ansätze, die im Manifest festgehalten sind, sehr interessant und diskussionswürdig. Natürlich ist das auch Marketing von Microsoft, aber das ist aus meiner Sicht nichts Böses, so lange sie sich in ihrem Unternehmen selbst an die aufgestellten Regeln und neuen Ideen halten und versuchen, diese für alle ihre Mitarbeiter_innen umzusetzen.

Habt ihr Gedanken und Ideen für ein "neues Arbeiten"? Wie sieht euer Arbeitsalltag aus? Wie wünscht ihr euch euren Arbeitsalltag? Ich freue mich über Kommentare! (Einen Rückblick zur re:publica werde ich in den nächsten Tagen veröffentlichen und drüben auf LesFlâneurs.de gibt's bald eine Zusammenfassung unseres Workshops "Jetlag Overload".)

Kommentare:

  1. Das Video ist total großartig! Und dein kleiner Lacher bei 3.40 ist toll - den könnte man glatt als Gute-Laune-Gif verwenden :)

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  2. Ninia, du bist SO ein sympathischer Mensch. Das muss einfach mal gesagt werden. Es ist toll, dass man dich jetzt öfter mal in Videos sieht. Wenn ich nun deine Texte lese habe ich auch gleich eine Stimme im Ohr und ein Gesicht vor dem inneren Auge.

    Toll finde ich auch deinen 'beruflichen Werdegang', wenn man das so ausdrücken kann. Das bestätigt und ermutigt mich sehr und nimmt mir ein wenig die Sorge vor meiner eigenen Zukunft. Mit einem Fotografiestudium ist ein Bürojob nämlich auch nicht mein angestrebtes Ziel. Und zu sehen, dass es durchaus Menschen gibt, die mit der 'neuen Art des Arbeitens' gut leben können ist eine tolle Sache.

    lieben Gruß
    Sabrina

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    1. Hallo Sabrina, vielen Dank für den netten Kommentar :)!

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  3. Hach, endlich versteh ich, worums bei #einfachmachen geht. Bin in den Tweets kurz drüber gestolpert, hatte aber ad hoc keinen Schimmer. Daher danke für den wie immer sehr lesenswerten Beitrag - das Manifest und Euren re:publica-Talk nehme ich später mal unter die Lupe. Irgendwann zwischen nine und five...

    Ohne die Inhalte des Manifestes schon zu kennen, kurz eine spontane Rückmeldung zum Thema: Es ist gespenstisch, wie tief die Kopplung von Fleiß/ Erfolg und Büroanwesenheit in uns verwurzelt ist. Obwohl ich nun schon eineinhalb Jahre selbständig arbeite, habe ich noch immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich in diesen Kernarbeitszeiten nicht im Büro bin. Obwohl ich am Abend vorher vielleicht bis spät in die Nacht mit meiner Grafikerin zusammensaß, um eigene Medien auszutüfteln, oder am Wochenende an einem Vortrag weitergedacht habe. Aber sich zu erlauben, flexibel mit Arbeitszeit umzugehen, und zu verinnerlichen, dass die Arbeitsergebnisse von acht Stunden nie doppelt so umfangreich und gut sind wie die aus vier Stunden - tja, das ist gar nicht so einfach. Wäre aber wünschenswert. Dazu müssen die Firmen allerdings auch mal dringend umdenken. Unfassbar, wie wenig Vertrauen die ihren MitarbeiterInnen entgegenbringen.

    Hab einen feinen Montag!
    Sandra

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    1. Hallo Sandra, GENAU das finde ich auch ganz gruselig. Obwohl man auch in der "freien" Zeit etwas macht, hat man dann ein schlechtes Gewissen, wenn man nicht im Büro ist. Dieses Gefühl kenne ich auch. Oft ahbe ich auch den Eindruck, dass man sich das schlechte Gewissen selbst macht - obwohl der Arbeitgeber es gar nicht schlimm finden würde, wenn man mal nicht anwesend ist. Kommt natürlich aber auch auf die Firma an.
      Das mit dem Vertrauen habe ich schon in der Pressekonferenz angesprochen - da gebe ich dir Recht, das muss wirklich besser werden!

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    2. Eben. Wenn ein Chef zu bedenken gibt "Wie kann ich sicher sein, dass mein MA dann auch wirklich arbeitet?", dann hat er sich den falschen ausgesucht. Oder hält an jemandem fest, von dessen Loyalität er nicht überzeugt ist.

      Schlechtes Gewissen selbstgemacht? In den meisten Fällen ganz bestimmt ;-)

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  4. Hab vorhin mit Pseudoerbse dein Video mit #Microsoft gesehn. Hätte gerne mehr übers "Arbeiten der Zukunft" gesehen. Wobei ich als alter Homeoffice-Drache wohl selbst drinstecke in dieser ganzen Kiste gab es im Video halt nicht viel Neues für mich. Wobei viele Menschen sicher kaum was von "bloggen" und "Social Media Manager" gehört haben. Ich war also einfach nicht die Zielgruppe.
    Ansonsten halt sauber produziert. In 10 Jahren sind Homeofficeplätze sicher normal aber 24/7 bereit sein im Gegenzug hmm...ich hoffe da gibt es gute Regelungen für de Zukunft. Ansonsten könnte das zu Burn Out und so...mmmh.
    LG Henrik

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