2014-04-22

BLOGSTÖCKCHEN: FÜNF BUCHVORSÄTZE

Johanna, Zwillingsschwester in crime und Les Flâneurs Kumpanin, hat mir ein Blogstöckchen zugeworfen:

“Zähle 5 Bücher auf, die ganz oben auf deiner Wunschliste stehen, die aber KEINE Fortsetzungen von Büchern sind, die du schon gelesen hast – sie sollen also völlig neu für dich sein. Danach tagge 8 weitere Blogger und informiere diese darüber.”


Nur fünf Bücher aufzählen, aber acht Blogger_innen taggen? Herrjemine. Ok, ich versuch's, ich suche einfach die vermeintlich fünf wichtigsten Bücher aus und lasse die raus, die hauptsächlich für eine Blogrezension auf dem Schreibtisch liegen.


  1. David Harvey: Rebellische Städte.
    Dieses Buch liegt schon sehr lange auf dem Nachttisch und bei jeder Reise packe ich es wieder in den Rucksack. Wenn ich dann ein paar Seiten gelesen habe, muss ich erst einmal so viel über das Gelesene nachdenken, dass ich es wieder einpacke und wieder nicht wirklich voran gekommen bin. Ich glaube, dass das ein super Buch ist. Vielleicht nur nicht für mich, aber ich kann mich trotzdem nicht von dem Willen verabschieden, es zu lesen.
  2. Saša Stanišić: Vor dem Fest.
    Von Stanišić habe ich damals "Wie der Soldat das Grammofon repariert" empfohlen bekommen und in einem Rutsch durchgelesen. Ein fantastisches Buch. So komme ich also nicht umhin, auch dieses wieder zu lesen. Die Handlung klingt vielversprechend und dass Stanišić den Leipziger Buchpreis dafür gewonnen hat, ist möglicherweise auch ein kleines Qualitätszeichen. Und so wie sich die Beschreibung anhört, handelt es sich um einen Dorfkrimi. Dorfkrimis kann ich ja eh immer sehr gut leiden. 
  3. Ariadne von Schirach: Du sollst nicht funktionieren.
    Wahrscheinlich eine super Vorbereitung auf unsere re:publica-Session (ja, unauffällig Eigen-Werbung einstreuen kann ich). Aber auch ohne den Workshop hätte ich dieses Buch gelesen. Von Schirach hat ein Essay für das Wagen des Lebens und gegen die ständige Selbstoptimierung geschrieben. Es geht um Glück, Gesundheit und die ganz großen Dinge im Leben und darum, wie wichtig die eigentlich sind. Ich beschäftige mich in den letzten Monaten viel mit dem Thema und bin gespannt, ob mir von Schirachs Buch gefällt.
  4. Jonathan Safran Foer: Tiere essen.
    Vor einem Jahr fühlte ich mich noch nicht bereit für das Buch. Ich glaube, jetzt bin ich es.
  5. Stefan Bachmann: Die Seltsamen.
    Das Buch habe ich erst vor Kurzem entdeckt und die Beschreibung hört sich so an, als könnte es mir sehr gefallen. Bachmann war 18 Jahre alt, als er damit in den USA zum Bestseller-Autor geworden ist. Außerdem ist auf dem Cover eine Eule. Und wer kauft Bücher nicht nach Covern?
Und was fällt mir als erstes auf, wenn ich meine Liste anschaue? Nur eine Autorin ist dabei. Da ärgere ich mich über mich selbst. Immer noch landen auf den Shortlists der Buchpreise dieser Welt mehr Männer, von 110 Nobelpreisgewinner_innen für Literatur sind 97 Männer (in Worten: siebenundneunzig!). Bedeutet also: Männer haben es auch in der Literatur immer noch leichter, bzw. werden eher gefördert. Ergo: So landen auch mehr Autoren im Fokus der Leser_innen (von den sehr, sehr großen Dominanz an weißen Autor_innen in der gesamten Branche gar nicht zu sprechen). Mein Vorsatz: Wenn ich die Liste durch habe, oder auch schon zwischendurch (diese Listen können sich bei mir schnell ändern), achte ich noch doller darauf, mehr von Frauen zu lesen.

Und nun muss ich das Stöckchen noch an andere Blogger_innen weitergeben. Dann mal los Hamti, Juli, Nadia, Helga, Ellen, Nina, Julia und Julia!

Kommentare:

  1. Dieses ganze Listenabarbeiten … Manchmal habe ich das Gefühl, Bücher werden nicht mehr um ihrer selbst wegen gelesen, sondern nur, um sie hinterher auf Blogs wie diesen zu rezensieren, einander „Blogstöckchen“ zuzuwerfen, und um hinterher sagen zu können, man hätte sie gelesen …

    „Mein Vorsatz: Wenn ich die Liste durch habe, oder auch schon zwischendurch (diese Listen können sich bei mir schnell ändern), achte ich noch doller darauf, mehr von Frauen zu lesen.“ Ist das nicht ziemlicher Unsinn? Sollte man nicht einfach Bücher von Menschen lesen, die einen interessieren?

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    1. Keine Angst, ich lese grundsätzlich nur das, was mich interessiert. Rezensionen gibt es auf diesem Blog nur zur Slam-Literatur von Kolleg_innen, weil ich in der Szene drin stecke. Alles andere lese ich nicht, um es hier zu rezensieren oder damit hausieren zu gehen. Sich gegenseitig zu vernetzen und über Literatur im Netz auszutauschen, empfinde ich als schön und sozial. Und bewusst mehr Literatur von Frauen zu lesen, ist mein persönlicher Vorsatz - da muss niemand mitziehen.

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