2014-01-20

POTT MEETS POETRY

"Leben in der Metropole heißt Leben im Grenzgebiet auf Kante genäht ohne Zwischenräume mit fransigen Enden und endenden Träumen wo eins zum anderen führt und alles zu nichts ein ewiges Rangeln zwischen Schatten und Licht.
Und mittendrin - tatsächlich
Echte - wirkliche - Menschen."
[Rainer Holl]

Schon vor einiger Zeit lagen zwei neue Schmuckstückchen aus dem Hause Lektora in meinem Briefkasten. "Pott meets Poetry" ist die erste illustrierte Slam-Anthologie des Ruhrgebiets und bestimmt auch etwas für Juli. Was mir an dem Buch besonders gefällt: der Look. Die Illustrationen sind großartig - ein etwas dickeres Heft, das sich gut im Zug oder in der U-Bahn lesen lässt mit tollen Bildideen. Sieht aus wie eine supermoderne Literaturzeitschrift. Mit dem Unterschied, dass sich in diesem Buch Texte befinden, die nicht "gewollt" daher kommen. Die Metropole Ruhr gilt als eine der größten und ältesten Slam-Bühnen Deutschlands. In der Anthologie findet ihr eine Auswahl der auf ihr performten Texte: 12 Slammer_innen aus 8 Ruhrgebietsstädten, 16 Slam-Texte und 12 Illustrationen. Die Texte sind so facettenreich und dicht wie der Pott selbst. Die Künstler_innen schaffen es mit Text und Bild, dass ich im entfernten Hannover sitze und mich wie im Pott fühle. Ich wünsche mir, dass mehr Anthologien in so einer Verpackung daherkommen - eine tolle Sammlung, für die sich das Geld in jedem Fall lohnt.

Neben der Anthologie lag in dem Paket eine neue CD: "Slam Elektro". Sebastian 23, aka KLON 23 versammelt auf dem Tonträger das Who is Who der deutschen Slamszene. Großraumdichten, Patrick Salmen, Theresa Hahl, Bumillo, Broca Areal, Nachtfalke und viele andere Worte bereichern ihre Worte mit Beats und anders herum. Von Großraumdichten und Broca Areal bin ich ja eh schon großer Fan. Aber auch bei allen anderen funktioniert das Zusammenspiel vom Klang der Worte und den Beats erstaunlich gut. Von den Beatpoeten, der wahrscheinlich besten Band aus Hannover, mal ganz abgesehen. Dass die klasse sind, ist eh klar. Ihr seht also, hier sind nur Perlen zusammengekommen. Wer also lieber mal hören möchte, anstatt zu lesen, dem sei dieses Schmuckstück (übrigens mit tollem Artwork von Slammer Ken Yamamoto) wärmstens ans Herz gelegt.


1 Kommentar:

  1. Ja, das hatte ich natürlich unlängst auf dem POTTradar :) Und: Ein dickes Herz für die Beatpoeten. Letztes Jahr auf Zollverein gesehen und in einen Zustand tiefer Spontanverehrung gefallen.

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