2014-01-02

HAPPY NEW YEAR - UND SO WAR 2013

Schon wieder ein Jahr vorbei. Und was für eines! Reisen, Slam-Auftritte, Konzerte, Lesungen, Konferenzen, Menschen, Menschen, Menschen, Aufreger, Liebe, Nilpferde und ein Einhorn. Die für mich wichtigsten Sachen fasse ich an dieser Stelle noch einmal mit entsprechender Verlinkung zusammen. Einen Jahresrückblick in tabellarischer Form gibt's übrigens auch bei den Flâneuren.

Im März reiste ich das erste Mal in mein neues Lieblingsland: Island. Zusammen mit der wunderbaren Poetin fuhr ich über Mondlandschaften, hielt für Ponys und fotografierte Naturwunder. Wir hatten riesiges Glück: Während in Deutschland noch alle froren, konnten wir bei strahlendem Sonnenschein und 12 Grad die Insel und ihre kleine Hauptstadt erkunden. Wir trafen unglaublich gutaussehende und nette Menschen, aßen zu viel Skyr und badeten in heißen Quellen. Es geht nicht anders, ich muss da wieder hin. Ich weiß nur noch nicht, wann. Denn: Für 2014 planen der Mann und ich eine große Reise nach British Columbia. Und damit ist die Urlaubskasse vorerst ziemlich ausgelastet. Ich hoffe aber, dass sich zum Iceland Airwaves vielleicht noch eine Möglichkeit ergibt.

Eine weitere Reise führte mich und den Mann im Oktober nach Wien. Hach. Ganz kurzfristig entschieden, Flug gebucht und los ging's. Ein Teil meiner Familie kommt aus Österreich und deshalb war es für mich umso spannender, endlich mal wieder in das Land zu reisen, in dem ich früher ab und an die Ferien verbrachte. Wien ist groß und spektakulär und beeindruckend. Es gibt unglaublich leckeren Kuchen und viele, schöne Cafés. Das allein würde ja schon reichen, um mich glücklich zu machen. Aber nein! Es gab auch noch zahlreiche Kirchen, Museen und einen Zoo. Wien hatte sich herausgeputzt und mir hat's gefallen.

Eine bittere Erkenntnis in diesem Jahr: Das Zur-Schau-Stellen von Behinderungen scheint immer noch ein gesellschaftlich akzeptiertes Tun zu sein. "Ist doch schön, wenn die Kleinwüchsigen auch mal Spaß haben" - das ist kein Witz, sondern eine Reaktion, die ich nach meinem Text über Miley Cyrus Auftritt bei "Schlag den Raab" tatsächlich öfter bekam. Ich machte mir danach noch viele Gedanken und schrub meine Wünsche auf, die ich an die Medien, das Fernsehen und seine Macher_innen habe.

Außerdem war ich in Berlin und las, zusammen mit Lilian, Texte der Grimme-Preis-nomierten Plattform leidmedien.de, u.a. meinen Text "Und ganz, ganz viele Doofe...". Der Saal der Bibliothek des Deutschen Instituts für Menschenrechte war proppevoll und das hat mich sehr glücklich gemacht. Die Lesung könnt ihr euch auch online anhören.

Oben habe ich sie schon erwähnt: Anfang des Jahres gründete ich mit vielen anderen tollen Menschen das Gemeinschaftsblog "Les Flâneurs". Ich finde es grandios, was bis heute daraus erwachsen ist. Zu meinen Lieblingstexten gehören eindeutig die #Tatort-Protokolle. Ansonsten schreiben wir über das Leben in Großstädten, besuchen Ausstellungen, machen uns Gedanken und reisen. Wir haben auch immer mal wieder Gastautor_innen an Bord - wer also Lust hat, mal etwas für uns zu schreiben, melde sich einfach.

Im August erfüllte ich mir selbst einen lang gehegten Wunsch: Ich streichelte ein Nilpferd. Das war groß. Und sehr herzerwärmend. Ich könnte das jeden Tag machen.

Anfang des Jahres entstand der Hashtag #aufschrei. Puh. Das war sehr emotional, hat teilweise sehr wütend gemacht und vieles augelöst. In meinem Freundeskreis wurde plötzlich auch über Sexismus im Alltag gesprochen und viele Freund_innen konnten Dinge, die ihnen widerfahren waren, erst einordnen. Im Juni hat #aufschrei sogar den Grimme-Online-Award in der Kategorie "Spezial" gewonnen. Gewinner_innen waren alle Hashtag-Nutzer_innen, "die die Problematik des existierenden Alltagssexismus konstruktiv diskutiert“ hätten. Aus diesem Tweet entstand dann der Text "Und in der Dämmerung fallen ihre Masken". Dieser Text hat es im Laufe des Jahres sogar in eine Antholgie geschafft - was mich sehr stolz gemacht hat.

Im Juni setzte ich, zusammen mit Hamti, eine weitere Idee um: Endlich mal ein Foto mit einem Einhorn machen. Das hat sehr großen Spaß gemacht - vor allem die Blicke der Menschen auf dem Weg zum Expo-Gelände. Der Ballon ist leider relativ schnell geplatzt, weil die Sonne so stark schien. Trotzdem sind dabei wirklich spaßige Bilder rausgekommen.

Außerdem habe ich dieses Jahr folgendes getan: eine Band gegründet. Absolute Oberprofis sind wir noch nicht, aber unseren ersten Auftritt haben wir schon über die Bühne gebracht. Besonders positiv an dem Projekt: Ich sah die Mädels viel öfter als es sonst der Fall gewesen wäre und ich habe endlich mal wieder ein bisschen mehr Musik gemacht. Und allein dafür hat sich das gelohnt. 

Dann war da ja noch diese Bundestagswahl, die mich fünf Tage vorher zu diesem Text inspiriert hat. Danach wurde es auch nicht besser.

Die lokale Tageszeitung hat 2013 ein Porträt über mich gemacht - genau wie der NDR in einer Themenwoche über Menschen mit Behinderung (der Beitrag ist leider nicht mehr online). Und ich durfte im TV ab und an meinen Senf dazu geben, zum Beispiel bei der unsäglichen "Liliputaner-Action" in Cuxhaven. Das fand ich super! Außerdem schrieb ich einige Gastbeiträge für Online- und Print-Magazine und diskutierte bei Podiumsdiskussionen mit. Auch super - und kann 2014 gerne so weitergehen. Bei Anfragen kann man mir immer gerne eine Mail senden.

Ganz zum Schluss des Jahres wurde dieses Blog zum Vize-Tagebuchblog 2013 gewählt. Das ist außerordentlich gut. Danke!

Insgesamt ein gutes Jahr, auf das 2014 nun ein Sahnehäupchen setzen könnte - schauen wir mal, was bei rum kommt! Ich bedanke mich bei euch für's Lesen, Verlinken und Kommentieren und wünsche Euch ein grandioses neues Jahr!

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