2013-11-13

EILMELDUNG: PRINT-FEMINISMUS HAT AUSGEDIENT

Die Missy feiert dieser Tage ihr fünfjähriges Jubiläum! Juhu! Ich bin Leserin der ersten Stunde und habe mich in dieser Zeit voll mitreißen lassen. Ich entdeckte die mädchenmannschaft, Literatur und mehr und mehr Seiten im Netz und merkte, dass es doch noch andere Menschen gibt, die viele Dinge ähnlich sehen. Und auch, wenn ich nicht alles super fand/finde, was die Missy macht – in den letzten fünf Jahren gab es kaum eine Zeitschrift, auf die ich mich mehr gefreut habe, wenn sie jeden Monat erschien.

Der Geburtstag ist für allwissende und herumkolumierende Männer Anlass darüber zu sinieren, ob und warum es dieses Magazin überhaupt gibt. Erst einmal können wir alle aufatmen: Ein "feministisches Kampfblatt" war die Missy nie. Puh. Was auch immer ein feministisches Kampfblatt sein soll. Und manche Themen, die in dem Magazin stehen, erscheinen, Überraschung, auch in anderen Zeitschriften. Ansonsten ist es in unserer Welt ja eher üblich, dass Themen nur einmal und auch nur in einem Magazin auftauchen dürfen. Danach sind sie angeleckt und schmecken nicht mehr.
"Ohne Mampf kein Geschlechterkampf" – was soll mir das sagen? Jetzt hat die Missy doch was mit Kampf zu tun? Ich muss viel essen, wenn ich mich für Geschlechtergerechtigkeit einsetzen will? Backbücher sind wichtig for the Gender? In einem feministischen Magazin bezieht sich eben ausschließlich alles auf Vaginas und Penes? (Hier eine kleine Anmerkung: Wenn der Autor schon das männliche Glied in die Überschrift einbauen will, sollte er zumindest den korrekten Plural kennen.)

Unterm Strich fragt sich Herr Gurk, wieso man heute noch ein Magazin wie die Missy braucht. Weil das wird doch jetzt eh alles in diesem Internet diskutiert, das mit der Benachteiligung und dem Sexismus. Gute Frage, Herr Gurk! Folgender Vorschlag: Richten Sie doch einen Zeitschriftenrat ein und nehmen Sie sich sämtliche Zeitschriften und Zeitungen vor. Politische Magazine? Brauchen wir nicht mehr, wir haben ja die Tagesschau (UND DAS INTERNET). Klatsch-Zeitschriften? Wer will die noch, vor allem weil ja jetzt jeder Star twittert? TV-Magazine? TV?? Haha. Weg damit.




Feminismus ist ja anscheinend eh eher so ein Lebensgefühl und nichts Ernstzunehmendes. So wie Menschen, die auf dem Land leben wollen oder gerne Snowboarden. Unwichtig eben. Sagt der Mann und erklärt das Thema für beendet. Lieber Herr Gurk, das würden Sie wahrscheinlich niemals zugeben, aber ich lege meine feministische Kampfhand dafür ins Feuer, dass sie so einen Mist niemals, never ever, über ein Magazin geschrieben hätten, dass sich an einer anderen Zielgruppe orientiert oder mit anderen Themen beschäftigt. Das Aufregerwörtchen Feminismus scheint Sie doch so sehr zu beschäftigen, dass Sie mal eben ein Urteil über die Notwendigkeit eines Magazins fällen.

Ich LOLte hart.
P.S.: Wozu brauchen wir eigentlich noch Radio?

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