2013-10-25

ÜBER DAS DIGITALE – EIN BLOGSTÖCKCHEN

Falk hält mich für digital überaus kompetent und reicht mir ein Blogstöckchen (dieses Wort!) weiter. Ich bedanke mich für das Vertrauen und gebe mein Bestes.

1. Wie lautete dein allererster Tweet?

My First Tweet mag mich nicht und zeigt nur eine Fehlermeldung, wenn ich meinen Usernamen eingebe. Vermutlich war es aber das übliche "Hallo, ich bin jetzt auch dabei"-Geschwafel. Ich würde gerne behaupten, dass es etwas sehr Kluges und außergewöhnlich Witziges war, aber dann prüft das jemand nach und ich bin entlarvt.

2. Was ist das Böseste, was du über die digitalen Medien je gedacht, gesagt oder geschrieben hast?

Ach, da gibt's nicht wenig, aber wenn eins mal ehrlich ist – auch im restlichen Leben denke ich ab und an böse Dinge. Das muss eins gar nicht auf das Digitale reduzieren. Natürlich sind sämtliche Kommentarspalten aller Online-Auftritte von Zeitungen bescheuert und eigentlich nicht lesbar. Trotzdem mache ich das manchmal. Dann rege ich mich furchtbar auf und nach zehn Minuten geht es wieder. Auch das eigene Veröffentlichen im Digitalen bringt manchmal Böses zutage – Kommentare und Mails, die eins nicht wirklich gebraucht hätte. Trotz allem sind digitale Medien super und unverzichtbar.

3. Kannst du noch offline sein?

Nein. Ich zitiere bei so etwas immer gern @fraeulein_tessa im "Zukunftsmanifest", die dort so etwas ähnliches schrieb wie dass wir nicht mehr zwischen digital und analog unterscheiden dürften. Es gibt keine zwei Leben – Real Life und online – sondern nur eines. So ist es. Ich bin nie offline. Ich kann aber durchaus auch mal das Handy oder iPad zur Seite legen.
 
4. Eine Erfindung (außer Zeitreisen), die fehlt?

Geldautomaten ohne Barrieren für kleine Menschen und Rollstuhlfahrer_innen. Und, um beim Thema Zeitreisen und "Zurück in die Zukunft" zu bleiben: Kleidung, die sich dem/der Träger_in selbst anpasst. 

5. Google+ kann man getrost verlassen, oder?

Ja.
(Muss ich da mehr zu schreiben? Na gut.)
Den Hype um Google+ habe ich nie verstanden. Obwohl ich mir sehr viel Mühe gegeben habe, immer wieder. Ich habe ihn nicht verstanden, als es los ging. Ich habe ihn nicht verstanden, als es zwischendurch hieß "Jetzt aber!" und ich verstehe ihn heute nicht. Sicher mag es Menschen geben, die über diese Plattform konstruktiv kommunizieren – ich gehöre nicht dazu. Und ich kann auch die Vergleiche mit anderen Social Media Plattformen nicht nachvollziehen. Nein, Google+ ist nicht das neue Facebook und wird das auch niemals sein. Es ist ein komplett anderes Netzwerk und funktioniert trotzdem oder deswegen nicht. Jedenfalls nicht für mich.

6. Wie lässt sich der digitale Graben überwinden?

Schwierige Frage. Manche Menschen kann eins zu ihrem Glück ja auch nicht zwingen...  Im Ernst: Ich habe keine Ahnung. Das muss natürlich in der Schule anfangen. "Computerräume", wie es sie zu meiner Zeit gab und in denen man höchstens zwei Stunden pro Woche verbrachte, sind hoffentlich nicht mehr existent. Laptops für alle Schüler_innen, finanziert von Bund und Ländern wären schon einmal eine gute Voraussetzung. Dazu kommt dieses schreckliche Wort "Medienkompetenz": Schulen sollten sich Expert_innen einladen, die den Eltern die Angst nehmen und den Schüler_innen beibringen, wie eins sich sicher und kompetent im Netz bewegt. Und: Was es für Möglichkeiten gibt! In einigen Schulen passiert das auch schon, aber leider nicht in allen. Und wie ich im eigenen Freundeskreis und vom Mann mitkriege, heißt "ein_e junge_r Lehrer_in" noch lange nicht, dass sie_er sich auch automatisch im Netz auskennen.
Andererseits gibt es auch in meinem Alter und darüber hinaus viel mehr Menschen als eins glaubt, die nie oder sehr selten im Netz sind. Die mit einer "Familien-E-Mail-Adresse" zufrieden sind und einfach keine Lust haben, sich mit digitalen Medien auseinander zu setzen, aus welchen Gründen auch immer (Überzeugung, keine Motivation, Desinteresse, Angst...). Wie wir die auf unsere Seite ziehen? Tja. Das wüsste ich auch gern.

7. Drei Twitter-Accounts, denen man unbedingt folgen sollte?

Ach, immer dieser Zwang, sich beschränken zu müssen. Drei! Na gut. Für Musik und alles andere im Leben: @shehadistan (& @sassyheng – ich kann nicht anders, sie muss hier rein). Für die feministische Superpower: @miinaaa (@fraeulein_tessa – wie gesagt, drei fällt mir schwer). Für den Fun: @nnamrreherdna

8. Das beste Buch über das Digitale, das du je gelesen hast?

Den Yahoo Style Guide verehre ich ein bisschen. Ansonsten lese ich eher Bücher über wichtige Dinge. Wie die Liebe, Drogen und Abstürze.

9. Hast du eine anonyme Alternativ-Identität im Netz?

Und wenn, würde ich sie hier nicht verraten.

10. Welchen Twitter-Crush würdest du gerne mal kennenlernen?     

Die meisten Twitter-Crushes habe ich glücklicherweise schon kennenlernen dürfen. Aber es kommen immer neue dazu – manchmal verliebe ich mich so flott, so schnell kann eins gar nicht gucken.

Es gilt wie immer: Wer mitmachen möchte, tue dies ohne aufgefordert sein zu müssen. Interessieren würden mich u.a. die Antworten von Nadia, Anne und der Textzicke.

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