2013-10-18

20 DINGE ÜBER MICH – ODER: HILFE, DIESER GRUPPENZWANG

Erst dachte ich: Ach nee, also, das haben jetzt aber schon ganz schön viele gemacht, da kannst du nicht auch noch kommen. Die anderen Kinder lachen doch auch, wenn du jetzt völlig hinterher bist. Dann dachte ich: Egal! Nachdem ich viele tolle "20 Fakten über mich"-Posts [zum Beispiel das von Anne] gelesen habe, hat es mich plötzlich auch in den Fingern gejuckt [Opas Blog hat eine schöne Aufzählung von ganz vielen Posts]. Menschen, die mich gut kennen, mir also vielleicht auch in diesem "Real Life" begegnet sind, mögen einige Dinge schon kennen. Sie mögen es mir verzeihen. Los geht's!

1. Ich habe den grünen Gurt in Karate. Na gut, ich habe die Prüfung irgendwann in meiner frühen Jugend gemacht und danach sofort aufgehört. Aber soweit ich weiß, kann einer so ein Gürtel nicht wieder aberkannt werden. Eigentlich wollte ich schon vorher aufhören, aber meine Eltern bestanden darauf, dass ich zumindest noch die Prüfung machte (wahrscheinlich mit der Hoffnung, ich wäre dann neu motiviert). Ich schloss die Prüfung als Beste ab und erzählte meinem Trainer im Anschluss freudestrahlend, dass ich ab Montag nicht mehr zum Training kommen würde. Die Urkunde zur Prüfung besitze ich noch heute – als Beweis, dass ich in einem früheren Leben mal sportlich war.

2. Ich besitze noch ein weiteres Relikt aus meiner Sportlerinnen-Zeit: meine Spitzenschuhe. Ich habe zwölf Jahre Ballett getanzt. Und letztendlich nur damit aufgehört, als mir das erste Mal eine Kniescheibe rausgesprungen ist. Ich bin eine von denen, die nach jedem Tanzfilm sofort wieder anfangen wollen (selbst nach "Black Swan"). Ich liebe diesen Sport. Ansonsten bin ich eher keine Freundin von Selbstkasteiung.

3. Ich war niemals ein Pferdemädchen.

4. Ich liebe Tiere (fast alle, dazu später mehr). Tiere sind einfach süß und auch putzig und interessant. Am liebsten mag ich Nilpferde (das ist ja kein Geheimnis mehr) und unser Kaninchen Heisenberg. Erdmännchen und Präriehunde sind auch toll. Und Meerschweinchen. Mein erstes Meerschweinchen hieß Walter und war das putzigste Meerschweinchen von allen. Als Walter einzog, war ich zwölf und erzählte am nächsten Tag meiner besten Freundin in der Straßenbahn, dass ich nun einen neuen Freund hätte und er hieße Walter. Den Blick hätte ich gerne eingerahmt.

5. Ich bin eine Mäkeltante. Wenn mich Menschen fragen, ob es etwas gibt, dass ich nicht mag, maile ich ihnen eine Liste der Dinge, die ich mag. Problem: Ich probiere selten, sondern schließe kategorisch Dinge aus. Pellkartoffeln? Stinken zu sehr. Rosenkohl? Mag mein Vater ja auch nicht. Aber es wird besser. Seitdem der Mann für mich kocht, muss ich ab und an Dinge probieren, die ich vorher ausgeschlossen habe oder nicht einmal kannte. Und seitdem? Hallo Zucchini, hallo Falafel, hallo Curry!

6.  Ich besitze 19 Armbanduhren. Das hat keinen absonderlichen Grund. Ich mag Uhren einfach.

7. Ich kann singen. Und es fällt mir schwer, dass so zu sagen. Ja, ich kann singen. Weil ich immer das Gefühl habe, in Zeiten von DSDS und anderen Castingshows denke mein Gegenüber bei dem Satz immer: "Ja, das glaubt sie zumindest." Aber ich meine beurteilen zu können, dass sich das gut anhört. Ich beweise das auch. Aber nur in kleinsten Kleinrunden und mit Alkohol im Blut. Oder beim Karaoke.

8. Ich bin immer zu früh dran. Ich hasse es, wenn Menschen zu spät zu einer Verabredung haben. Außer, sie haben triftige Gründe (ich entscheide, was triftig ist). Deshalb bin ich selbst immer zu früh und muss dann noch länger warten, wenn jemand zu spät kommt. Ein schlimmes Schicksal.

9. Ich habe meine Frauenärztin mal voller Sorge gefragt, ob in mich überhaupt so ein Baby reinpasst und ob es dann auch sehr klein werden wird. Da meine damalige Frauenärztin super war, konnte sie mir alle Sorgen nehmen.

10. Im Sexualkundeunterricht habe ich die Lehrerin gefragt, ob alte Menschen auch Sex haben. Mich hat am meisten interessiert, ob das technisch ab einem Alter von etwa 50 noch möglich ist. Ist es, hat sie gesagt. Sie musste es wissen, sie war über 50.

11. Wenn ich das Haus verlasse, kontrolliere ich folgende Dinge: Ist die Tür des Kühlschranks zu? Ist der Herd aus? Ist der Föhn aus der Steckdose raus? Habe ich richtig abgeschlossen? In dieser Reihenfolge. Niemand kann mich davon abhalten.

12. Als Kind habe ich eine Zeitlang sehr oft von einem Mann geträumt, der unter meinem Schreibtisch sitzt und aussieht wie Pan Tau. Er konnte nicht reden und nur ich habe ihn gesehen. Ich habe das Bild heute noch exakt vor Augen. Damals hat es mir sehr viel Angst eingejagt.

13. Ich hasse Schmetterlinge.

14. Ich gehe sehr gerne auf Konzerte – auch wenn ich nichts sehen kann. Seitdem ich mal auf einem Festival von den Schultern eines sehr großen Typen gefallen bin, weil er einfach umgekippt ist (alkoholische Gründe), traue ich mich nicht mehr, bei irgendwem auf den Schultern zu sitzen. Das macht aber auch nichts. Stimmung und Tanzen geht auch ohne die Künstler_innen zu sehen.

15. Ich gehe gern in Museen und höre anderen dabei zu, wie sie Bilder analysieren oder ihrer Begleitung erzählen, was dieses Bild zu sagen habe. Ich liebe das! Vor allem, um mich danach darüber zu amüsieren.

16. Ich halte absolut nichts von Hochseilgärten. Hochseilgärten sind böse. Und hoch. Und das ist das größere Problem.

17. Ich bin weder getauft noch gläubig. Meine Mutter mochte den Pastor nicht, der mich hätte taufen sollen und hat dann beschlossen, dass ihre Kinder das selbst entscheiden dürfen. Ich wollte nicht. Trotzdem interessiere ich mich sehr für Religion und religiöse Architektur. Im Urlaub ist kein heiliges Gebäude vor mir sicher. Ich habe sogar die Bibel und den Koran gelesen. Weil ich verstehen wollte.

18. Ich wollte eigentlich immer Möbelpackerin werden. Hat dann aus Gründen doch nicht geklappt.

19. Ich habe immer lackierte Nägel. Nur in tragischen Ausnahmefällen kann es passieren, dass meine Nägel kurzzeitig nicht lackiert sind. Nägel lackieren entspannt mich.

20. Ich besitze acht analoge Kameras, von denen etwa drei vernünftig funktionieren. Die anderen stehen entweder herum und sehen hübsch aus oder werden von mir auseinander genommen. Die Begeisterung dafür haben mir meine Opas mitgegeben – ich bin schon als Sechsjährige mit einer Kamera herumgelaufen und habe gute Bildausschnitte und Motive gesucht.

(21. Ich wechsele sehr gerne die Haarfarbe. Und die Brille.)

So sieht's aus. Und da ja sowieso alle mitmachen dürfen, die wollen. Werfe ich das "Stöckchen" (was für ein schreckliches, schreckliches Wort) nicht weiter. Fühlt euch einfach alle angesprochen!

Kommentare:

  1. Pellkartoffeln stinken?! Das ist interessant ;o)

    Ich trau mich gar nicht, dieses "Stöckchen" auch aufzugreifen...

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  2. Walter & Heisenberg?! Warst du an der Namensgebung der Charaktere in Breaking Bad beteiligt ;)

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    1. Haha! Das ist mir auch erst nach deinem Kommentar so richtig aufgefallen. Heisenberg ist natürlich schon eine Anlehnung an Breaking Bad. Aber auch an den berühmten Physiker. Und Walter habe ich damals nicht selbst ausgesucht - an seinem Stall hing ein Zettel, auf dem stand "Ich heiße Walter". Also habe ich ihn so genannt, wenn er das so wollte (ich nehme an, die wirkliche Namensgeberin war meine Mutter).

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  3. Hallo Ninia!

    Erst einmal möchte ich sagen, dass ich sehr gerne bei dir mitlese und dass ich auch diese Liste sehr interessant fand (egal, ob Gott und die Welt sowas schon vorher mal gemacht haben).

    Ich würde gerne eine Frage zu Punkt 14 stellen, wenn ich darf. Und zwar würde mich interessieren, ob es auf Konzerten keine Probleme mit den umstehenden Menschen gibt. Ich selbst bin nun kein besonders eifriger Konzertgänger, aber ich habe zunehmend das Gefühl, dass immer weniger Menschen bei solchen Veranstaltungen darauf aufpassen, was um sie herum vor sich geht. Nun gehöre ich (zwei Meter groß und leider fast den gleichen Körperumfang, ähem) nicht zu denjenigen, die man leicht über den Haufen rennen kann, aber trotzdem empfinde ich das als sehr unangenehm.

    Wie empfindest du das?

    Liebe Grüße
    Michael

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    1. Lieber Michael,

      große Menschenmengen stressen mich fast immer. Da ich dann auf die Orientierung durch andere angewiesen bin und (Verzeihung) lauter Ärsche im Gesicht habe. Das kann manchmal sehr anstrengend sein. Auf Konzerten geht das. Ich gehe nie nach vorne oder mitten in die Menge, sondern suche mir Plätze am Rand oder wo ich erhöht stehen kann. Ansonsten sorgen meine Freundinnen um mich herum dafür, dass es mir gut geht. Allerdings mache ich auch überwiegend positive Erfahrungen. Ich bin durch die Größe schon wieder so auffällig, dass Menschen eher Rücksicht nehmen :).

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    2. Hallo Ninia,

      Freut mich, dass du positive Erfahrungen in dieser Beziehung machst. Und vielen Dank für deine Antwort :-)!

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  4. Nummer Fünf und Acht finde ich sehr sympathisch. Geht mir auch so. Und mit 17 kann ich mich auch identifizieren. Mäkelige Grüße!

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  5. Gut, dass du mitgemacht hast, ich finde deine Fakten höchst amüsant! :)

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  6. Ich dachte, ich könnte nichts neues mehr lernen... aber das mit Karate wusste ich tatsächlich noch nicht!

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  7. Find ich alles top. Bist gebongt :)

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  8. Hey Ninia,

    echt interesante Liste! Ich habe mich jetzt tatsächlich mal angesprochen gefühlt und meine eigene Liste erstellt: http://nur-miria.blogspot.de/2013/10/20-dinge-uber-mich.html

    Viel Spaß beim lesen und liebe Grüße,
    Miria

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