2013-09-08

SCHLAG DEN RAAB. ODER: DIE MILEY CYRUS FREAK SHOW.

Liebe Miley Cyrus, lieber Stefan Raab, liebe Produktionsverantwortlichen von Brainpool,

ich schaue gerne "Schlag den Raab". Auch wenn die gestrige Sendung nicht zu den Spannungshöhepunkten der Fernsehunterhaltung zählte, ist das für mich, den Mann und Freund_innen eine Art Ritual. Wir kaufen leckere Dinge, trinken alkoholische Getränke und schauen uns die Sendung bis in die Nacht an. So auch gestern.
Und dann sitze ich vorm Fernseher, bin schon fast im Halbsschlaf, als Miley kommt.

Wir haben das Jahr 2013 und im Fernsehen tritt eine US-amerikanische Sängerin in Begleitung einer Band aus kleinwüchsigen Menschen auf, die auch noch nur so tun dürfen, als musizierten sie wirklich. Sie sind niedlich zurecht gemacht, sitzen an ihren klitzekleinen Zwergeninstrumenten oder tanzen in silbrig-glänzender Leggins vor der riesenhaft erscheinenden Miley herum. Und ich sitze vorm Fernseher und bin fucking sprachlos. Was, zur Hölle, soll das? Waren wir nicht letztens noch überrascht, dass es in den 90ern noch eine "Liliputaner-Stadt" im rheinland-pfälzischen Hassloch gab? Ist das, was da gestern Abend im Fernsehen passierte, etwas anderes?

Was passiert in den Köpfen der Menschen, die so eine Show planen und einen Auftritt wie diesen durchwinken? Denkt Miley Cyrus an Lady Gaga, die mit ihrem Auftritt im Rollstuhl zwar viel Kritik, aber auch eben auch viel Aufmerksamkeit in den Medien ernten konnte? Soll das in irgendeiner Form "niedlich" oder "lustig" sein? Oder ist es vielleicht das, was sich ProSieben unter "Inklusion" vorstellt? Was auch immer im Vorfeld passiert sein mag: Es war falsch. Und wahrscheinlich ist Miley Cyrus nicht mal Schuld an dem diskriminierenden Desaster, sondern ihre "Berater" und Showverantwortlichen. Der Sender ProSieben schmückt sich mit so vielen besonders tollen sozialen oder umweltfreundlichen Aktionswochen und -tagen. Und dann machen sie alles wieder kaputt, indem sie mir demonstrieren, dass ihnen eigentlich völlig wurscht ist, ob im Rahmen ihres Senders Menschen aufs Übelste diskriminiert werden.

Die "Kleinwüchsigen" (ich schreibe dies in Häkchen, weil ich im Gegensatz zu den anderen vermeiden möchte, dass man Menschen nur über eine bestimmte Eigenschaft definiert) haben das freiwillig gemacht? Herzlichen Glückwunsch. Na, das ist ja was. Sie mussten nicht dazu gezwungen werden – das wäre ja auch noch schöner gewesen! Aber was ist das für ein Bild, das in die Wohnzimmer übertragen wird? Wie wirkt so ein Auftritt vor allem auf die jungen Fans von Miley? Es ist ok, mit behinderten Menschen aufzutreten, so lange sie nur als "Schmuckstück" gelten? Kleine Zwergenmenschen sind superniedlich? Hell no.

Liebe Alle-Verantwortlichen, die in irgendeiner Form mit diesem Auftritt zu tun hatten. Eine Entschuldigung wär cool, macht's aber im Nachhinein auch nicht besser. Besser: Macht so einen Scheiß einfach nie wieder. Denkt ein kleines bisschen weiter als bis zum "Yeah, wir kriegen voll die Publicity"-Moment. Und traut euch, Situationen und Auftritte, die euch schon im Vorfeld "interessant" (O-Ton Steven Gätjens nach Mileys Auftritt) vorkommen, kurz zu hinterfragen.





Gruß

Ninia LaGrande

Kommentare:

  1. Jener Auftritt hat meines Erachtens weder Kleinwüchsige diskriminiert, noch hat er sie in einem schlechten Licht dastehen lassen. Die Resonanz hierzu im Social Web ist zudem durchweg positiver Natur. Der Auftritt hat kleine Menschen in einer großen Show an einem für sie großen Abend in großer Freude gezeigt. Fernab jeglicher Diskriminierung haben sie Spaß gehabt und die Notwendigkeit der Integration solcher Menschen, die bis auf die Körpergröße uns identisch sind, einem Millionenpublikum vor Augen geführt.

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    1. Die Reaktion im Social Web ist absolut nicht durchweg positiver Natur. Wenn man die Kritik nicht sehen will, sieht man sie natürlich auch nicht. "Der Auftritt hat kleine Menschen in einer großen Show an einem für sie großen Abend in großer Freude gezeigt." -> Das hat etwas von "Vorführeffekt", nach dem Motto "endlich durften die kleinen Menschen mal Spaß haben". Diese Art und Weise hat kein Stück mit vernünftiger Integration zu tun, sondern mit "Arroganz" und "Gutmütigkeit" vermeintlich gesunder Menschen, die meinen, den "Kleinwüchsigen" eine Chance geben zu wollen.

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    2. Integrativ wäre es z.B. gewesen, hätte ein einzelner "kleinwüchsiger" Musiker in der Band gleichberechtigt mit den anderen gespielt... und zwar ohne permanent mit der Kamera draufzuhalten in "Boah, kuck mal da!"-Manier. Als wäre es so normal, wie es sein sollte.

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    3. Selten so etwas herablassendes und offenkundig (weiter)diskriminierendes wie den Kommentar von Dieter Rot gelesen.
      Klar Distanz herstellend und absolut gönnerhaft. Ekelhaft.

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  2. Hierzu sollte man mal diejenigen befragen die dort aufgetreten sind bevor hier sich irgendwelche Personen als Retter aufspielen um zu sagen das es diskriminierend und Vorführung ist, aber sowas kann Julia Probst und alle anderen ja sehr gut Kritisch sein und wenn man selbst Kritisch ist gegenüber dieser Person ist möchte eine Julia Probst nichts mehr wissen vom Kritiker und steckt den Kopf in den Sand. Nur Kritik sollte man abkönnen wenn man das nicht kann hat man auf der Politischen Bühne nix zu suchen. Ich möchte auch noch dazu sagen damit es nicht in den falschen Hals gelangt ich selbst bin Schwerhörig und möchte mich nicht von einer Julia Probst oder anderen Personen die meinen man wäre vorgeführt worden bei Veranstaltungen bevormunden lassen.

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    1. Ich spiele mich nicht als Retterin auf, sondern beschwere mich nur über die Darstellung der Behinderten als "Schmuckstücke". Ich fühle mich, da ich selbst kleinwüchsig bin, verletzt. Nehme aber keinesfalls in Anspruch, für alle Kleinwüchsigen zu sprechen. Überraschenderweise können die sich alle ihre eigene Meinung bilden. Und wenn Sie Frau Probst etwas sagen möchten , sollten Sie ihr das selbst mitteilen und nicht hier unnötig pöbeln.

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    2. Das ist keine pöbelei sondern Kritik.

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    3. Tendiere ebenso dazu, die Minderwüchsigen selbst zu fragen, wie sie an den Job gekommen sind. Letztlich mag auch der künstlerische Aspekt eine Rolle gespielt haben. Wenn der Künstler "kleine Personen" im Bühnenbild haben will, dann kann er nicht der Gerechtigkeit wegen auch ein paar 2-m-Latten um Mitwirkung bitten.
      Mein minderwüchsiger Freund würde der Kritikerin die Tastatur um die Ohren schlagen, weil er diese Art von Aberkennung seiner Selbstbestimmung erst recht als Diskriminierung empfindet.
      Wenn der Verein der Minderwüchsigen dagegen protestiert, dann - und nur dann - ist das gerechtfertigt und hat meine volle Unterstützung.

      Ach ja, Julia Probst mäkelte doch erst bei einer ARD-Serie (Um Himmels Willen), dass die dort kein "echtes gehörloses Mädchen" haben mitspielen lassen, um eine Gehörlose zu repräsentieren.
      Dort ist es dann auf einmal erwünscht, dass eine Behinderung "echt" sein muss, wenn diese in einem Akt künstlerischer Interpretation dargestellt wird.

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    4. Nur wenn ein Verein gegen Dinge protestiert, erkennen Sie diesen Protest an? Ich würde mich über ein öffentliches Statement der Künstler_innen freuen, die dort aufgetreten sind! Außerdem: Eine Rolle in einer TV-Serie unterscheidet sich deutlich von einem Auftritt, indem die Künstler_innen nach nur einem äußerlichen Merkmal ausgesucht wurden.

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    5. Naja, "Verein" ist vielleicht nicht das richtige. Aber ein einzelner Minderwüchsiger kann nicht für alle sprechen, d.h. eine Interessenvertretung sollte es schon sein, aus der hervorgeht, dass sie für die Mehrheit der Betroffenen spricht. Ein öffentliches Statement der Künstler/innen wäre wirklich gut dazu.

      Auch eine TV-Serie ist unter dem künstlerischen Aspekt zu betrachten. Wenn es der Regisseur so will, dass eine Behinderung von Nichtbehinderten dargestellt wird, ist es die künstlerische Freiheit, die das Risiko in Kauf nehmen muss, nicht authentisch zu wirken oder eben Empörung zu erzeugen (wobei die TV-Serie wohl nicht den Ansprüchen genügt, Empörung etwa absichtlich erzeugen zu wollen ;-)

      Besagte TV-Serie tat aber auch gut daran, eine Nichtbehinderte auszuwählen, weil genau das verdeutlicht, wie Nichtbehinderte die Rolle der Gehörlosen wahrnehmen und wiederzugeben versuchen.
      Ein besseres Beispiel kann es nicht als Vorlage geben, um mit Menschen in Kontakt zu treten und denen zu sagen, die Gehörlose aus der Serie entspricht aus diesen und jenen Gründen eben nicht einer "echten" Gehörlosen. Nur durch kommunizierte Differenzierung nähert man sich einander an.

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    6. Ich nehme an keiner Stelle für mich in Anspruch, für "alle" Behinderten zu sprechen. Und: Die Darstellung von Behinderten in TV-Serien und Filmen ist eine ganz andere Diskussion, die nicht an dieser Stelle geklärt werden sollte.

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    7. Übrigens möchte ich auf meinem Blog nicht noch einmal das Wort "Minderwüchsiger" lesen.

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  3. Dass die Integration selbstverständlich an wesentlich wichtigeren Punkten als an einer Musik-Performance ansetzen muss, ist klar. Doch hat der Auftritt meiner Meinung nach auf einfache Art und Weise den Zuschauern vor Augen geführt, dass durch Spaß, Freude, Tanz und Musik ein Miteinander mit Kleinwüchsigen eine tolle Sache darstellt. Der Song hieß "We Can't Stop" und kann als Ausdruck für den ungebremsten Tatendrang all jener Kleinwüchsigen angesehen werden, die sich auf Grund ihrer Körpergröße dennoch genauso groß fühlen wie der Rest. Eine Performance à la " I'm a big big girl in a big big world" wäre hier selbstverständlich anders zu bewerten. Zumindest in meinen Augen. Alles entspricht nur meiner Meinung und soll in keinster Weise arrogant oder diskriminierend wirken.

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    1. Ich kann Ihre Sichtweise nachvollziehen und freue mich, dass Sie sich offenbar über das Thema Gedanken machen! Wenn ich Sie richtig verstehe, interpretieren Sie Miley Cyrus´ Auftritt als eine Art Appell: "Schaut, auch Kleinwüchsige können Spaß haben!". Diesen bewerten sie positiv in der Hinsicht, dass er Vorurteile abbaut von Menschen, die denken, Kleinwüchsige (oder allgemein Menschen mit Behinderung) seien zu schlechter Laune verurteilt. Bitte korrigieren Sie mich, wenn ich Sie falsch verstanden habe!

      Meiner Ansicht nach wirkt der Appell "Schaut, auch Menschen mit Behinderung können Spaß haben!" gar nicht so lobenswert, wie er vielleicht auf den ersten Blick wirken mag. Ich glaube vielmehr, er hat das Potential, Menschen mit Behinderung weiter zu segregieren. Indem nämlich ein Verhalten, das für gewöhnlich keiner Erwähnung bedarf (nämlich das stinknormale Verhalten, ab und zu Freude zu empfinden und Spaß zu haben), für Menschen mit Behinderung als Besonderheit hervorgehoben wird. Wie abstrus und vielleicht auch verletzend das auf die Betroffenen wirken kann, kann vielleicht mit folgendes Gedankenexperiment verdeutlichen: Bitte stellen Sie sich vor, sie freuen sich über etwas, über das man sich üblicherweise freut. Ein Geschenk oder so. Und die Reaktion der Umwelt ist: "Oh! Seht mal: Er kann sich also doch freuen!" ... Was ginge da in Ihnen vor?

      Viele Grüße
      Kiwi Bergamotte

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  4. Der Einsatz von Minderheiten als Bühnendekoration gehört bei Miley Cyrus zur Zeit offenbar zwingend dazu, siehe auch dieser Kommentar zu ihrem VMA-Auftritt: http://groupthink.jezebel.com/solidarity-is-for-miley-cyrus-1203666732

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  5. Ich sehe das genauso wie Frau LaGrande. Die Musiker wurden nicht nach ihren Fähigkeiten ausgesucht, sondern aufgrund nur einen Merkmales, ihrer Kleinwüchsigkeit, zusammengestellt. Das macht sie nicht "normal", das hebt im Gegenteil genau dieses eine Merkmal in den Vordergrund, der Mensch mit seinen Talenten ist vollkommen unwichtig, wichtig ist nur dieses Merkmal, das hier ausgestellt wird. Und ich mag es überhaupt nicht, wenn hier in den Kommentaren von "kleinen Menschen", die Rede ist, mit ein "kleiner Mensch", wird immer ein Kind angekündigt. Ein Mensch hat eine Körpergröße und die hat nichts mit seiner menschlichen Größe zu tun. Der Gedanke, dass es irgendwie gut sein könnte, öffentlich zu zeigen, dass ein kleinwüchsiger Mensch ebenso in der Lage ist, Spaß zu haben, wie ein größer gewachsener, ist so bescheuert, dass mir nichts mehr dazu einfällt. In einem bin ich mit Frau LaGrande nicht gleicher Meinung. Miley Cyrus ist das wohl anzukreiden, auch wenn das vielleicht nicht ihre Idee war. Das ist ihre Show und sie ist dafür verantwortlich, an allererster Stelle.

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    1. Woher wollen Sie das wissen? Möglicherweise wurden verschiedene Bands gecasted und dann wurde diese gefunden?

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  6. "Der Gedanke, dass es irgendwie gut sein könnte, öffentlich zu zeigen, dass ein kleinwüchsiger Mensch ebenso in der Lage ist, Spaß zu haben, wie ein größer gewachsener, ist so bescheuert, dass mir nichts mehr dazu einfällt."

    Ich kann schon verstehen, dass viele halt meinen "Oh Gott, so klein sein (keine Beine haben, blind sein, etc. etc.) muss total schrecklich sein! Ich wäre völlig überfordert! Wie soll man Spaß haben, wenn man so beeinträchtigt ist? Mir verdirbt ja schon ein Pickel tagelang die Laune, oder Kopfweh!" - und dass es dann für positiv und aufklärerisch befunden wird, zu zeigen: Seht mal, die können ja doch Spaß haben! Warum das wohl viele Menschen, die mit einer Behinderung leben, als ausgrenzend und verletzend empfinden, ist für manche Nicht-Behinderte gar nicht so leicht nachzuvollziehen. Ich vermute, es fällt ihnen umso leichter, je mehr und je engeren Kontakt sie zu Menschen mit Behinduerung haben: je mehr sie sie in ihrem Alltag erleben und verstehen, was sie wie umtreibt. Da erhoffe ich mir langfristig viel von der schulischen Inklusion, aber auch von Blogs wie diesem hier oder der Öffentlichkeitsarbeit von leidmedien.de und natürlich von persönlichen Gesprächen: Bitte, Leute, Menschen mit und ohne Behinderung, lernt euch gegenseitig kennen, befreundet euch :)!

    LG
    Kiwi Bergamotte

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  7. Moin, ich gebe zu, mich mit "kleinen Menschen" noch nie in meinem Leben auseinandergesetzt zu haben, schlichtweg wegen nicht stattfindender Berührungs- und Kennenlernpunkte. Gelegentlich treffe ich auf kleine Menschen und begegne ihnen, fals sich Berührungspunkte ergeben, genau wie größeren Exemplaren. Die Raab-Show und den Auftritt von Frau Cyrus fand ich allerdings beklemmend. Das hatte was von "Der Elefantenmensch". Die Musiker beherrschten offenkundig ihre zugewiesenen Instrumente nicht im mindesten und stellten lediglich eine niedlich-lächerliche, clowneske Staffage dar. Und das war irgendwie bitter. Der grottige Song konnte darüber zum Glück auch nicht hinwegtäuschen. Ich wünsche mir, das dieser Auftritt gerade durch seine Miserabilität zu mehr Miteinander führt - wie auch immer.

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    1. gute herrausstellung des kritikpunktes, danke

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  8. Für mich liest es sich eher als persönliches Problem. Ich verstehe nicht, was jetzt das Problem sein soll. Der Auftritt war nicht schlecht. Jeder Mensch ist eigenständig und kann machen was er will und andere haben nicht das Recht, über diese zu Urteilen. (Ob dies nun Diskriminierend ist oder nicht.) Zudem kommt es auf die Ausstrahlung draufan und sie haben sich in keiner Weise irgendwie lächerlich gemacht. Anderes Beispiel; wenn sie jetzt nur farbige Menschen genommen hätte, wäre es rassistisch? Wäre demnach Willow auch diskriminierend? Ganz ehrlich viel Hype wegen nichts.

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    1. Wenn die "farbigen" Menschen (ich bleibe hier lieber beim Begirff "People of Color") die Instrumente ebenfalls nicht selbst gespielt hätten und nur ob ihrer Hautfarbe für den Auftritt ausgesucht worden wären, um vorgeführt zu werden - ja, dann wäre das rassistisch. Und natürlich ist jeder Mensch eigenständig! Ich urteile nicht über die Künstler_innen, sondern über das Bild, das m.E. vorgeführt wird.

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  9. Ich finde solche öffentlichen Rückmeldungen gerade bei solchen Themen ziemlich kontraproduktiv. Dies führt doch nur dazu, dass man bei jeder möglichen Interaktionsmöglichkeit mit solchen Menschen (nicht falsch verstehen) fast panisch nichts Falsches machen will und somit (übertrieben gesagt) lieber das Weite sucht um ja nicht als „böser Diskriminierer“ dazustehen. Denn egal was man macht, es kann doch so gedreht werden (Auch wenn man jedem anderen die Tür aufhalten würde, impliziert es hier plötzlich den Gedanken dass der andere es ohne Hilfe nicht schaffen würde [Alles schon erlebt, wenn auch nicht mit Kleinwüchsigen]).

    Zugegeben, bei dem Auftritt sind wirklich nicht die Talente der Nebendarsteller das Thema, sondern sie stellen lediglich ein Bühnenbild dar, irgendwelche andere Interpretationsversuche erspare ich mir jetzt mal. Das finde ich auch nicht gut, aber so ist das im Showbiz halt. Wenn da jetzt 10 gleichaussehende Wasserstoffblondinen an den Instrumenten hantiert hätten wäre dies auch ok gewesen, oder? Also darf man „normale“ Menschen als „Schmuckstücke“ ausstellen, aber ja niemanden mit einer Behinderung *hust*…

    Das werden vermutlich „Entertainer“ sein welche sich den Lebensunterhalt mit solchen Auftritten verdienen oder dies als Hobby ausüben. Und mir fällt kein Grund ein dies jemandem zu verbieten oder schlecht zu finden. Man muss es ja nicht mögen (Ich fand den Auftritt im Allgemeinen schrecklich) aber leben und leben lassen…

    Ps. Sollte irgendwas vom obenstehenden abwertend o.ä. gewertet werden können: Dies ist nicht der Fall/die Absicht.

    Gruss Sepp

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    1. "Ich finde solche öffentlichen Rückmeldungen gerade bei solchen Themen ziemlich kontraproduktiv. Dies führt doch nur dazu, dass man bei jeder möglichen Interaktionsmöglichkeit mit solchen Menschen (nicht falsch verstehen) fast panisch nichts Falsches machen will"

      Leider ist es so, dass Menschen ohne Behinderung im Umgang mit Menschen mit Behinderung sehr oft in Fettnäpfchen treten, ohne es zu bemerken. Kritik wie die von Ninja schafft dafür ein Bewusstsein. Natürlich fühlen sich viele dadurch erstmal verunsichert. Man merkt vielleicht: "Oh, so wie ich mich bisher verhalten habe, war es nicht optimal". Wo man vorher in Fettnäpfchen getreten ist, ohne es zu bemerken, bemerkt man es jetzt plötzlich. Das fühlt sich natürlich kacke an. Und man wittert in gesteigerter Sensibilität vielleicht Fettnäpfchen, wo gar keine sind. Dann fühlt man sich noch blöder, das ist ja die totale Verunsicherung! Es ist so ähnlich, wie sich im Ausland an die dortigen Gebräuche zu gewöhnen. Zuerst hat man vielleicht Angst, die einheimische Bevölkerung ständig unbewusst zu brüskieren, aber das gibt sich, wenn man offen bleibt. Irgenwann tritt man, ohne darüber nachzudenken, nur noch sehr selten in ein Fettnäpfchen. Bis dahin ist es ein Lernprozess, der bestimmt nicht einfach ist.

      "Denn egal was man macht, es kann doch so gedreht werden (Auch wenn man jedem anderen die Tür aufhalten würde, impliziert es hier plötzlich den Gedanken dass der andere es ohne Hilfe nicht schaffen würde [Alles schon erlebt, wenn auch nicht mit Kleinwüchsigen]"

      Dass manche Menschen (mit und ohne Behinderung) pissig reagieren, wenn ihnen Hilfe angeboten wird, die sie nicht benötigen, habe ich auch schon erlebt. Das führt dazu, dass viele ihre Hilfe später dort, wo sie nötig wäre, auch nicht mehr anbieten. Bitte, liebe hilfsbereite Leute mit und ohne Behinderung, lasst euch von solchen Reaktionen nicht abschrecken! Es wäre doch schade, wenn ihr dem Dritten, der sich über eure Hilfe freuen würde, keine Hilfe anbietet, weil euch davor zwei andere Menschen blöd angeredet haben. Und, bitte liebe Leute, denen euch oft Hilfe angeboten wird, die ihr nicht benötigt: Sagt freundlich "Nein, danke, das geht schon" - auch wenn es schwer fällt, das acht Mal am Tag zu sagen.

      Viele Grüße
      Kiwi Bergamotte

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  10. Allein der Umstand dass über den Auftritt dieser Leute diskutiert wird ist diskriminierend.

    Alles andere ist hanebüchen.

    Schließlich sind es mündige Bürger und die sollen tun und lassen was sie wollen.

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    1. Wenn ich Ninja richtig verstanden habe, kritisiert sie nicht die Tänzer für ihren Auftritt, sondern den Sender, der für Menschen mit Behinderung wohl bestimmte Rollen vorsieht (hier: Staffage). Es ist höchstwahrscheinlich eben nicht so, dass Menschen mit Behinderung bei Pro Sieben und den meisten anderen Sendern tun und lassen können, was sie wollen. Sonst gäbe es mehr Moderatoren etc., deren Körper nicht der Norm entspricht.

      Gruß
      Kiwi Bergamotte

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  11. Ich habe selten so etwas Dummes gelesen! Hätten Sie jemals mit Behinderten zusammen gearbeitet, wüssten Sie, dass es genau diese Einstellung ist, die diesen Menschen am meisten zu schaffen macht. Menschen mit einer Behinderung lernen sehr schnell mit ihren Defiziten umzugehen, wesentlich schneller sogar als ihr Umfeld.
    Ich habe sehr lange mit geistig, sowie körperlich behinderten Menschen zusammengearbeitet. Ein Umgang, der mich bis heute tief geprägt und unheimlich beeindruckt hat. Und ich kann Ihnen versichern, dass keiner meiner Clienten eine Sekunde gezögert hätte, dürften Sie mit Miley Cyrus auf der Bühne stehen. Im Gegenteil, z.T. sind das richtig kleine Rampensäue.
    Ich mache Ihnen nur bedingt einen Vorwurf, schliesslich haben sie gehandelt, wie ein Grossteil der Gesellschaft gehandelt hätte. Der einzig ehrliche Grund, warum wir solche Auftritte missbilligen, ist, dass wir es selbst nicht ertragen, wenn Menschen, denen es "offensichtlich" schlechter geht, so "vorgeführt" werden. Ich kann Ihnen jedoch versichern, diese Menschen geht es höchstens schlechter in dem Moment, in dem wir sie an ihre Behinderung erinnern und sie auf diese reduzieren. Mileys Bühne war auf keinen Fall zu gross für die Kleinen!
    Es mag schwierig zu verstehen sein für uns "Normale", jedoch Behinderte teilen die gleichen Freuden und Leiden, wie wir. Ich wage einen etwas absurden Vergleich: Die eigene Behinderung wird vom Betroffenen ungefähr so wargenommen, wie die Problemzonen einer Frau. Wie würden Sie reagieren, wenn man Sie den ganzen Tag auf zu dicke Oberschenkel oder ein zu lange Nase anspricht und darauf reduziert?
    Umso unverständlicher ist es für Behinderte, wenn man ihnen mit einer "Och, du bist aber ein Armer"-Einstellung entgegentritt. Würden wir nur halb so viel Lockerheit und Selbstironie zum Thema Behinderung aufbringen, wie die betroffenen selbst, wäre vielen schon geholfen. Wir degradieren diese Menschen zur Unfähigkeit in dem wir Ihnen Grenzen aufzeigen, die sie selbst noch nicht einmal wahrgenommen haben. So wird die Gesellschaft zur eigentlichen Behinderung.
    In diesem Sinne bin ich sogar froh darüber, dass Miley mit "Kleinwüchsigen" aufgetreten ist. Sie, meine Teuerste, obwohl sie zu glauben in deren Sinn einen Artikel geschrieben zu haben, reduzieren diese Menschen auf ihre "Defizite", nicht Miley!

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    1. Da ich selbst kleinwüchsig bin, habe ich genug Erfahrungen im "darauf reduziert" werden, das können Sie mir glauben, mein Teuerster. Meine Intention war nicht, dass die Künstler_innen nicht hätten auftreten sollen, um Gottes Willen, sondern ich hätte mir gewünscht, dass sie nicht als "Schmuckstück", sondern als richtige Band, die die Instrumente selbst spielt, auftritt.

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    2. Wenn man sie auf Grund der Tatsache, dass sie nicht wirklich musizieren, nicht hätte in die Show einladen sollen, hätte man Mileys Halb-Playback-Gesang auch verbieten lassen sollen, schließlich hat ihre Stimme in dieser Performance lediglich als "Schmuckstück" fungiert.

      Manchmal werden kleine Ungereimtheiten, die sicher hätten besser laufen können, überspitzt dargestellt. Dies ist hier der Fall, zumindest meiner Ansicht nach. Dennoch finde es lobenswert, dass Sie hier Ihre Meinung äußern. Wir machen schließlich nichts anderes.

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    3. Sorry nina, aber ich finde den kommentar oben von michael sehr gelungen. ich habe im grossen und ganzen das selbe gedacht. ich finde ehrlich gesagt auch deine antwort äusserst fragwürdig. ich kann mir vorstellen dass du aufgrund deiner kleinwüchsigkeit viele negative erfahrungen gemacht hast, aber das hier quasi als argument fürs besserwissen zu deklarieren finde ich beinahe verwerflich. und last but no least habe ich jetzt zum vermehrten mal gelesen, dass die band deiner meinung nach als "schmuckstück" von miley aufgetreten ist. ich frage mich wieso du trotz der weitläufig gegenteiligen meinung im netzt nicht erkennst, dass die mehrheit der zuschauer das überhaupt gar nicht so wahrgenommen hat. vielleicht hat DAS ja etwas mit deiner kleinwüchsigkeit zu tun.

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  12. Hallo Herr Vetterli,

    ProSieben resummiert so: "Das Urteil vieler Fans war eindeutig: Gelungener Auftritt mit skurrilen Show-Elementen." Aus dem Kontext, der betont, wie relativ unspektakulär der Auftritt abgesehen von der körperlichen Besonderheit der Bandmitglieder verlaufen ist (vgl. www.prosieben.de/stars/news/miley-cyrus-bei-schlag-den-raab-auftritt-brachte-fans-zum-staunen-1.3620325/), geht hervor, dass mit den "skurrilen Showelementen" wohl insbesondere die Bandmitglieder gemeint sind - ohne dass sie irgend etwas Skurriles gemacht haben. Menschen mit Behinderung als "skurrile Showelemente". Ist das nicht eine zweifelhafte Sichtweise, die hier offenbar bestärkt wurde? In meinen Augen entspricht sie genau dem defizitorientierten Denken, gegen das Sie sich so leidenschaftlich aussprechen.

    Gruß
    Frau Bergamotte

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  13. Natürlich war das nur ein weiterer verzweifelter Versuch von Miley Cyrus, einen Skandal zu provozieren und sicher kein Akt der Inklusion. Viel kritikwürdiger als der Provokationsversuch ist aber die Tatsache, dass er so gut funktioniert. Wenn die Band beispielsweise nur aus Afroamerikanern bestanden hätte, wäre das den Leuten wohl nicht einmal aufgefallen - es wäre um die Musik gegangen. Da aber kleinwüchsige Menschen in der Öffentlichkeit fast ausschliesslich in Bezug auf ihre Behinderung in Erscheinung treten, ist fast jeder Auftritt automatisch entweder ein bierernster Beitrag über "ihr schweres Schicksal" (kotz) oder eine herablassende Freakshow.

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  14. Für mich ist jemand, der solche Kommentare wie du, Nina, abgibt, der wahre Diskriminierer. Ich meine, deine Kritik besagt ja genau, dass ein Unterschied gemacht werden soll und dass Kleinwüchsige keine "normalen" Menschen und somit auch keine "normale" Band sind. Ein neutraler Mensch hätte einfach Menschen gesehen die Musik machen, nicht so aber du, Nina. Mit deiner Aussage implizierst du quasi, dass Kleinwüchsige nicht als Band engagiert werden dürfen oder sollen und machst denen damit wohl kaum einen Gefallen - zumal besagte Menschen doch auch nur normal arbeiten wollen!!

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    1. Ich habe die Show als sogenannter "neutraler Mensch" gesehen und fand es wahnsinnig bescheuert. Die "Musiker" haben zum Teil auf Guitar Hero-Spielzeuginstrumenten "gespielt", der Schlagzeuger hat irgendwas, was meilenweit neben dem Takt lag, getrommelt und ausgesehen, als wolle er lieber weg - und das soll ich als normale Band betrachten?
      Im Übrigen rege ich mich über sowas genauso auf, wenn nichtbehinderte Bandmitglieder das tun, denn wenn es schon Playback sein muss, dann macht es wenigstens GUT, verdammt! Oder lasst halt die Musiker weg.
      Dabei muss ich allerdings betonen, dass es nicht die Musiker auf der Bühne sind, die mich aufregen, denn in den meisten Fällen sind das Menschen, die solche Jobs annehmen, um ihre Miete zu bezahlen und es sich nicht leisten können, allzu wählerisch zu sein.

      Aber es kann mir doch nicht ernsthaft einer erzählen, dass die Kleinwüchsigen dort nicht zu Objekten gemacht wurden! Objekte, bei denen die Leute denken "Och wie nieedlich, der/die Kleine (allein diese Bezeichnung!) hat ja so eine Miniminigitarre und wie wiiinzig er/sie aussieht neben Miley!"
      Menschen einfach nur, weil sie eine von der sogenannten "Norm" abweichende Eigenschaft haben, irgendwo als Showelement hinzustellen ist Kacke. Punkt.

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    2. "Im Übrigen rege ich mich über sowas genauso auf, wenn nichtbehinderte Bandmitglieder das tun, denn wenn es schon Playback sein muss, dann macht es wenigstens GUT, verdammt!" & "Menschen einfach nur, weil sie eine von der sogenannten "Norm" abweichende Eigenschaft haben, irgendwo als Showelement hinzustellen ist Kacke. Punkt." Genau das. Danke!

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  15. http://rollingplanet.net/2013/09/11/miley-cyrus-so-nackt-wie-noch-nie-aber-was-ist-mit-den-kleinwuechsigen/

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  16. Natürlich war der Auftritt als Skandal geplant - ich wundere mich, wie man das anders sehen kann. Wer es nicht mitbekomen hat: Derzeit hat es Miley auf Provokation angelegt - siehe auch das neue Video, in dem sie nackt auf einer Abrissbirne reitet (!!!). Dass sie bei S. Raab einen mutigen Beitrag zur Inklusion Behinderter in Deutschland leisten wollte, das kann man bei ihr getrost ausschließen.
    Soweit ich das erkennen konnte, ist sie weder vorher noch nachher mit dieser "Band" aufgetreten, die Mitglieder wurden also speziell für diese eine Sendung gecastet. Wahrscheinlich haben ihr ihre Berater gesagt, dass sie in Deutschland mit der öffentlich zur Schau gestellten sexuellen Belästigung von traurig dreinblickenden Teddybären kaum jemanden hinter dem Ofen hervorlocken kann, vielleicht aber mit öffentlich zur Schau gestellten Behinderten.
    Wenn die Band live gespielt hätte, hätte das tatsächlich einen großen Unterschied gemacht, denn so hätte der Auftritt die Botschaft vermittelt: "Seht her, wir haben was drauf, wir sind talentierte Musiker." So aber war der einzige Grund, warum sie auf der Bühne standen, ihre Behinderung. Und ja, das ist im Endeffekt die gleiche Herabwürdigung und Objektifizierung von Menschen wie sie in unzähligen Musikvideos mit Bikini-Models betrieben wird - nur an die haben wir uns schon längst gewöhnt. Dass sich die Kleinwüchsigen, die mit Miley auf der Raab-Bühne standen, dafür hergegeben haben, war natürlich deren ganz bewusste Entscheidung - umso trauriger macht es mich aber.
    Ich kann überhaupt nicht erkennen, dass der "Provokationsversuch so gut funktioniert". Man sehe sich die ersten Google-Trefferseiten an, wenn man die entsprechenden Stichworte eingibt: Da ist fast ausschließlich von "handzahm" und "skandalfrei" die Rede (mit einem nicht zu überhörenden enttäuschten Unterton). Und das ist für mich der eigentliche Skandal bei der ganzen Sache.

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    1. Die eigentliche Frage, die sich mir stellt, ist die, ob alle Teilnehmenden bei der Rekrutierung und Vertragsunterschrift wirklich urteilsfähig waren. Wären die Teilnehmer der Show allesamt urteilsfähig im umfassenden Sinn, und wären wir eine vorurteilsfreie Gesellschaft, dann wäre alles in Butter. Da für Zweifel an Freiwilligkeit in Teilnahme und Urteilsfähigkeit kein offensichtlicher Grund besteht, fragt es sich eher, was hier geschrieben wird, oder, an was wirklich gezweifelt bzw. woran gelitten wird.

      Ich habe selbst auch ein (sichtbares) Handicap (Amputation Unterarm), das medial kaum je eine "adäquate" Darstellung oder Inklusion erfährt. Es gibt für Amputierte eigene Hollywoodagenturen, und von den paar Kontakten, die ich via Supportforen habe, besteht keinerlei Zweifel daran, dass die Teilnehmer da zwar ausserordentlich gern im Rampenlicht stehen, aber absolut urteilsfähig sind und das aus mehr als freien Stücken tun, was sie da tun.

      Sehe ich dann irgendetwas in Filmen oder auch Werbungen, wo die für Firmen auftreten, das sie als Schauspieler dann aufführen bzw. tun, darstellen oder spielen, ist es durchaus möglich, dass ich mich ärgere und denke, muss das sein. Ich selbst führe dies aber auf ein Fremdschämen (vicarious embarrassment) zurück. Das Gefühl ist mein Problem, nicht ihres. Die drehen einfach ihr Ding. Dürfen sie nicht nur, sollen sie auch. Niemand ist wegen eines Handicaps automatisch Vertreter aller Personen mit diesem Handicap, ausser vielleicht es handelt sich um Vertreter einer Behindertenorganisation - und solange da keine Vertretung besteht, ist sie auch nicht einforderbar, es sei denn, wir stellen die freie Gesellschaft in Abrede.

      Vielleicht könnte man diese Leute mal einfach ihr Ding drehen lassen, so schwer es einem auch fallen mag.

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  17. Es scheint mir, als hätte es sich Miley Cyrus zur Aufgabe gemacht in jedes Fettnäpfchen zu treten, dass sich ihr bietet. Vom geschmacklosen VMA Auftritt bis zum neuen Video (link) und jetzt das. Es sei dahin gestellt ob es ihre Idee oder die der Show Verantwortlichen war. Aber spätestens sie hätte sagen sollen "nein das mache ich nicht". Von Raab bin ich dagegen nicht überrascht. Der lebt ja davon sich über andere lustig zu machen...

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  18. Was für ein Shitstorm zur Rechtfertigung dieser Bloßstellung von Kleinwüchsigen. Habt Ihr euch alle schön amüsiert, ja? Das war die reinste Freakshow - skuril und denunzierend zugleich. Man muss schon sehr polemisch veranlagt sein, um in diesem Zusamenhang von einer Abrede der freien Gesellschaft zu sprechen. Mit diesem Argument lässt sich so ziemlich alles rechtfertigen. Aber bei Zwergenwerfen ist dann die moralische Grenze des Erlaubten überschritten, ne? Ich stelle fest, diese freie Gesellschaft bewegt sich zunehmend auf dem schmalen Grat der Gleichgültigkeit. Hier geht es nicht um Freigeistigkeit oder Selbstbestimmung (in diesem Fall von kleinwüchsigen Mitmenschen) und schon gar nicht um Inklusion. Diese Aufführung kam einer Vorführung gleich. Der Act sollte polarisieren, einen Kontrast herstellen.
    Robin bringt es i.Sa. Inklusion in seinem Beitrag weiter oben kurz und knackig auf den Punkt. Ninia danke ich für den Mut dieses Thema zu Veröffentlichen und Farbe zu bekennen.

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  19. Mich regt gar nicht so sehr der total beschissene und das Thema Inklusion in das Dunkle Zeitalter zurückversetzende Auftritt auf. Das war so geplant und die Planer bekommen gerade was sie wollen. Aufmerksamkeit! So richtig ekelhaft finde ich allerdings die Menschen die das als der Guten Sache dienlich empfinden und dafür mit Nachdruck einstehen. Da sollte man einfach mal auf sein Herz hören. Ich habe eingeschaltet, durchgezappt und mir lief es eiskalt den Rücken runter als ich das gesehen habe. Mit Abscheu als ersten Impuls den TV ausgemacht.

    Gruß
    Kerstin

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  20. Die Darstellung der kleinwüchsigen Menschen bei besagtem Auftritt ist herablassend und zur Schau stellend. Das hat nix mit Integration und schon gar nichts mit Inklusion zu tun.

    Ich frage mich nur, aus welchen Gründen die Leute da mitgemacht haben und ob sie annähernd in Erwägung gezogen haben, dass sie durch ihre Teilnahme an dieser Show nicht nur sich selbst darstellen, sondern eine ganze Gruppe von Menschen repräsentieren, deren Wahrnehmung durch das Publikum durch diesen Auftritt möglicherweise beeinflusst wird. Ich finde das beinahe schon entwürdigend, die Menschen dort so verniedlichend darzustellen.

    Habe auch den oben von dir verlinkten Artikel über die Liliputanerstadt gelesen, Ninia, und war ehrlich geschockt. Hätte sowas nicht für möglich gehalten. Der Pro7-Auftritt geht eindeutig in dieselbe Richtung.

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