2013-06-21

BITTE KLICKEN SIE AUCH HIER! Teil III

Vor einiger Zeit startete ich den ersten Teil meiner Linktipps und versprach regelmäßig weiter zu machen. Das ist nun der Fall. Es geht weiter. Falls jemand wissen möchte, woher ich den guten Stuff kriege: Die meisten interessanten Artikel werden mir via Twitter oder quote.fm in die Timeline gespült.

Ach die Kathrin, alles, was sie schreibt, möchte ich am liebsten inhalieren. Und in den letzten Tagen vor allem diesen Text. Das sind Gedanken, die bei mir kommen, wenn ich nach vielen vollgepackten Tagen plötzlich und unerwartet alleine auf dem Sofa sitze und gezwungen bin, nachzudenken. Weil sonst nichts passiert. Und dieses Nachdenken würde ich sehr oft sehr gerne mit "Macht doch wirklich überhaupt nichts" abschließen. 


Über Felix bin ich auf Freidimensional gestoßen und versuche gerade, den gesamten Blog durchzulesen. Das solltet ihr auch tun.


Ada schreibt darüber, dass das mit den erfolgreichen Frauen im Netz keine Liebesgeschichte ist und trifft den Nagel auf den Kopf:



"Ich möchte meine Zeit und Gefühle nicht mehr für Menschen opfern, die mich schlichtweg reduzieren. Menschen, die es nicht schaffen eine Kritik von ihrer persönlichen Befindlichkeitsebene zu abstrahieren, sind keine Gesprächspartner mehr für mich, denn sie hindern mich an meinen eigentlichen persönlichen Zielen und saugen nur Kraft und wertvolle Zeit, die ich lieber aufwenden würde, um mich in meinen Texten und Werken zu verbessern (aber nicht in meiner Weiblichkeit)."

Ich mache mir in letzter Zeit eh viele Gedanken, um Diskussionskultur (on- und offline), Kommentare und Machtverhältnisse. Vor Jahren schrieb ich eine Magisterarbeit in Linguistik über "Konfliktsituationen in Talkshows" und Streitschlichtung und solche Dinge. Und plötzlich wird das Thema für mich wieder interessant, nur auf eine andere, aktuellere Weise. Kommentare, die nur dafür geschrieben werden, Menschen zu verletzen und dem Gegenüber nicht den Hauch einer Chance geben, darauf auf vernünftige Weise zu reagieren, sind unnötig. Das ist keine neue Erkenntnis, klar. Aber im Moment beschäftigt es mich trotzdem sehr. Was ist das für eine Motivation, die Menschen dazu treibt, andere Menschen, die sie noch nie in ihrem Leben gesehen haben, sofort persönlich anzugreifen? Oder Dinge mit Klarnamen auf ekelhafteste Art und Weise zu kommentieren? Ein ebenfalls interessanter Artikel zu dem Thema kam diese Woche von Martin Giesler. Dass er erst 2013 erkennt, dass die Kommentarkultur bei Facebook teilweise unterirdisch ist, finde ich zwar etwas überraschend, aber sein Beispiel zeigt einfach auf anschauliche Art und Weise, was tagtäglich in Blogs und Kommentarspalten passiert. Ich wünsche mir, dass wir irgendwann lernen, ein bisschen gesitteter miteinander umzugehen und mal darüber nachdenken, was diese Wörtchen "Respekt" eigentlich bedeuten könnte. 

Und noch einmal Felix mit einem Text über die Arroganz des Jakob Augstein. Das ist übrigens auch eine Diskussion, die mich müde macht. Ich arbeite ebenfalls in einem Unternehmen, das darauf angewiesen ist, dass Menschen für Inhalte im Netz bezahlen. Wir haben überraschenderweise auch noch nicht die Allerweltslösung gefunden, aber das, was die Verlage da machen, ist wirklich abgrundtief schlimm. Herr Augstein möchte mir also beibringen, was der Unterschied zwischen Qualität und Quantität sei. Nun, diesen Unterschied müssten die Verlage selbst vielleicht auch erst einmal wieder lernen. Felix sagt, dass Leute durchaus bereit seien, für Dinge im Netz zu bezahlen. Und das stimmt. Zumindest für mich. Ich gebe sogar viel zu viel im Netz aus. Für Musik, Filme, Serien, Zeitschriften, für all die Dinge, die ich ohne #Neuland auch offline konsumieren würde, deren Beschaffung mich aber zeitlich sehr einschränken würde. Ich habe tatsächlich noch nie einen Film oder eine Serie in einem ("illegalen") Stream geschaut. Ich kaufe alles. Und ich gebe fast immer gerne Geld dafür aus. Weil ich weiß, dass die Produkte, die ich dafür bekomme, das Geld wert sind. Und weil ich es auch gut finde, wenn meine Arbeit bezahlt wird. Wenn man es mir allerdings schwer macht und das Bezahlen nur per Kreditkarte ermöglicht oder einen klitzekleinen Artikel einer Tageszeitung für zwei Euro anbietet, dann bin ich raus. Ich bin die ideale Verkörperung der Zielgruppe vieler Unternehmen und Verlage: Ich bin (fast noch) jung, immer online, (leider oft) konsumorientiert, ich verdiene mein eigenes Geld, von dem ich vieles für Dinge ausgebe, die ich nicht wirklich brauche und immer neugierig. Wenn mich also jemand fragen möchte, ob ich ein bestimmtes Angebot nutzen würde oder nicht, dann möge er es tun. Ich bin nämlich meistens auch schonungslos ehrlich.

Und zum Abschluss noch einen Blog, den ich euch einfach komplett empfehle, weil die Frau super zu sein scheint und grandios fröhliche Fotos macht: Freiseindesign.

Danke und bis zum nächten Mal!

Kommentare:

  1. Danke für den Text von Kathrin und für den Blogtipp Freidimensional. Ich werde viel zu lesen haben in nächster Zeit!
    Den Artikel von Ada hatte ich auch gelesen und währenddessen nicht mehr aufhören können, mit dem Kopf zu nicken. Sehr wahr.

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  2. Hihi, erst 2013 erkannt. Ich kann Dich beruhigen, ich habe das auch schon vorher mitbekommen. Aber es macht dann doch einen Unterschied, ob man 2013 für über 100.000 Fans journalistisch eine FB-Seite betreut oder sich als Privatperson in Foren der späten 90er tummelt :)LG, Martin

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    1. Hi Martin, das ist natürlich richtig :). Ich hoffe, du hast das auch nicht als "Diss" aufgenommen. Gerade der Punkt mit den Klarnamen, den du ja auch aufwirst, hat mich zum Beispiel auch sehr erschreckt.

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  3. Ich liebe auch alles was Frau Weßling schreibt. Ihr Debütroman, Drüberleben ist toll. Traurig und auch lustig zu gleich.

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  4. Hallo Ninia,
    ich bin auch über den Artikel von Martin Giesler gestolpert und habe mir Gedanken dazu gemacht. Vielleicht interessiert's dich:
    http://konflikte-entfalten.de/was-uns-die-kommentare-auf-das-foto-von-claudia-roth-im-tranengasschock-zeigen-occupygezi/

    Danke für deinen Mut und dein Anspruchsvollsein!

    Herzliche Grüße
    ina

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