2013-05-29

BITTE KLICKEN SIE AUCH HIER! TEIL II


Vorletzte Woche startete ich den ersten Teil meiner Linktipps und versprach regelmäßig weiter zu machen. Das ist nun der Fall. Es geht weiter. Falls jemand wissen möchte, woher ich den guten Stuff kriege: Die meisten interessanten Artikel werden mir via Twitter oder quote.fm in die Timeline gespült.

Dan Brown bringt ein neues Buch raus. Und alle so: "Yeah!". Außer Tobias Gohlis. Und mir. Ich bin der festen Überzeugung, dass Dan Brown Bücher mein Leben nicht bereichern werden. Ich habe aber auch noch nie ein Buch von ihm gelesen. Ich weigere mich. Das mache ich ab und an so. Zum Beispiel auch bei Frank Schätzing. Diese Riesen-Erfolgsdinger, die nach fünf Minuten jede/r im Schrank stehen hat, machen mich skeptisch. Arrogant rümpfe ich die Nase und denke 'Ach, dieser Massenkonsum! Was die alle toll finden, kann mich nicht befriedigen'. Dabei ist das ja ganz großer Quatsch. Ich war auch ein Große-Namen-Opfer. Als Teenie lieh ich mir ein Buch von Hera Lind aus (aus der Bibliothek!! Da sind wir früher noch hingegangen!! Wir hatten ja nichts!!) und spürte Erfüllung. Danach las ich alle anderen Bücher von ihr auch (jaja, ich schäme mich manchmal noch). Oder Enid Blyton, oder Joanne K. Rowling, oder... Vielleicht bin ich auch ein bisschen neidisch. Wer gehört schon zu dem erlesenen Kreis, dessen Bücher direkt nach Erscheinen von jedem/r PendlerIn eifrig verschlungen werden. Dessen Buch allein wegen des Namens wie von selbst auf Platz eins der Bestseller-Liste hüpfen? Trotzdem. Dieser Personenkult unabhängig von der Qualität der einzelnen Bücher ist gruselig. Und ich verziehe mich jetzt ins Dachzimmerchen, um endlich diesen einen Roman zu schreiben, nach dem alle anderen sich auch wie geschnitten Brot verkaufen.

Ein weiterer Tipp: Die neue Folge der Pixelmacher. Obacht! Ist kein Text, sondern ein Video. Aber trotzdem gut. Es geht um Heldinnen in Computerspielen, neue Spiele mit neu konzipierten Heldinnen und viele, viele pinkfarbene Verpackungen. Außerdem ist Lucie, die unter @Autofocus twittert und Autorin bei kleinerdrei.org ist, am Start und das allein reicht ja schon, um sich das Filmchen mal anzusehen.

Außerdem bin ich ein bisschen egoistisch und verweise euch gerne mal auf unseren neuen Großstadt-Gemeinschaftsblog Les Flâneurs. Diese Woche haben dort nämlich zwei AutorInnen Themen behandelt, die mich ebenfalls sehr beschäftigen. Als erste schrieb Kathrin von der Anonymität in der Großstadt. Ich liebe dieses Gefühl. Ich mag es, wenn ich Niemandem "Hallo" sagen muss. Wenn ich mich in der Masse verstecken kann und nicht irgendwelche Traditionen und Bräuche mitmachen muss. Ich habe allerdings, im Gegensatz zu Kathrin, nie auf dem Land gelebt. Aber die Eindrücke, die ich dort bis jetzt gesammelt habe, lösen in mir auch keineswegs das Gefühl aus, dies irgendwann tun zu müssen. Ich liebe kurze Wege und viele Einkaufsmöglichkeiten. Ich mag Straßenlärm. Ich mag Stadt. Immer wenn ich mit Menschen darüber rede, kommt über kurz oder lang das Argument "Ach, das wirst du dir sicher nochmal überlegen. Spätestens, wenn du Kinder hast". Nein. Was ist denn so schlimm daran, wenn Kinder in der Großstadt aufwachsen? Ich bin selbst in der Stadt aufgewachsen und ich fand es prima! Nur, weil dann da mehr Natur ist, auf diesem Land?! Als wenn Natur alles ist, was eine glückliche Kindheit ausmacht. Manchmal ist es vielleicht wichtiger einen Arzt und den Supermarkt direkt ums Eck zu haben als schöne Natur.
Und Enrico ließ sich auf ein Experiment ein: 30 Tage vegan. Im November beschloss ich, ab sofort kein Fleisch oder nur noch sehr wenig Fleisch zu essen. Ich eröffnete diese Idee dem Mann und er sagte, er habe sowieso auch schon darüber nachgedacht und dann gäbe es jetzt eben kein Fleisch mehr zuhause. Und seitdem gibt es zuhause kein Fleisch mehr. Ab und an esse ich zugegebenermaßen trotzdem noch Fleisch. Wenn ich eingeladen bin. Oder wenn man Sushi als Fleisch zählt. Trotzdem probieren der Mann und ich seitdem viel mehr aus. Bei uns in der Nähe gibt es einen Bio-Supermarkt und einen großen Supermarkt, der auch ganz viel vegetarischen und veganen Kram im Angebot hat. Deswegen kann ich Enricos Kulleraugen im Supermarkt sehr gut nachvollziehen. Und obwohl ich eine sehr große Mäkeltante bin, was Essen angeht, esse ich plötzlich Dinge, die ich früher wahrscheinlich nicht einmal angeschaut hätte. Ich bin also noch nicht ganz vegetarisch, geschweige denn vegan (Oh Gott, kein Käse!), aber trotzdem interessiere mich seit Ende letzten Jahres viel mehr für dieses Thema und könnte mir, nach Enricos Text, vorstellen, diese "Challenge" auch einmal anzugehen.

Kommentare:

  1. Dan Brown nicht zu mögen ist nicht arrogant, sondern zeugt von Geschmack. Okay, wenn man sein Gehirn mal ausschalten kann/will und einfach an einem schönen Sommertag im Garten eine spannende Verfolgungsjagd durch Rom oder Paris oder sonstwas lesen will - geht klar. Muss ja nicht immer große Literatur sein.
    Aber schreiben oder sich interessante, vielschichtige Charaktere ausdenken kann dieser Typ deswegen trotzdem noch lange nicht.

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  2. Detektiv Mischa Monk stellt fest: Du hast Dan Brown vielleicht nicht gelesen, aber er steht in deinem Regal. Über meinem Buch. Erspäht in deinem Beitrag über das Slam-Publikum ;)

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    1. Gut erkannt! Diese Ausgabe gehört dem Mann. Der hat's, glaub ich, auch gelesen.

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