2013-04-19

ERDMANN, FRIEDRICH, SPITZER: BUNT UND KÜHL

v.r.n.l.: Kaleb Erdmann, David Friedrich und Thomas Spitzer

Ich lese in letzter Zeit wieder vermehrt. Meistens habe ich keine Zeit dafür, aber dann erwische ich mich dabei, eine Zeitschrift zu lesen und denke "Jetzt ein Buch lesen, das wäre irgendwie... Irgendwie wär das was!" Und deshalb lese ich dann ein Buch. Diese Woche frisch erschienen und auf meinem Stapel gelandet: "Bunt und Kühl" - ein Gemeinschaftswerk von Kaleb Erdmann, David Friedrich und Thomas Spitzer. Eine Sammlung ihrer Texte, prosaisch und literarisch, mit Gastbeiträgen von Andivalent, Michel Abdollahi, Jan Möbusund Fatima Moumouni.


Nur die Gastbeiträge sind mit Namen gekennzeichnet. Allen anderen Texten steht ein bestimmtes Zeichen bevor, erst am Ende wird verraten, welcher Autor zu welchem Zeichen gehört. Ich habe absichtlich nicht am Anfang nachgeschaut, weil es mir auf die Texte ankam und nicht auf den Autoren. Doch schon nach kurzer Zeit wird klar: Die Zeichen hätten sie nicht einmal gebraucht. Der Stil der Drei ist so unterschiedlich und jeder auf seine Art so positiv eigenwillig, dass ich wahrscheinlich auch so gemerkt hätte, was von wem stammt.

Ich mag das Buch. Ich musste mich ein bisschen einlesen und gewöhnen. Wie Schlaglichter wirken die meist sehr kurzen Texte, wenn man sie komplett nacheinander liest. Vor meinem Auge standen drei Schauspieler auf einer Bühne und erzählten nacheinander kurze Episoden aus ihrem Leben. Für einige Texte würde ich mir das sogar in Wirklichkeit wünschen. Bei einigen Ausnahmen fehlte mir die Motivation den Text ganz genau zu Ende zu lesen, hier hätte mir eine gesprochene Performance, vielleicht, besser gefallen.
Was ich besonders mochte: den unterschwelligen Witz. Einige Texte erinnerten mich an 
Horst Evers und Funny Van Dannen und das ist gut!

Insgesamt: Eine tolle Gesamtzusammenstellung der Einzeltexte. Die Autoren harmonieren gut und der Sprung von einem zum anderen ist trotz des unterschiedlichen Stils nicht zu krass. Ein schönes Buch, das man lieber Zuhause und in Ruhe bei Wein in der Küche liest, anstatt unterwegs im Zug. Ein Buch zum Verweilen. Ich mag es.




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