2012-12-28

SEXUALKUNDE... ODER: HILFE, WIE SAGE ICH ES MEINEM KIND?

Meine Mama hat in meiner Erziehung sehr vieles richtig gemacht. Unter anderem, als sie mir diese Geschichte mit den Bienchen und den Blümchen erklärte. Das hat sie nämlich nicht gemacht. Sie hat mir einfach von Anfang an erklärt, wie's läuft. Anfangs natürlich in kindgerechten Worten, aber sie hat mir immer die Wahrheit erzählt. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich nicht gewusst hätte, wie ich entstanden bin und was alles dazu gehört. Ich weiß, dass ich mir viele Gedanken dazu gemacht habe, weil ich einige Sachen in sehr jungem Alter noch etwas freaky fand, aber Mutters Satz "Wenn man sich sehr lieb hat, dann funktioniert das schon" war gut und ich damit zufrieden. Nicht nur das, meine Mutter hat mir natürlich auch erzählt, dass sich sowohl Mann und Frau, Mann und Mann oder Frau und Frau lieben könnten und jede/r schon rausfinden würde, wie das bei ihm/ihr sei. Und dass sich das sogar noch ändern könne. Dass es Menschen gibt, die Sex gar nicht interessiere und dass es außerdem völlig egal sei, welche Hautfarbe, Religion oder Lieblingsessen man habe, hauptsache, man sei verliebt. Das ist natürlich eine super romantische Vorstellung von Liebe, aber ich wusste alles. Alles! Und fand es absolut normal. 

Je älter ich wurde, umso interessanter wurde mein Wissen und vor allem das Wissen meiner Mutter für meine FreundInnen. Wir sprachen in der Schule über einen "Quickie". Wir hatten das Wort aufgeschnappt, aber so richtig wusste niemand etwas damit anzufangen. Also lief ich nach Hause und es passierte folgendes.
"Und, wie war es in der Schule?"
"Gut. Mama, was ist ein Quickie?"
"Ein Quickie? Nun, mein Schatz, so bezeichnet man Sex, der ruckzuck geht. Zwei Menschen sind sehr scharf aufeinander und machen es einfach. Gibt's auch! Wenn beide dazu Lust haben, kann das sehr befriedigend sein."
"Aha. Danke."
So war das. Ich lief am nächsten Tag in die Schule, erklärte es den anderen und alle waren glücklich. Im Laufe der Geschichte meiner Aufklärung besaß ich erst ein großes Pappbuch, das "Mein Körper" hieß. In diesem Buch waren alle nackig und auf jedem wichtigen und unwichtigen Körperteil war ein Pfeil, der den Namen und Funktion erklärte. So war mir von Anfang an klar, dass mein Arm ein genauso wichtiges Körperteil wie meine Vulva ist. Später schenkte mir meine Mutter ein "Erotiklexikon", ein kleines Heftchen, das sie beim Frauenarzt hatte mitgehen lassen, in dem alle Begriffe rund um den Akt an sich erklärt wurden. Ich fand das alles interessant. Aber auch nicht so interessant, dass ich das alles sofort ausprobieren müsste. Ich wusste ja, dass es schon irgendwann losgehen würde. Ich fand mich eher ein bisschen super, weil ich allen anderen erklären konnte, worum es geht.

Alle anderen! Das ist das Stichwort. In meinem Umfeld gab es wirklich niemanden, der/die so offen und locker aufgeklärt wurde wie ich. Das Thema wurde entweder behandelt wie eine Perle im tiefsten Ozean, die dann mal irgendwann angesprochen wird, wenn "es so weit ist" (wann immer das ist) und dann aber auch sofort wieder versteckt wird. In anderen Familien wurden Sex, Liebe oder Verhütung nie thematisiert. Die Eltern gingen wohl davon aus, dass sich das schon irgendwie von selbst erledige. Was für ein Unfug! Zumindest bei meinen Freundinnen gab es mehrere Besorgnisse, ob das denn alles, was da an ihnen wächst und wie es wächst, "normal" sei und ob sie überhaupt so richtig seien usw. Wie sehr wäre Ihnen geholfen gewesen, wenn ihnen jemand von Anfang an gesagt hätte, dass unterschiedlich große Brüste fast jede hat und sie sich darüber keine Gedanken machen brauchen. 

Natürlich können die Eltern auch versuchen, sich auf die Institution Schule zu verlassen. Es bleibt bei dem Versuch. Meistens. Ich hatte in meiner gesamten Schullaufbahn einmal Sexualkunde. In der 11. Klasse (!). Und da ging es dann auch nur um die Periode. Unsere Lehrerin hat Binden mitgebracht und verteilt. Die Jungs haben mit rotem Filzstift "Blut" drauf gemalt und sich gefreut. Wir sprachen kurz über den Zyklus. Fertig. Ich habe den Mann (Biolehrer) gefragt, wie das denn bei ihm so sei. Er wäre natürlich nicht der Mann, wenn er das nicht super gut machen würde. Heute müssen die LehrerInnen Sexualkunde unterrichten, gehört dazu. Mehrmals in unterschiedlichen Klassenstufen. Er hat es das letzte Mal in der sechsten Klasse unterrichtet und alle SchülerInnen am Anfang gebeten, Fragen aufzuschreiben. Anonym und alle Fragen, die sie sich so vorstellen können. Da kamen wirklich zuckersüße Dinge bei rum ("Warum liebt man sich erst und wenn man dann zusammen ist, nicht mehr?", "Wenn zwei Frauen miteinander schlafen, kriegen die dann auch Kinder?", Woran merkt man, dass man verliebt ist?" usw.). Der Mann hat alle Fragen auf eine Liste geschrieben und mit der Klasse gemeinsam beantwortet. Außerdem hat er sich mit einer Kollegin verabredet und dann haben sie eine Stunde gemacht, in der sie die Mädchen unterrichtet hat und er die Jungs. So dass jede/r noch einmal Fragen stellen konnte, die vielleicht vor der gesamten Klasse peinlich gewesen wären. Ganz am Anfang hat er übrigens auch verdeutlicht, dass jetzt nicht jedes Mal, wenn das Wort "Penis" fällt, gewitzelt werden muss. Das hat weitestgehend funktioniert. 
Was mich allerdings stört: Der Mann musste vorher einen Brief an alle Eltern schreiben, dass er jetzt übrigens mit Sexualkunde anfange. Wer etwas dagegen habe (ethische, religiöse Gründe...), der möge sich bitte melden. Hat keine/r gemacht. Trotzdem. Was soll das? Wir behandeln Sex und Liebe immer noch als ein Thema voller Mysterien und Geheimnisse. Ein Tabu, bei dem wir erstmal fragen müssen, ob wir darüber überhaupt reden dürfen. Das ist doch Schwachsinn! Bei anderen Themen werden die Eltern auch nicht gefragt, ob sie etwas dagegen haben. Und es ist doch besser, die Kinder lernen in der Schule alle wichtigen theoretischen Facts als dass sie völlig verquere Vorstellungen durch ihre Freunde, Zeitschriften, das Netz, whatever bekommen. 

Wir wundern uns darüber, dass sich Kinder und Jugendliche beim Thema Verhütung nur noch Gedanken um Kinder machen, aber nicht mehr um sexuell übertragbare Krankheiten - sprechen aber von Sex und Verhütung als seien das die besten Freunde von Sauron. Wir leben in einer paradoxen Welt, in der uns in Zeitschriften, auf Plakaten und im Fernsehen gezeigt wird, wie Sex sein muss und andererseits erklärt niemand seinem Nächsten, dass es auch völlig in Ordnung ist, wenn Sex nicht so ist. Das ist doch skurril.

Deswegen danke ich meiner Mama, dass sie mich zu einem sexuell verantwortungsbewussten Menschen erzogen hat, die ganz fix gelernt hat, dass man nichts zu muss und alles tun darf. Ich werde versuchen, meine Kinder später ebenso gut auf das Liebesleben vorzubereiten. Und ich hoffe, dass sie dann nicht die einzigen in der Schule sind, die alle Fragen beantworten können. Deshalb habe ich euch meine Geschichte der Aufklärung erzählt. Und nun sind mir beim Schreiben noch so viele neue Ideen zu diesem Thema gekommen, dass das sicherlich nicht der letzte Text dazu war.

2012-12-21

CHRISTMAS. THE MOVIES.

Letztens erzählte ich euch von meinen absoluten Lieblingshits zu Weihnachten. Jetzt geht es weiter mit den Filmen. Weihnachten ist eh die beste Zeit, um ganz viel Fernsehen zu schauen. (Natürlich kann man auch Bücher lesen, intellektuelle Diskussionen mit der Familie führen oder ein Musikinstrument spielen, aber meine Schwester und ich spielen lieber Konsole oder schauen Filme). Der oberbeste Film zu Weihnachten ist natürlich "Love Actually". Den mag eigentlich jede/r, die/den ich kenne! Und das zu Recht! Es ist auch der einzige Film, in dem ich Hugh Grant erträglich finde, aber das ist ein anderes Thema... 
Und die anderen sind natürlich auch alle Pflicht. Welche Filme schaut ihr gern zu Weihnachten?

P.S.: Kommt mir bitte nicht mit Aschenbrödel. Die mag ich inzwischen noch weniger als Hugh Grant.





2012-12-17

BIRDY. NEUE LIEBE.

Ich weiß, ich weiß. Ihr habt Birdy alle schon rauf und runter gehört. Ich hab's irgendwie verpasst und dann nicht mehr an sie gedacht. Bis ich sah, dass sie wohl beim Finale dieser Castingshow mit dem Jesusjungen und der Valiumtante aufgetreten ist und plötzlich dachte: "Jetzt aber. Jetzt hörst du dir die Musik mal an." Und hach, hach, hach. Wie toll das ist. Und es ist auch gut, dass ich bis jetzt gewartet habe. Den genau jetzt, immer an diesen Tagen, stehe ich auf Frauen, die Klaviergeklimper machen und unglaublich schön dazu singen können. Letztes Jahr schloss ich Coeur de Pirate ins Herz, jetzt also Birdy. Wenn ihr sie schon kennt, hört doch mal wieder rein und wenn doch noch nicht, dann bitte, legt los. Aber sofort!


2012-12-13

NINIA LAGRANDE @VANEWONDERLAND

Morgen Abend bin ich Köln und lese euch im Pop-Up-Store von Vanewonderland Großstadtmärchen über Anker und Heimat vor. Um 20:30 Uhr geht's los, in Köln-Ehrenfeld in der Geisselstraße 10. Kommt vorbei, shoppt die letzten Weihnachtsgeschenke und hört mir beim Palabern zu. Bis morgen!


2012-12-11

BATMAN FLIEGT ZU...

... Loco! Herzlichen Glückwunsch! Und ihr anderen: Seid bitte nicht traurig, mit meiner tollen Anleitung, könnt ihr das ja super nachbasteln. Vielen Dank für's Mitmachen!

Batman hat erst alle Namen aufgeschrieben, mit Herzchen natürlich.

... und gewonnen hat: Loco! Bäm.

2012-12-10

HANNOVER TIMELAPSE

Beim Anschauen des Videos von Stefan Knaak möchte ich direkt alle meine Freunde anrufen, die sich wunderten, dass ich nach Hannover gezogen bin und ins Telefon brüllen: "HANNOVER IST DOCH SO SCHÖN!" Genau so ist es nämlich. 

Die Bilder wurden aufgenommen mit einer Canon EOS 500D (Canon 18-55mm, Sigma 10-20mm, Canon 50mm) und in dem ganzen Projekt stecken 6 Monate Arbeit, 120Stunden Aufnahmezeit, 120 Stunden Bearbeitung und 1Terrabyte Rohdaten. Uff! Was für eine Arbeit!

Mehr Infos über Stefan Knaak findet ihr auf seiner Facebook-Seite oder hier.

2012-12-09

WEIHNACHTSHITS EN MASSE

Ich gestehe: Ich feiere Weihnachten nur ob des Kitsches und der Lichter und der schönen Stimmung und der Geschenke. Ich bin nicht getauft und habe auch sonst nichts mit der Kirche am Hut. Jetzt könntet ihr natürlich sagen: "Ketzerin, du darfst ja gar nicht Weihnachten feiern!" Macht doch. Das ändert nichts daran, dass ich es trotzdem tun werde, ich rotzfreches Gör. So. Mit das Schönste an Weihnachten ist die Musik. Auch diese Mimimi-Musik mit Chor und stimmungsvollem Zuhören und so weiter, von der Musik will ich aber heute nicht sprechen. Lasst uns über Popmusik reden! Ich liebe weihnachtliche Popmusik. Und zum Wohlgefallen aller lasse ich diesen Song, in dem eine 80er-Jahre-Föhnfrisur über das ewig Gestrige singt und dabei durch den Schnee tollt, mal außen vor (ist ja wie mit Modern Talking - keiner will's hören, aber alle können es auswenig). Jedes Jahr gibt es Neuerscheinungen in eurem Musikonlinestore des Vertrauens, die in irgendeiner Form mit Weihnachten zu tun haben. Vorrangig von MusikerInnen, die sehr gut darin sind, weinerliche Balladen zu singen oder einfach jedes Jahr die eigene Platte voller Coversongs noch einmal zu covern. Michael Bublé - das ist Recycling at it's best. Von diesen Neuerscheinungen kaufe ich mir etwa alle zwei Jahre die "Swinging Christmas Songs" (die Platten haben immer diesen einen, gleichen Namen, damit auch der Deppertste kapiert, worum es geht). Ich mag das. Aber auch nur zu Weihnachten. Ansonsten stehe ich sehr auf die Pop-Klassiker. Die meiner Meinung nach besten Weihnachtssongs liste ich euch jetzt auf. Die können dann tagelang auch 24/7 laufen. Und danach am besten elf Monate nicht mehr. Das nächste Mal zeige ich euch dann meine Lieblingsweihnachtsfilme!





2012-12-07

ACROBAT READERS, KURZ VORM WELTUNTERGANG

Am Sonntag findet die letzte Ausgabe acrobat readers in diesem Jahr statt. Wie immer im Göttinger Nörgelbuff. Los gehts um 20 Uhr - und wer sich jetzt noch entschließt, spontan mitlesen zu wollen, der/die kommt einfach vorbei! Bis dann!


LEANING TOWARDS SOLACE

Ich bin völlig geflasht von diesem Kurzfilm von der isländischen Band Sigur Rós. Floria Sigismondi hat Regie geführt und Elle Fanning spielt unglaublich gut! Das ganze Zusammenspiel im Video ist Poesie pur. Musik, Stimme, Worte, Bilder - perfekt! Inklusive völlig verstörendem Ende, aber seht es euch selbst an!

2012-12-05

"HALLO NIEDERSACHSEN"


Ein herzliches "Guten Tach" an alle, die über den Beitrag bei "Hallo Niedersachsen" hierher gekommen sind. Ich freue mich sehr darüber! Für alle, die sich jetzt denken "Was will die kleine Frau nur wieder?": Der NDR hat ein kleines Porträt in seiner Wochenserie "Leben mit Behinderung" über mich gemacht. Bei Interesse könnt ihr euch das bestimmt demnächst in der Mediathek angucken, ich werde unauffällig drauf hinweisen. Ich weise unauffällig auf den Link hin: Ninia im Fernsehen.

Falls ihr Lust habt, könnt ihr diese Links anklicken:
Ansonsten scrollt euch durch und schreibt mir gerne Kommentare oder Mails!

P.S.: Das beste Kaninchen der Welt findet ihr übrigens hier!


2012-12-01

DIY: BATMAN AN DIE KETTE GELEGT

Ich habe ja ständig supertolle Ideen. So auch letztens, als ich dachte, was wäre, wenn ich diesen Schlüsselanhänger in eine Kette verwandeln könnte?! Wuhuuu! Was für eine Idee! Damit ihr auch etwas davon habt, zeige ich euch in einem aufwändigen DIY, wie diese krasse und auch schwere Verwandlung von Schlüsselanhänger zur Kette funktioniert. P.S.: Am besten lest ihr diesen Artikel bis zum Ende, denn dann gibt es noch eine Überraschung oben drauf!


Ihr braucht: Einen Lego-Batman-Schlüsselanhänger
oder einen der anderen tollen Legoanhänger
(geht auch mit anderes Superhelden, Star Wars oder ähnlichem...)
und ein Lederband in der Farbe eurer Wahl.

Am besten entfernt ihr als erstes die Papierschildchen von dem Schlüsselanhänger
(sehr easy! Auch für Bastelanfänger!)

Dann wurschtelt ihr mit zwei Zangen so lange rum bis ihr das unterste Glied
(hihi! Sie hat GLIED gesagt!) verbogen habt
und die Figur ablösen könnt.
Bei uns hat hier der Mann ein bisschen geholfen.

So muss das dann danach aussehen!

Lederband durchziehen, umhängen, gut aussehen!
Wer aufgepasst hat, hat schon vorher bemerkt: Huch!
Die LaGrande hat ja zwei gebastelt.
Weil sie supercool ist und euch eine schenkt
(die ohne abgeschnittene Enden, damit ihr sie noch verstellen könnt).

Wenn ihr auch so eine Superhelden-Kette haben wollt, dann müsst ihr entweder selbst basteln ODER jetzt unter diesem Post kommentieren. Schreibt mir euren Namen und eure E-Mail-Adresse in die Kommentare! Mitmachen könnt ihr bis zum 7. Dezember 2012, um 23:59 Uhr! Danach lose ich unter allen aus! Fakt ist: Jede*r mit so einer Kette sieht 1. besser aus und hat 2. ganz schön viele Neider!