2012-11-29

WER BRAUCHT FEMINISMUS?


Ich habe mich mit Jasmin von "Wer braucht Feminismus?" getroffen und mit ihr ein paar Fotos gemacht, um die Kampagne zu unterstützen. Die Aktion kommt ursprünglich aus den USA und war dort schon sehr erfolgreich. Für die deutsche Version könnt ihr eigene Argumente und Fotos einreichen. Je mehr zusammen kommen, umso besser! Wofür braucht ihr Feminismus?

Wie cool wie das hier arrangiert haben mit der nackigen Dame im Hintergrund!


P.S.: Für die kleinen Hater unter meinen Leser*innen: Ich werde hier keine Diskussion über den Sinn dieser Kampagne lostreten. Alle, die sich dort engagieren, sind super und werden von mir vollstens unterstützt. Wem das nicht passt, der/die soll bitte einfach weiter klicken und sich in seine/ihre Ecke verkrümeln. Alles, was auch nur annährend sexistisch oder beleidigend oder bescheuert (den Grad bestimme ich) ist, lösche ich. Denn das ist mein Blog und ich darf hier machen, was ich will :)! Yeah.

2012-11-26

HERRENMAGAZIN

Mit Musik ist das ja manchmal so eine Sache. Mit deutschsprachigem Melancholie-Pop-Rock konnte man mich eigentlich immer jagen. Als sich alle anderen entschieden, ob sie jetzt lieber Tomte oder Kettcar hören, war ich irgendwo anders und dachte, ich würde die "bessere" Musik hören. Einen kurzen Ausrutscher gab es - als ich nächtelang zu Blumfelds "Graue Wolken" über Dinge nachdachte und auch ein bisschen weinte, da fühlte ich mich fast so wie diese Menschen in Retro-Trainingsjacke und Samba-Adidas-Schuhen.
Nun ist es ja so, dass Geschmäcker sich auch ändern können. Oder man einfach einer unglaublich guten Band über den Weg läuft, die zwar diese komische Musik macht, die man immer blöd fand, und nun pocht das Herz aber doch ganz schön, wenn man ihre Texte und Klänge hört. So erging es mir gestern mit "Herrenmagazin". Hamti und ich besuchten das TV Noir Konzert mit Dear Reader und Herrenmagazin und ich möchte sagen, dass das vielleicht sogar das beste Konzert war, das ich dieses Jahr gesehen habe. Ich bin immer noch ganz überzuckert. Vielleicht liegt das alles nur daran, dass eh November ist und wir jetzt traurige Musik brauchen. Vielleicht sind Herrenmagazin aber auch einfach gut. Das kann ja sein. 





2012-11-23

ROUND, ROUND, BABY, ROUND, ROUND...

Kurz ein bisschen Shining gespielt.

Es passiert so viel! Und das ist gut! Diese Woche war ich erst im Kino und ziemlich überzuckert, von dem, was ich dort gesehen habe. Am Dienstag durfte ich dann in der Oper auftreten. In der OPER in Hannover. 1.200 Menschen sitzen da vor einer und mein Losglück brachte mich auf Startplatz 1. Na toll, dachte ich. Aber: Die Hannoveraner sind absolut genial. Sie rasteten einfach mal komplett aus schon bei der ersten Poetin und unterbrachen mich teilweise mit ihrem Applaus. Das war gefühlt der beste Auftritt ever! Der Sieg ging an den großartigen Felix Römer, der allein mit seiner Stimme ja für Gänsehautfeeling sorgen kann. 


Am Mittwoch machten DIE ILLUMINIERTEN eine kleine Generalprobe für Samstag. Wir sind alle schon ganz aufgeregt. Wer nicht dabei sein kann, der kann sich vermutlich im Nachhinein wenigstens unseren genialen Kurzfilm ansehen. Da wir aber krass drauf sind, untermalen wir den Film im Kino mit Livemusik! Und die muss ja dann erstmal aufs Band gepackt werden, kann also noch ein bisschen dauern. Pro-Tipp: Wenn ihr vorbeikommt, seht ihr den Film und alle anderen super Dinge, die wir so vorhaben, früher! Den Trailer gibt's hier!

Am Donnerstag fuhr ich dann mit meiner Poetengang von Lüneburg nach Hannover im Metronom. Wir überraschten Menschen und machten sie spontan zum Teil einer Kunstaktion. Wir slammten im Zug! Das war witzig und auch überraschend für Fahrgäste und Zugbegleiter gleichermaßen: "... wir haben heute in Wagen vier ein sogenanntes Poetry Slam....". Das könnte jetzt mein neuer Hauptberuf werden: In Zügen sitzen und anderen etwas vorlesen. Falls sich also jemand mal gelangweilt fühlt, wenn er oder sie beispielsweise von Hannover nach Berlin fährt, dann ruft mich an! Ich komme und lese!

Heute erschien bei der Jugendcommunity der Aktion Mensch ein wirklich schönes Porträt über mich, mit dem Sonja dann bewiesen hätte, dass man über Größe und Behinderung und Menschen auch ganz normal schreiben kann und sowohl den Menschen als auch die Behinderung zum Thema machen kann. Danke! 

Morgen gibt's dann DIE ILLUMINIERTEN in Hannover. Wer nicht kommt, ist selber schuld. Und am Sonntag schaue ich mir "Dear Reader" an, live. Juhuu! Und zwischendurch kommt hier noch ein Kamerateam vorbei, aber dazu später mehr...! Schönes Wochenende!

Heisenberg. Ach Gott!
D
ieses Viech ist zu süß!


2012-11-21

OH BOY

Wahrscheinlich bin ich die Letzte, die über diesen Film berichtet, aber ich habe ihn jetzt erst anschauen können. "Oh Boy" ist ein schwarz-weiß-Berlin-Alltags-Film von Jan Ole Gerster. Frisch in die Hipsterleggins gesprungen und den Hipsterbeutel umgeschnallt, besuchte ich also dieses Hipsterfilmchen. Und es hat sich gelohnt!

Niko, wunderbar gespielt von Tom Schilling, ist ungefähr so alt wie ich, lebt in Berlin und denkt nach. Und das ist auch eigentlich alles, was er so tut. Nebenbei versucht er mit all den Menschen, die ihm begegnen, zurecht zu kommen und sein eigenes Leben möglichst unauffällig über die Bühne zu bringen. Der Film spielt an einem einzigen Tag, an dem Niko kurioserweise so viel passiert, dass man denken könnte, das sei zu viel und unrealistisch. Denkt man aber nicht. Es passt. Nikos Bankkarte wird eingezogen, sein Vater finanziert ihn nicht mehr, er trifft eine alte Klassenkameradin und besucht auch gleich ein Theaterstück von ihr, lümmelt an einem Filmset rum und hört sich die Sorgen des Nachbarn und des alten Mannes in der Kneipe an. Und am Ende sind alle verrückt und nur Niko, von dem alle denken, er sei komisch, ist der einzig "Normale", der doch bloß einen vernünftigen Kaffee trinken möchte.

Ich mochte das Regiedebut von Gerster. Sehr sogar. Obwohl ich mich erst nicht so richtig auf den Film einlassen wollte, ob des ganzen Gehypes und Berlindingsbumms. Niko ist so wir und das ist schön und beruhigend. Der Film lebt von den grandiosen SchauspielerInnen, die Gerster engagiert hat. Er lebt von der Atmosphäre, die das Schwarz-Weiß mitbringt und ganz besonders von Tom Schilling, der eigentlich gar nicht viel tun muss, um richtig gut zu sein. Diese ganze Situationen im Kaffeeladen, am Set und im Club sind alle so überzeichnet und kommen einem doch schrecklich realistisch vor. Wirklich gutes Kino! Schaut euch den Film an!



2012-11-18

SUPERHELDINNEN UND ANDERE PROBLEME



Es ist 17:34 Uhr an einem Freitagabend. Ich komme von der Arbeit, öffne das erste Bier und überlege, ob ich mich noch umziehe. Um diese Entscheidung hinauszuzögern, schicke ich Kenzo eine SMS. Ich will wissen, wann er mich abholt. Nach eineinhalb Minuten habe ich immer noch keine Antwort bekommen. Ich hypnotisiere das Handy. Überlege mir dann, dass die Zeit schneller vergeht, wenn ich mich umziehe. Ziehe mich also um.

Kurze Zeit später stehe ich im Bad und unternehme den sinnlosen Versuch, mir einen guten Lidstrich zu malen. Mein Handy klingelt. Es ist 18:03 Uhr und ich breche mir den Zeigezeh, als ich aus dem Bad stürme und gegen die Bierkiste stoße, die irgendjemand in diese Wohnung gestellt hat. Schwer atmend, mit unvorstellbaren Schmerzen greife ich zum Telefon und bringe ein krampfiges "Kenzo, hallo Schatz" hervor. "Ja, äh, hallo", nuschelt er. "Na, wann kommste?", frage ich erwartungsvoll, während ich den gebrochenen Zeh reibe, obwohl Reibung bei einem Bruch noch niemandem geholfen hat. "Ja, also gar nicht...", setzt er an, "nie wieder sozusagen." Es ist 18:04 Uhr und irgend so ein Vollidiot macht am Telefon mit mir Schluss, während ich scheiße aussehe und schwer gehgeschädigt bin. "Hast du denn gar kein Herz?", schreie ich und werfe das Telefon vom Balkon. Ich muss wirklich anfangen, mich mehr unter Kontrolle zu halten. Nachdem ich verzweifelt versuchte habe, das Telefon mit diversen selbst gebastelten Werkzeugen am Seil wieder hochzuziehen, plane ich eine weitere Stunde ein, um mit gebrochenem Zeh nach unten zu humpeln und das Gerät wiederzubekommen.
Als ich wieder oben bin, ist es 19:27 Uhr und ich sehe aus, wie der Joker. Allerdings nur auf einem Auge. Schweiß und Tränen haben den Lidstrich zu einem irren Halloween-Kostüm werden lassen. Ich öffne das zweite Bier.

Es ist 19:28 Uhr als meine Wohnung auf einmal in ein pinkfarbenes Licht getaucht wird. Überall fällt Glitzerkonfetti von der Decke und vor mir steht mit einem "Puff" eine kleine Fee mit runden Bauch und kurzen, schweinshaxartigen Stummelbeinchen. Sie trägt ein eigenartig geschnittenes Kleidchen, dass über und über mit Pailletten bestickt ist und mich meerjungfrauenartig anblinkt. Dazu hat sie ihre grünen Haare als Iro gestylt und fuchtelt wild mit einem Laserschwert herum, das sich in den Pailletten ihres Kleides verhangen hat. „Hallo“, sagt sie. Ich bin komplett verwirrt, ihre Stimme hört sich an, als würde sie den ganzen Tag nichts anderes als Zigaretten und Whiskey zu sich nehmen. „Wunder dich nicht“, sagt sie, „ich nehme den ganzen Tag nichts anderes als Zigaretten und Whiskey zu mir.“ Sie mustert mich abschätzig von oben bis unten. „Wenn ich das vorher gewusst hätte, hätt' ich mir heute freigenommen“, murmelt sie. Es ist 19:33 Uhr und ich muss mich in meiner eigenen Wohnung, an einem Freitagabend von einer völlig irren Glitzerfee beleidigen lassen. „Setz dich hin!“, befiehlt sie. Ich setze mich auf das mit Klamotten vollgemüllte Sofa. „Also, pass auf, ich bin hier, weil...“, plötzlich unterbricht sie sich selbst, sieht sich um und nimmt sich ein Bier aus dem Kasten, der immer noch im Weg steht. Mit professioneller Lässigkeit öffnet sie das Bier mit den Zähnen, spuckt den Kronkorken auf den Boden und spricht weiter: „... weil wir immer zu den Menschen gerufen werden, die uns am dringendsten brauchen.“ „Und wozu sollte ich dich brauchen?“ frage ich. „Entschuldige, aber hast du dich hier einmal umgesehen? Davon ab, wir sind der Schutzzirkel der Verlassenen. Bedeutet, wir tauchen bei jedem frisch verlassenen Menschen auf und versuchen ihm das Leben ein bisschen leichter zu machen. Zumindest für eine Nacht.“ Das fängt an, interessant zu klingen...

Um 23:56 Uhr sitzen die Glitzerfee und ich in meiner alten Lieblingskneipe. Ich war monatelang nicht hier. Ungefähr auf den Tag genau so lange wie ich mit Kenzo zusammen war. Kenzo war nicht so der „Weggeher“... ich beginne, mich zu fragen, wie ich mich jemals auf den Mann einlassen konnte. Wie ich sehr schnell feststellen konnte, bin ich die einzige Person, die Margot, so heißt die Fee, sehen kann. Spätestens als mich an der U-Bahn-Haltestelle alle Leute ziemlich mitleidig anschauten, als ich brüllte „Margot, jetzt hör auf mit dem scheiß Gequengel, wir müssen nur eine Station fahren“, war mir klar, dass Margot möglicherweise für alle anderen unsichtbar ist.

Es ist 00:31 Uhr als sich ein, relativ heißer Mann neben mir auf dem Barhocker niederlässt und mir einen Jägermeister in die Hand drückt. „Mmmh, sehr gutes Material...“, murmelt Margot neben mir. „Was?“ rufe ich in Richtung Boden und sehe wie Margot unter meinem Hocker hoch und runter springt und versucht, mit ihrem Laserschwert den Schritt des Mannes zu erreichen. „Entschuldige, ich wollte dich nicht so überfallen“, beginnt der Mann einen Dialog. „Ähm, äh, nein entschuldige, ich habe mit jemand anders gere... vergiss es, ich hab geträumt.“ Margot wird mich heute noch blamieren.

Es ist 01:42 Uhr und Hendrik hat zu viel Geld für Schnaps ausgegeben. Dafür kann er ziemlich gut küssen. Ich wackele auf die Toilette. Als ich in den Spiegel schaue, steht Margot vor mir. Sie dreht sich auf dem Regalbrett hin und her und hat ihre Arme hinterm Rücken verschränkt. Was ihren Bauch nicht gerade vorteilhafter erscheinen lässt. „Und?“ fragt sie. „Was und?“ sage ich. „Und, Hendrik??“ sagt sie eindringlich. „Ja, der ist ganz gut... puhh, Margot, mir ist schon ganz schön schwindelig.“ „Kein Ding“, sagt Margot, „wir kriegen das alles hin. Dafür sorge ich.“

Es ist 03:47 Uhr und ich sitze aus unerfindlichen Gründen in einer Pfütze mitten auf der Straße. „Maaaaargoooooot!!!“ schreie ich. Niemand antwortet. Während ich mich noch frage, wie ich hier hingekommen bin, beginnen in meinem Kopf kleine Autoscooterwagen ein Wettrennen im Kreis zu fahren. Plötzlich regnet es Glitzer. Mit einem „Puff“ ist Margot wieder da. „Du siehst scheiße aus“, sagt sie trocken. „ACH?!“ brülle ich sie an, „guck mich doch mal an. Ich sitze in einer verfickten Pfütze, mitten in der Nacht, bin Single, meine Klamotten sind dreckig und ich weiß nicht, wo dieser Helmut ist.“ „Hendrik“, sagt Margot. „WAS?“ Ich unternehme gar nicht erst den Versuch aufzustehen, sondern fummele zittrig eine Zigarette aus der pitschnassen Packung und stecke sie mir in den Mund. „Die wird niemals brennen“, erklärt Margot. „Bist du jetzt auch Chemikerin?“ frage ich zurück. „Nimm besser eine von meinen“, sagt die fette Fee und nimmt mir die nasse Kippe aus dem Mund. Stattdessen steckt sie mir eine pinkfarbene Zigarette in den Mund und zündet sie an. Die Zigarette zündet und sprüht lustige Wunderkerzenflunkerlichter. Ich sehe nur noch Glitzer. Alles dreht sich. Irgendwo höre ich ein „Puff“.

Es ist 11:43 Uhr. Ich wache auf. Mein Zeigezeh schmerzt. Ansonsten ist alles so wie immer. Langsam stehe ich auf. In meinem Kopf rollen kleine Eisenkugeln von einer Seite zur anderen. Alles wie immer. Ich ziehe mir warme Socken über und wandere in Richtung Küche. Im Türrahmen bleibe ich stehen und reibe mir die Augen. „Guuuten Moooorgen“, ruft eine kleine, über und über mit Pailetten bedeckte dicke Frau. Mit ihrem leuchtenden Laserschwert rührt sie in einem Topf, mit der anderen Hand reicht sie mir eine Tasse frischen Kaffee. Ich setze mich und kratze mir den Kopf mit den zerwühlten Haaren. „Also nicht geträumt?“ frage ich. „Ja, nicht geträumt!“ antwortet Margot, „sei froh, du bist das Arschloch Kenzo wirklich los, nur mich noch nicht. Ich bleibe so lange wie du mich brauchst.“ „Ok“, sage ich, „Ich brauche dich nicht mehr.“ „Oh oh“, antwortet Margot und fuchtelt mit dem Laserschwert herum, „Wann du mich nicht mehr brauchst, entscheide ich!“ Ich trinke einen Schluck Kaffee, in ihm schwimmen kleine Glitzerpartikel. Das scheint interessant zu werden…

2012-11-17

KRIS MARTIN


Kris Martin (Marrrtööhh, französisch ausgesprochen) ist ein belgischer Künster, der demnächst in der kestnergesellschaft in Hannover seine erste umfassende Einzelausstellung präsentiert. Ich durfte schon beim Aufbau kurz vorbeischauen, weil ich coole Connections habe und mich ein bisschen umgucken. Martin baut Dinge und lässt entscheidende Sachen weg. Zum Beispiel diese Glocke namens "For Whom". Die wurde an dem Tag, an dem ich da war, aufgebaut. Sie schwingt da nun so vor sich hin, hat aber gar keinen Klöppel. Also keine Geräusche, sehr verwirrend, wenn man die Glocke so herumschwingen sieht, stattdessen nur ein Luftzug. Luftzüge sind ja eh der neue heiße Scheiß in der Kunst! Auf der dOCUMENTA gab es ja auch einen Luftzug, den ich als solchen und vor allem als Kunst gar nicht erkannte. Ich finde die Variante mit der Glocke aber wesentlich besser als einfach nur ein Fenster zu öffnen (wie in Kassel), da hat sich wenigstens jemand Gedanken gemacht, wie meine Kunstlehrerin früher gesagt hätte.

Mit zeitgenössischen KünstlerInnen und mir ist das immer so eine Sache: Ich tue mich oft sehr schwer damit, zu erkennen, was das jetzt soll. Und ich gebe das auch gerne zu. Immerhin habe ich Kunstgeschichte studiert und sollte also in der Lage sein, vernünftig und bewusst, mit Kunst umgehen zu können. Manchmal stehe ich aber einfach nur davor und über meinem Kopf schweben viele Fragezeichen. Bestes gutes Hobby übrigens: Auf Ausstellungen gehen und zuhören, was Leute sich gegenseitig so Klugscheißerisches über die Kunstwerke erzählen. Meistens könnte man schon nach dreißig Sekunden dazwischen gehen und rufen: "Humbug!!" Aber man will dann ja auch nicht so sein, ich jedenfalls nicht. Ich mache mich lieber über die Leute lustig, indem ich die Stories später weitererzähle.

Zurück zu Kris. Da kommen gute Dinge auf euch zu, schaut euch das mal an! Es wird sogar einen Heißluftballon mitten in der Ausstellungshalle geben! Dazu kommt: Mit eurer Eintrittskarte könnt ihr euch die Ausstellung so oft anschauen wie ihr wollt. Oder ihr gebt die Karte weiter, das geht auch! Super gut! Am 31. Januar ist Kris Martin zum Künstlergespräch in der kestnergesellschaft zu Gast. Die gesamte Ausstellung wird am 23. November eröffnet und dauert bis zum 3. Februar.







2012-11-15

DIE ILLUMINIERTEN

DIE ILLUMINIERTEN sind mehrere KünstlerInnen, die sich in Hannover zu einem grandiosen Kollektiv zusammengeschlossen haben. Am 24. November feiern sie ihre Premiere im Kino im Sprengel. DIE ILLUMINIERTEN machen Kunst, Literatur, Musik und Film. Im Anschluss an die Premiere unter dem Motto "Komm, wir gehen ins Kino" gibt es noch einen Spielfilm. In Insiderkreisen ist der Film gehypt und geliebt. Noch verraten sie aber nicht, um welchen Knaller es sich handelt. Das dürft ihr euch nicht entgehen lassen. Infos und Fotos der attraktiven Mitwirkenden gibt es auf der Facebook-Seite.

2012-11-12

KUSCHELSCHNITZEL!!!111!!1!

KUSCHELSCHNITZEL!!! Mit Pommes.
In der anderen Hand meine Sucht.
Der Mann und ich waren heute in der Spielzeugabteilung einer großen Kaufhaus-Kette. ICH LIEBE SPIELZEUGABTEILUNGEN. Im Ernst. Ich kann mich da stundenlang aufhalten. Legozeugs, Kuscheleinhörner, allerlei Klimbim, den mensch nicht braucht. Super. Meistens kaufe ich dann am Ende auch mehr für mich als für die Person (in den meisten Fällen ein befreundetes Kind), für die ich da war. Heute führte uns die Aktion "Weihnachten im Schuhkarton" zum Spielzeug. Die Schule vom Mann macht da mit und so kamen wir drauf, auch einen Karton packen zu wollen. Man kann sich aussuchen, für wen man ein Päckchen packen möchte. Junge oder Mädchen und verschiedene Altersklassen. Ich entschied, dass wir einem Mädchen von 5 bis 9 Jahren etwas schenken würden. Nun bringen Spielzeugabteilungen es so mit sich, dass es nichts geschlechtstreueres gibt als diese zwei Abteilungen für Jungs und Mädchen. Auf der einen Seite: Alles rosa und pink, Blumen, Pferde, Feen, Topmodels. Auf der anderen Seite: Klare Linien, blau, schwarz, Feuer (nur Abbildungen), Drachen, Autos. Ich bin 29 Jahre alt. Und trotzdem gibt es für mich nichts geileres als durch diese Abteilungen zu stromern. Als erstes sicherte ich mir gleich zwei Tütchen der Lego-Minifiguren. Ich bin süchtig nach den Dingern (falls ihr tauschen wollt, meldet euch!). 

Oh cool, falls mensch mal "Hauswirtschaftsraum" spielen möchte.
Wer wünscht sich das nicht?! Natürlich mit Frau am Bügelbrett...
Dann mussten wir endlich etwas für den Schuhkarton aussuchen. Ich schlug diverse Sachen vor, die mir gefielen. Nach zehn Minuten musste der Mann seiner feministischen Freundin erklären, dass nicht alles, was wir kaufen würden, rosa sein muss. Ich war kurz abgerutscht in die Zeit als ich noch 9 Jahre alt war... Also schlug ich andere Dinge vor, die dem Mann alle zu gefährlich oder unnütz waren (unnütz! Es geht um Spielzeug!). Er wollte lieber etwas, mit dem auch die Eltern zufrieden wären. In dem Moment stellte ich mir vor, wie wir Weihnachtsgeschenke für unsere zukünftigen Kinder kaufen würden. Und wie der Mann die ganze Zeit sagt: "Nein, das ist unvernünftig und unnütz!" Ich bekam Angst. Dann sah ich die Star Wars Lego-Figuren-Reihe und hatte alles wieder vergessen.

Am Ende konnten wir uns doch auf eine gute Mischung einigen: Malstifte, Seifenblasen, Stift und Anspitzer und zwei Legofiguren aus meiner Sammlung. Alles gut. Jetzt muss ich nur noch lernen, dass ich, wenn wir mal Kinder haben, Spielzeug nicht kaufen darf, um selbst damit zu spielen.

P.S.: ES GAB KLEINE BABYKUSCHELDINOS!!! Die kaufe ich das nächste Mal.


2012-11-07

INSTABUMMSDI

Wahrscheinlich kennt ihr die brandneuen News schon: Es gibt jetzt neue, schicke Instagram-Profilseiten für den Browsergebrauch. Das ist besonders nice, vor allem für meine Mama. Die kann da jetzt immer drauf klicken und gucken, was ich mache: http://instagram.com/ninialagrande! Ihr anderen, die ihr vielleicht auch kein Instagram habt, könnt dort natürlich auch drauf klicken. Und wenn ihr der Sucht schon verfallen seid, dann folgt mir doch. Wie überall: ninialagrande! Was erwartet euch: Viel Egokram, #609060-Gepose, Häschenflausch (Heisenberg is the greatest ) und buntes Glitzerzeug. Bäm.








2012-11-04

VON JUTTA SPEIDEL, PETER MAFFAY UND DER ALLGEMEINEN LAGE IM ZWEITEN DEUTSCHEN FERNSEHEN.


Die Frage ist natürlich, warum wir alle Samstagabend nichts Besseres zu tun haben, als uns vor den Fernseher zu setzen und dieses Leid im Zweiten Deutschen Fernsehen zu verfolgen. Die Antwort lautet: Wir wollen es nicht anders. Wir bekommen durch die Fehler und Ausrutscher Anderer Aufmerksamkeit bei Twitter und Facebook („Haha, er hat geiler, kleiner Junge gesagt!“) und wir wollen gar nicht sehen, dass Markus Lanz irgendetwas richtig machen könnte. Er tut es auch nicht. Doch das kann nicht sein ganz alleiniges Problem sein.

Alles ist schlimm. Diese zweieinhalb Stunden, die Menschen als Unterhaltung bezeichnen wollen, sind eine einzige Aneinanderreihung an nicht-witzigen Sprüchen, Sexismus und geistiger Folterung. Das Problem ist: Niemand hat je behauptet, dass das anders sein würde. „Wetten, Dass...?!“ war schon immer eine einzige Aneinanderreihung an schlimmster Schlechtigkeiten. Nur, dass diese Schlechtigkeiten früher noch 30 Minuten länger dauerten. Allein der Fakt, dass bis zu dem Zeitpunkt, an dem Markus Lanz die Sendung übernahm, Peter Maffay der häufigste Gast war, zeigt doch, dass hier irgendetwas nicht stimmt. Der Moderator wurde ausgetauscht, die Lichter blinken einem fast die Augen weg und Peter Maffay wurde in den ersten zwei Sendungen nicht einmal erwähnt. Ansonsten hat sich nichts geändert. Nichts. Es ist fast so, als würde Thomas Gottschalk in einem Hinterzimmerchen sitzen und Markus Lanz seine schlechten Witze über einen kleinen Knopf im Ohr einflüstern. Der Zuschauende wartet verzweifelt darauf, dass plötzlich aus irgendeiner Ecke Guido Cantz hervorspringt und ruft: „VERSTEHEN SIE SPASS?“. Doch wir warten vergeblich.

Oliver Welke, ein ZDF-eigenes Jüngelchen im Kostüm eines mittelalten Mannes, wird als Mann „im Körper Sigmar Gabriels“ angekündigt. Während er es ausspricht, scheint Markus Lanz selbst zu denken, dass das einfach schlecht ist. Abgrundtief schlecht. Welkes „Heute-Show“ zählt nun 100 Folgen. Das allein ist der Grund dafür, dass er in die traditionsreichste Abendshow der letzten 30 Jahre eingeladen wird. Die Einschaltquoten müssen wirklich schlecht sein, wenn man bei „Wetten, Dass...?!“ versuchen muss, noch ein paar Zuschauer für Herrn Welke abzugreifen. Jutta Speidel führt vor dem Sofa ein Ein-Frau-Stück auf, mit dem unglaublich spannenden Inhalt, wie sie mal in Rom einkaufen ging und von weitem Tom Hanks bei Dreharbeiten erblickte. Ihr Melitta-Mann darf zwar nicht auf dem Sofa sitzen, ist aber gut genug, um beim Sackhüpfen, eine Tiermütze zu tragen und als Hüpfpunkt zu dienen. Und Halle Berry guckt die ganze Zeit genauso wie ich auch schauen würde, wenn ich an ihrer Stelle wäre. Das alles wirkt einfach so verzweifelt. „Wetten, Dass...?!“ ist aktuell das beste Beispiel für „gewollt und nicht gekonnt“.

Und um alles noch ein bisschen anstrengender zu machen, verkleidet sich Atze Schröder als Cindy aus Marzahn und spielt Markus Lanz Assistentin. Als wäre das nicht schlimm genug, erfährt man im Nachhinein, dass Cindy beim nächsten Mal auf jeden Fall wiederkommt und dieses Mal nur wegen der Spielverderber von RTL nicht mitmachen durfte. Ich möchte das alles nicht. Wahrscheinlich gehöre ich einfach nicht zur Zielgruppe von „Wetten, Dass...?!“. Wobei mich schon sehr interessieren würde, wer denn eigentlich in diese Zielgruppe gehört? Menschen, die bei der Information, dass Jutta Speidel mit ihrem Macker eine Radtour gemacht und diese gefilmt hat, vom Sofa aufspringen und ausrufen: „Verdammte Axt, was freue ich mich auf den Montagabend, wenn das endlich im Fernsehen kommt!“? Menschen, die es lustig finden, wenn Halle Berry angedroht wird, dass sie Oliver Welke küssen muss, wenn sie die Wette verliert? Oder Menschen, die einfach zweieinhalb Stunden darauf warten, dass Barbara Schönebergers Fruchtblase platzt, nur um dann vor dem Fernseher laut zu rufen: „Hatta doch jesacht, der Lanz, die wirft heute noch, hatta doch jesacht!“?

Markus Lanz ist nicht alleine schuld an dieser ganzen Misere. Aber das mit den schlechten Sprüchen, die ihm anscheinend fünf Minuten vor der Show heimlich auf die Moderationskarten gekritzelt werden, das könnte er lassen. Und sich eine Brille kaufen. Dann muss er die Augen nicht mehr so zusammen kneifen, wenn er vom Teleprompter abliest. Das wäre ein Anfang.

SLAMMER FILET MIT COLA AUS GANZ KLEINEN GLÄSERN

Beim Slam in Bremen werden immer sehr, sehr gute Videos gedreht. Hier eines von meinem letzten Besuch. (Wie sehr ich auch diese automatisch generierten Stills aus den Videos liebe... Duckface ftw.)

2012-11-03

VIELLEICHT LIEBER MORGEN.

Wieder so ein Film, der schneller in die Kinos gekommen ist, als ich es geschafft habe, das Buch zu lesen. Das muss ich aber in jedem Fall nachholen. "Vielleicht lieber morgen" ist ein wirklich toller Coming-Of-Age-Film, der zwar in einer amerikanischen Highschool spielt, sich aber trotzdem von den allgemeinen Highschool-Filmchen unterscheidet.

Charlie schreibt Briefe. An wen diese Briefe gehen, bleibt unbekannt. In den Briefen erzählt Charlie seine Geschichte. Wie er aus der Mittelschule in die Highschool kam. Er beschreibt seine Angst, dass alles wieder so schlimm wie in der alten Schule werden würde und direkt zu Beginn wird klar, dass mehr hinter den Problemen von Charlie steckt als nur pubertäre Schwierigkeiten. Charlie lernt ein paar Freunde kennen, die ihn aufnehmen auf die "Insel der ungeliebten Spielsachen". Er verliebt sich, liest, schreibt und feiert. Und doch wieder immer wieder klar, wie sehr seine Seele gelitten haben muss (worunter wird erst ganz am Ende des Filmes klar und ist sehr, sehr erschreckend). Der Film endet gut, sowohl für die Figuren als auch für die Zuschauenden. Und trotzdem bleibt ein Nachgeschmack, der erst einmal verdaut werden muss.

Der Mann und ich waren beide sehr begeistert von dem Film. Die DarstellerInnen (Emma Watson ist wirklich grandios! Auch ohne Harry und Ron.) haben mich alle umgehauen. Tolles Spiel und gute Mimik. Die Story ist sehr gut umgesetzt und lässt mich auch als Ende 20jährige aus dem Kino gehen, ohne zu denken, ich hätte gerade einen reinen Teenie-Film gesehen. Ich bin durch und durch geflasht und freue mich auf den Roman. Mein Tipp: Aug jeden Fall anschauen!