2012-07-26

ICH BIN MÜDE.

Ich bin müde.
Ich bin so müde.
Ich bin so müde, dass mir fast die Augen zufallen.
Ich bin so müde, dass mir fast die Augen zufallen und mein Atem automatisch langsamer geht.
Ich bin so müde, dass mir fast die Augen zufallen und mein Atem automatisch langsamer geht und ich deinen Arm auf meinen Brüsten spüre, ohne dass er da ist.
Ich bin so müde, dass mir fast die Augen zufallen und mein Atem automatisch langsamer geht und ich deinen Arm auf meinen Brüsten spüre, ohne dass er da ist und alle Glieder schwer werden.
Ich bin so müde, dass mir fast die Augen zufallen und mein Atem automatisch langsamer geht und ich deinen Arm auf meinen Brüsten spüre, ohne dass er da ist und alle Glieder schwer werden und der Kissengeruch in meiner Nase festhängt.
Ich bin so müde, dass mir fast die Augen zufallen und mein Atem automatisch langsamer geht und ich deinen Arm auf meinen Brüsten spüre, ohne dass er da ist und alle Glieder schwer werden und der Kissengeruch in meiner Nase festhängt und sich Traumsequenzen im Kopf festsetzen.
Ich bin so müde, dass mir fast die Augen zufallen und mein Atem automatisch langsamer geht und ich deinen Arm auf meinen Brüsten spüre, ohne dass er da ist und alle Glieder schwer werden und der Kissengeruch in meiner Nase festhängt und sich Traumsequenzen im Kopf festsetzen und ich nichts anderes denken kann als „schlafen, das wär jetzt gut“.
Ich bin so müde, dass mir fast die Augen zufallen und mein Atem automatisch langsamer geht und ich deinen Arm auf meinen Brüsten spüre, ohne dass er da ist und alle Glieder schwer werden und der Kissengeruch in meiner Nase festhängt und sich Traumsequenzen im Kopf festsetzen und ich nichts anderes denken kann als „schlafen, das wär jetzt gut“.
Ich bin so müde, dass mir fast die Augen zufallen und mein Atem automatisch langsamer geht und ich deinen Arm auf meinen Brüsten spüre, ohne dass er da ist und alle Glieder schwer werden und der Kissengeruch in meiner Nase festhängt und sich Traumsequenzen im Kopf festsetzen.
Ich bin so müde, dass mir fast die Augen zufallen und mein Atem automatisch langsamer geht und ich deinen Arm auf meinen Brüsten spüre, ohne dass er da ist und alle Glieder schwer werden und der Kissengeruch in meiner Nase festhängt.
Ich bin so müde, dass mir fast die Augen zufallen und mein Atem automatisch langsamer geht und ich deinen Arm auf meinen Brüsten spüre, ohne dass er da ist und alle Glieder schwer werden.
Ich bin so müde, dass mir fast die Augen zufallen und mein Atem automatisch langsamer geht und ich deinen Arm auf meinen Brüsten spüre, ohne dass er da ist.
Ich bin so müde, dass mir fast die Augen zufallen und mein Atem automatisch langsamer geht.
Ich bin so müde, dass mir fast die Augen zufallen.
Ich bin so müde.
Ich bin müde.
Ich bin. Wach.

2012-07-24

KANN NICHT GENUG VON IHRER STIMME KRIEGEN: JESSIE WARE

Ich fahre bald irgendwo hin, wo man auch gut am Strand liegen und Musik hören kann. Dafür eignet sich Jessie Ware super gut. Sie ist der neue heiße Scheiß aus Großbritannien und das zu Recht. Mich erinnert sie ein bisschen an Annie Lennox und Shadé. Das ist positiv. Das Album kommt am 20. August. Hört, hört!



2012-07-23

MISS LAGRANDE WIRD NOCH SCHÖNER.

Oh, hier! Ein Beauty-Post! 


Ich war bei der Kosmetikerin. Das war eine völlig neue Erfahrung für mich. Wenn ich bei Auftritten von Menschen geschminkt werde, finden die meine Haut zwar immer sehr schön, aber ich selbst kenne natürlich die Macken. Wenn mein Gesicht von anderen zugekleistert wird, dann kann es sich immer ganz toll benehmen. Wenn ich aber alleine mit ihm bin, dann zeigt es oft, was in ihm steckt. Um mal diese Erfahrung mit den ominösen Tiegelchen und Tübchen zu machen, bin ich also losgezockelt zu Christiane. Christiane ist sehr nett und hat eine schöne Frisur (schöne Haut natürlich auch). Ihr Kosmetikstudio ist in Hannover, in der Nähe meines Büros, also bin ich nach Feierabend direkt zu ihr. Meine Haut lechzte nach Entspannung. Und was soll ich sagen: Die haben dort einen Hund! Einen sehr niedlichen Hund. Da war schon einmal alles geritzt.

Dann durfte ich die Schuhe ausziehen und mich hinlegen, wie zu Hause. Christiane erklärte mir, was sie so mit mir vorhat, welche Wirkung die ganzen Dinge haben werden und wollte von mir wissen, wie ich mein Gesicht pflege. Ich mache das allein schon durch tägliches Abschminken (immer! auch, wenn ich hart gefeiert habe!), waschen und regelmäßige Masken wohl schon ganz gut. Dann ging's los. Kinder! Die Frau hat mein Gesicht massiert, das war göttlich. Alles war sofort komplett entspannt. Grandios. Dann habe ich allerlei Zeug auf das Gesicht bekommen. Es roch gut und fühlte sich super an. Danach wurde mein Gesicht beheizt. Für manche Menschen ist das sicherlich schön, ich fand es sehr gewöhnungsbedürftig. Ich gehe auch nicht in die Sauna, weil es mir dort zu heiß ist. Und durch diese warme Luft direkt im Gesicht, hatte ich Panikmacherin sofort Schiss, ich könnte gleich nicht mehr atmen. Das Gegenteil war der Fall. Ich konnte dann doch ganz gut atmen.
Danach hat sie ordentlich herumgedrückt und Dreck aus meinem Gesicht geholt. Ja, erstaunlicherweise habe auch ich manchmal Dreck im Gesicht. Dann wurde wieder geschmiert, massiert und eingecremt, was das Zeug hält. Mit Maske und allem Pipapo.

Ganz am Schluss hat sie noch meine Augenbrauen gezupft. Nur ein ganz bisschen, weil ich gleich sehr panisch aufschrie: "Nicht zu dünn!" Mit 15 hatte ich nämlich die typischen 80er-Madonna-Augenbrauen. Ich sah aus wie die Schwester von Bert. Mit 15 möchte man aber nicht so aussehen, deswegen zupfte ich ganz viel weg. Zu viel. Meine Augenbrauen sind mein Lebensprojekt und jetzt eigentlich recht gut. Nach dem Besuch bei Christiane sind sie noch besser. Sie wollte die Brauen zwar noch etwas kürzen, ich aber nicht und so stellte sie einfach fest: "Deine Augenbrauen sind dann eben so wie du. Ein bisschen verrückt." OK!

Alles in allem war ich sehr zufrieden und werde bestimmt bald wieder bei ihr klingeln. Vor allem wegen der Massagen und diesem Honigzeugs, das in meinem Gesicht war.

Alle Infos über Christanes tollen Salon findet ihr auf Facebook! Sie freut sich über neue Fans und Kunden!

2012-07-22

HAMBURG. TURBOGUT.

Fans einer norwegischen Musikkapelle in Hamburg.


Der Mann bekam zum Geburtstag von mir Tickets für das Konzert von Turbonegro in Hamburg. Völlig uneigennützig verschenkte ich diese und hatte Glück, dass er sich ausgerechnet für mich als seine Begleitung entschied. Wir also ab nach Hamburg. Der lustigste Typ am Konzertabend war der, der an allen Besuchern vorm Knust vorbei lief, fünf Red Bull Dosen mit sich trug und morgens, vielleicht aus Versehen, eine 90er-Jahre-Technohose angezogen hatte. Er schaute. Schaute ein zweites Mal und rief aus: "Ey, was ist das hier?!" Oder die vier Mädchen, die klugerweise folgenden Fakt bemerkten: "Die tragen alle die gleiche Jacke!" Die Band war ohne Frage megagut und, was für ein Glück, es gab eine Galerie, auf der ich stehen durfte und so ALLES sah. Grandioser Abend. Am nächsten Tag habe ich viel zu viel Geld für schöne Dinge ausgegeben und sah mir mit schönen Menschen die "Alice im Wunderland"-Ausstellung der Kunsthalle an. Schönes Wochenende.


Zur Belustigung von Touristen wie mir verteilte die Stadt Hamburg Menschen auf Bänke. P.S.: Ich trinke nur Wasser.
Wenn der Mann seinen Daumen auf einen bestimmten Punkt oberhalb meiner Brust drückt,
wird automatisch ein Foto von uns gemacht. Gutes Gimmick meines Körpers.
Neues aus meiner Reihe "Miss LaGrande sitzt auf Bänken".
In Hamburg bin ich plötzlich 90 Zentimeter gewachsen.
Von wegen Spinat.  Ausflüge helfen besser.
Einen neuen Hut habe ich mir auch gekauft.

Ansonsten kauften der Mann und ich noch tote Tiere für unsere Wände daheim.


2012-07-19

FAHRSTUHLGLÜCK.

Wenn wir uns küssen, schmeckt das wie alter Wein, der niemals zu lange im Keller liegen kann. Wie die Bibliothek, in die man sich zurückzieht, wenn alles andere als in Fantasiewelten flüchten, keinen Sinn mehr macht. Wie Schlaf, der genau jetzt die richtige Länge erreicht hat und bereit ist, sich bis zum Abend zu verabschieden. Wenn wir uns küssen, ist alles richtig.

„Drei Momente des Glücks musst du erleben, dann kannst du ihm erlauben, dir einen Ring an den Finger zu stecken“, hat meine Großmutter immer gesagt. Und ich frage mich seither, was es denn ist, das als Glück gelten kann. Ich denke so viel nach, dass ich Momente, die möglicherweise als Glück benannt werden könnten, gar nicht bemerke. Und dann sind sie auch schon wieder vorbei.
Und die Frage ist nicht, ob wir uns lieben, sondern ob wir es für immer tun.

Weißt du noch, am ersten Tag. Als wir einfach nur Fahrstuhl gefahren sind. Immer wieder Fahrstuhl. Wir sind durch die Stadt gestromert und haben alle Fahrstühle benutzt, die wir finden konnten. Ich habe so viel gelacht. Nie habe ich vorher so viel an einem Tag gelacht.
Auf und ab.
Auf und ab.
Auf und ab.
Keine Stadt kann so groß sein, dass wir nicht alle Fahrstühle finden würden. Haben wir auch geredet. Ich weiß es nicht mehr. Du warst einfach da und hast meine Hand gehalten und bist mit mir gerannt. Von Fahrstuhl zu Fahrstuhl. Und in den Fahrstühlen habe ich gesungen und du hast mir zugehört. Von Liebe und Leid und allem, was in Liedern so vorkommt. Vielleicht war das Glück.

Der Tag als deine Mutter starb. Das war kein Glück. Du hattest einen komischen Blick. Einen Blick, den ich vorher und nachher nie wieder an dir sah. Mit diesem Blick sahst du mich an und sagtest: „Meine Mutter ist tot.“ Ich verstand es nicht. Ich konnte es nicht verstehen. Das war etwas Neues. Den Tod kannte ich noch nicht. Dann sollten wir uns alle ganz schwarz anziehen und schrecklich traurig gucken, als wir uns in der Kathedrale trafen. Und weil ich dachte, es gehöre sich so, schluchzte ich jedes Mal ganz fürchterlich doll, wenn der Pastor den Namen deiner Mutter sagte. Und du drücktest jedes Mal meine Hand und dachtest wohl, ich würde sehr mit dir fühlen. Doch das einzige, was ich fühlte, war, dass das jetzt kein Glück sein kann.

Danach sperrten wir uns eine Woche lang in deine Wohnung ein und lagen nur auf dem Bett. Wir hatten emotionslosen Sex, der sich einreihte in all die Aktivitäten, die wir nur taten, um nicht über den Tod sprechen zu müssen. Ich rauchte viel zu viel und konnte die verschiedenen Flaschen, die wir tranken nicht mehr voneinander unterscheiden. Weißt du noch, ob wir etwas aßen. Wir mussten doch, es war eine ganze Woche. Oder kam es mir nur so lange vor. Plötzlich nahmst du meine Zigarette, drücktest sie aus und sagtest: „So. Und nun können wir wieder leben.“ Das nicht wir diejenigen waren, die gestorben sind, merkte ich erst, als wir frisch geduscht und mit ehrlichen Küssen übersät auf den Schaukeln des alten Spielplatzes saßen und so, so sehr schaukelten, dass ich mit der Hand fast den Himmel berühren konnte. Vielleicht war es nur schön, weil vorher so viel Schlechtes da war. Aber vielleicht war es auch einfach Glück.

Und dann kam ich nach Hause und du warst nicht da. Du warst nicht in der Küche, wo du eigentlich immer warst, wenn ich heim kam, weil du etwas kochtest, was wir dann zu zweit verspeisten. Du warst nicht im Wohnzimmer, wo du gesessen hast, wenn du lesen wolltest. Und so dachte ich, du seist nicht da und ging ins Schlafzimmer, um irgendwas zu tun. Ich weiß es nicht mehr. Ich weiß einfach nicht mehr, was ich im Schlafzimmer wollte. Kira hat sehr schöne Brüste. Wie sie da so auf dir saß, die Arme hinter dem Kopf verschränkt und mit geschlossenen Augen, da sahen ihre Brüste wirklich sehr schön aus. Trotzdem wusste ich gleich, dass das kein Glück war, was in unserem Bett passierte. Du hast erschrocken meinen Namen gerufen. Kira hat ihre schönen Brüste mit ihren Händen bedeckt und mich sehr komisch angeschaut. Irgendwie verzweifelt. Und ich habe, glaube ich, nur dort gestanden, geschaut und gewusst, dass Glück so nicht geht. So nicht. Es passierten lauter Dinge. Kira zog sich an und du auch und ich stand. Kira wisperte irgendwelche Entschuldigungen und du hast vielleicht ein bisschen geweint und ich stand. Kira ging aus der Wohnung und du standest halbnackt vor mir und hast meine Schultern gehalten und ich stand. Dann hat niemand mehr etwas gesagt und ich bin wieder gegangen.

Nachdem ein bisschen oder mehr Zeit vergangen war, haben wir uns wieder gesehen. Ich wollte etwas aus der Wohnung holen und fand im Flur ein Modell eines kleinen Fahrstuhls mit zwei Puppen in ihm, die unsere Fotos als Köpfe trugen. Auf den Fotos lachten wir. Du hast in der Küche gesessen und mich angesehen und gesagt, du würdest so gern noch einmal mit mir Fahrstuhl fahren. Dass das nicht fair war, weißt du selbst. Und trotzdem habe ich dich geküsst und wusste plötzlich, dass das genau richtig ist. Wenn wir uns küssen, ist alles richtig. Und vielleicht ist das das einzige Glück.

2012-07-18

ANNA ROSE

Im Kalender steht Juli. Die Welt vorm Fenster sagt: Herbst mit zu schwüler Luft. Deshalb heute ein bisschen Musik, die super in den Herbst passen würde, aber jetzt auch schon hörbar ist. Musik von Anna Rose.

2012-07-16

DIE KOMISCHE WELT VON SAT.1. ODER: KLEINE MENSCHEN, GROSSE SCHEISSE.

Wenn ich Menschen anbieten würde, mit mir in einen Zirkus oder eine Ausstellung zu gehen, in der kleinwüchsige oder anders körperlich oder geistig behinderte* Menschen ausgestellt werden, würde mit Sicherheit jeder angewidert abwinken. So etwas schaut man sich nicht an. Behinderungen werden doch nicht zur Schau gestellt. Läuft eine Sendung, die im Prinzip das gleiche Format verkörpert, im Fernsehen, dann ist das natürlich nicht schlimm. Das ist doch interessant, zu sehen, wie die kleinen Leute leben. 

Annina hat mich auf eine neue Sendung aufmerksam gemacht, die ab dem 19. August auf Sat.1 laufen soll: "Die große Welt der kleinen Menschen". Schon bei dem Titel möchte ich eigentlich spontan kotzen. Kleinwüchsige werden bei ihrer Hochzeit, Küchenkauf und anderen "alltäglichen Herausforderungen" begleitet. Ulla Kock am Brink wird diese Sendung moderieren und ich verspreche mir leider nicht besonders viel Positives davon. Ich erwarte eine mitleidserregende Kackscheiße, die nicht im Geringsten den Alltag eines kleinwüchsigen Menschen realistisch darstellen wird. RTL II hat sich nämlich schon mal an dieser verrückten Spezies, die wir für viele offensichtlich darstellen, abgearbeitet. In "Kleine Leute, große Welt" (ein Schelm, wer entfernte Ähnlichkeiten zum Sat.1-Titel erkennt) wurden ebenfalls Kleinwüchsige begleitet. Ein paar Mallorca-Promis durften sich mit ihnen vor der Kamera zeigen, um deutlich zu machen, wie ganz egal ihnen das ist, ob da ein Behinderter oder vermeintlich Gesunder neben ihnen sitzt. Und zwei Mädels gingen mit der Kamera auf Kontaktsuche (natürlich können Kleinwüchsige auch nur unter ihresgleichen nach Partnern suchen, das ist ja mal ganz klar). Interessant in Reportagen dieser Art ist auch, dass sie meist nur Menschen mit einer bestimmten Form des Kleinwuchses zeigen: die typischen "Zwergendarsteller" aus Hollywood mit großem Kopf und kleinen Gliedmaßen. Dabei gibt es so viele unterschiedliche kleine Menschen. So wie es auch unterschiedliche große Menschen oder unterschiedlich dicke Menschen oder unterschiedlich blonde Menschen gibt (die Liste ist unendlich erweiterbar).

Es gibt für mich nichts Schlimmeres als positive Diskriminierung. Kommentare nach dem Motto "das ist ja toll, dass du das machst, obwohl du kleiner bist". Das ist nicht toll. Es ist gut. Es ist gut, dass ich das auch machen kann. Aber es wäre einfach schlimm, wenn es nicht ginge. Ich bin nicht mutig, nur weil ich vor die Haustür gehe, wie alle anderen Menschen auch. Es hat auch nichts mit Mut zu tun, sich den blöden Blicken und Sprüchen auszusetzen. Sondern es ist einfach völlig asozial** antisozial, scheiße und unmutig von den Anderen solche Blicke und Sprüche zuzulassen oder gar selbst zu äußern. In dieser Sache habe ich keinen Mut. Ich habe nur ein dickes Fell.

Allerdings: Es gibt auch gute Beispiele im TV. Ich habe schon ein paar Dokumentationen und Beiträge gesehen (nie bei den Privaten), die ohne Wertung einfach gezeigt haben, welche Hürden es im wahrsten Sinne des Wortes für kleine (oder auch sehr große) Menschen manchmal gibt.
Und: Ich verabscheue das Wort "Kleinwüchsige", obwohl ich es in diesem Beitrag mehrmals verwendet habe. Aber ich finde, das hört sich einfach bescheuert an, findet ihr nicht? Mein Vater ist mit seinen 1,93 schließlich auch kein "Großwüchsiger". 
Und: Wenn ihr (mal) Kinder habt und die sehen kleine Menschen und wundern sich. Dann lasst sie nachfragen! Ich finde das gut, wenn die mich selbst fragen. Dann kann ich ihnen nämlich gleich erklären, dass nicht jede/r Kleinwüchsige ein/e "Liliputaner/in" ist. Und nicht bei allen ist es vererbt oder durch Drogen in der Schwangerschaft oder sonstige Einflüsse entstanden. Manche Menschen sind einfach klein. Get over it.


Ich bleibe nun also in spannender Erwartung auf die Sendung und habe mir bereits einige lustige Begleitaktionen ausgedacht. Und dabei fiel mir ein: Interessiert es euch eigentlich, an was ich aufgrund meiner Größe manchmal scheitere? Dann mache ich daraus eine neue Blogreihe. Allerdings auf meinem Niveau, nicht auf dem von RTL II und Co.! 

Zu diesem Thema empfehle ich euch noch völlig uneigennützig meinen eigenen Text "... und ganz, ganz viele Doofe" und die Illustrationen von Becky.

*Ich nutze wesentlich lieber den Begriff "behindert" als "benachteiligt". Ich empfinde mich nicht als benachteiligt, stoße aber ab und an auf Dinge, die mich behindern (hohe Regale, große Treppen usw.).

**Ich wurde von einer Leserin auf die schwierigen Umstände dieses Begriffs aufmerksam gemacht und habe ihn deshalb im Nachhinein geändert. Vielen Dank für den Hinweis!

2012-07-10

ZU ALT. ZU JUNG. WAS DENN NUN?

Der Mann und ich haben gestern für ein Schweinegeld Isomatten gekauft. Weil wir beide neue brauchten. (Wenn man welche loswerden will: Da freuen sich Obdachlosenverbände und Co. immer drüber. Oft wird auch direkt auf Festivals gesammelt). Eine stinknormale Matte hätte schon über 20 Euro gekostet. Weil wir aber zart besaitet und völlig luxusverwöhnt sind, mussten es welche sein, die sich selbst aufpusten. Die waren natürlich noch teurer. Dazu kommt, dass ich mir dieses Jahr einen Klapppavillon kaufte. Also auch Luxus. Nix mit „wir bauen jetzt mal drei Stunden auf“. Ich besorge mir das alles nur für Festivals. Ich habe nicht vor, einen anstrengenden und nervenzehrenden, dreiwöchigen Campingtrip zu machen. Vor zehn Jahren war mir egal, ob ich überhaupt eine Isomatte dabei gehabt hätte. Hauptsache, ich sah gut aus und hatte genug Bier. Jetzt packe ich Trockenshampoo und eine neue Isomatte ein. Ich bin jetzt also alt.

Gestern regte ich mich insgeheim über ein paar Jungs auf, die unter meinem Bürofenster skateten („skateten“ à komisches Wort). Ich musste arbeiten und die waren laut und es war warm und... Ich bin also jetzt alt.


Andererseits führt allein schon der Umstand, dass ich überhaupt noch auf ein Festival fahre, bei meiner Mutter zu der Feststellung, dass ich noch viel zu sehr „in meinen Studentenjahren festhänge“ (ich habe 2008 meinen Abschluss gemacht!). Sehr zuträglich ist auch die Tatsache, dass der Mann und ich in der Küche ein Poster mit Tesafilm befestigt haben. Und überhaupt, dass ich in meiner alten „Bude“ (31 m²-Maisonttenwohnung) nicht einen Einrichtungsstil komplett durchgezogen habe. Ich bin also noch ziemlich jung. Oder falsch: Ich benehme mich zu jung.

In meinem Alter waren meine Eltern und viele ihrer Freunde schon lange verheiratet und (fast) alle hatten Kinder. In meinem Alter wundere ich mich darüber, dass die XY ja schon „so früh“ heiratet. Was stimmt denn da nicht? Liegt es daran, dass ich das Glück und Privileg hatte, studieren zu dürfen und meine Eltern direkt nach der Schule in die Ausbildung gegangen sind und dann viel früher fertig waren mit allem? Liegt es daran, dass heute sowieso „alles“ anders ist? Und wie ist das bei euch?

2012-07-04

PAPAGEI.TV - DIE SHOW II

Ich stand mal wieder für papagei.tv vor der Kamera. In mehrfacher Ausführung... auf der Facebook-Page der Papageien gibt's dazu ein kleines Gewinnspiel. Übrigens: Die Frau neben Gene Simmons ist meine "kleine" Schwester!