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| Ich saß gemütlich eingequetscht fünf Stunden lang in der Mitte. Hier haben alle noch auf Susi gehört. |
Ich war in Luxemburg. Das ist ein lustiges Land. Es fängt schon damit an, dass ich als Kind immer dachte, dieses Land würde Luxen(!)burg heißen und bestünde nur aus einer Stadt. Das stimmt beides nicht. Es gibt zumindest noch eine weitere Stadt und die heißt Wiltz. Wiltz ist völlig crazy und besteht aus Unter- und Oberwiltz. Die Verbindungsstraße zwischen diesen Stadtteilen war gesperrt und so war Susi, unser Navigationsgerät, sehr überfordert mit ihrer eigentlichen Aufgabe. Die Luxemburger sind aber sehr nett, zumindest die aus Wiltz und nach nur 543 Gesprächen kannten wir den richtigen Weg. Nach "bis zur Tankstelle und danach kommt irgendwas" haben wir auch schon die Location gefunden. Das "Prabbeli" stellte sich als architektonisches Meisterwerk heraus, das hinten dran auch noch einen Irrgarten zur allgemeinen Belustigung beherbergte.
Die Luxemburger nennen ihr Bier liebevoll Simon, was sich schon mal wesentlich erotischer anhört als Becks oder Wolters. Sie besitzen schöne Teppiche, die sie auf Bühnen platzieren und wissen im Allgemeinen ziemlich gut, wie man Gäste behandelt. Man schenkt ihnen nämlich kleine Blätterteigrollen mit ganz viel Mett innen drin. Sehr gut.

Unser Auftritt war natürlich ganz große Klasse. Man soll sich nicht selbst loben, aber ich denke, wir haben die Messlatte für zukünftige kulturelle Geschehnisse in diesem Land ziemlich hoch gelegt. Zwei Musiker, drei Autorinnen und ein begeistertes Publikum, das in kompletter Zahl einfach dageblieben ist und mit uns Simon getrunken hat. In diesem Zusammenhang stellte sich auch heraus, dass wir nur knapp 500 Kilometer von Hannover aus fahren mussten, um wiederum auf Hannoveraner zu treffen. Die saßen nämlich im Publikum, weil sie seit 15 Jahren in Wiltz wohnen. Von ihnen erfuhren wir auch, dass man als Pädagoge auf jeden Fall nach Luxemburg auswandern sollte, weil man einfach komplett reich wird bei der Bezahlung. Die gesamte Aktion war wirklich schön und so beschlossen wir, zukünftig öfter in dieser Konstellation aufzutreten (also Pauline, Rikje, Simon [nicht das Bier, sondern der Musiker], Julius und ich).
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| Geschwister beim Soundcheck. |
Am nächsten Tag suchten wir den Belgier in Wiltz. Dabei handelte es sich um einen Bäcker, der das beste Olivenbrot im ganz Wiltz bäckt. Der war allerdings, ganz im Gegensatz zu den allgemeinen Regeln in Luxemburg, geschlossen. An einem Sonntag. So mussten wir auf Eclairs ausweichen. Nach einer großräumigen Erkundung des Irrgartens und der Deutung sämtlicher Kunstwerke, die sich in eben diesem befanden, machten wir uns auf den Rückweg. Zum Abschluss stellte sich noch heraus, dass ich immer noch die besten Kaugummiblasen machen kann. War für mich keine Überraschung. Ein schönes Wochenende.