2012-01-29

Storytelling

Die Videos habe ich schon auf meinem tumblr gezeigt und ich bin so begeistert von der Idee, dass ich die hier auch einfach nochmal reinhaue. Wenn ich Inspiration suche und schreiben will, stelle ich mir oft vor, wie Menschen leben, die neben mir im Zug sitzen, oder ich schaue mir Bilder an und in meinem Kopf entsteht eine Geschichte. Genau das ist in diesen Videos auch passiert. Grandiose Kunst.


Nighthawks 21-12 from Tom Firestone on Vimeo.


The Scream from Sebastian Cosor on Vimeo.

2012-01-25

U-Bahn.

Aegidientorplatz

Weil es so viele schöne Dinge gibt, die hier keinen Platz finden, gibt es mich jetzt auch bei tumblr. Dort richte ich mir ein Museum voller Dinge ein, die ich schön finde. Folgt mir, wenn ihr mögt. 





2012-01-24

Dichter und Kämpfer auf der Berlinale

Über das Filmprojekt "Dichter und Kämpfer" habe ich ja schon einmal berichtet (verzeiht das Layout im alten Post). Jetzt ist der Film komplett fertig und wird auf der Berlinale (whuhuu!) Premiere feiern. Das wundervolle Artwork stammt übrigens von Markus Freise, seines Zeichens ebenfalls Slammer. Ich hoffe, dass ich die Gelegenheit bekommen werde, den Film irgendwo in der "Nähe" zu sehen. Der aktuelle Trailer verspricht nämlich einiges. Also haltet Augen und Ohren offen und schaut euch den Film bei Möglichkeit unbedingt an. Mehr Infos gibt's auch auf der Facebook-Seite der Macher.

2012-01-23

440Hz

Es gibt mal wieder ein sehr professionelles Video von mir. Katja Hofmann, Pauline Füg und ich sind jetzt eine Ukulele-Mädchenband. Katja bringt uns geduldig die Spielerei bei und wir wollen euch auf unserer Facebook-Seite zeigen, wie wir steinreich und berühmt werden mit unserer Musik. Dieses Video findet ihr auch dort (und anderes cooles Zeug):


video

2012-01-20

Wie ich mal meiner Schwester keinen Gefallen tat und dabei Kai Pflaume traf.

Die Frau am anderen Ende der Leitung hört sich an als würde sie hyperventilieren: „Haaaaiiii! Hier spricht die Imke aus der Nur-die-Liebe-zählt-Redaktion.“ Sie wartet. Ich überlege, ob ich jetzt etwas sagen muss, mir fällt aber außer „Imke ist aber kein schöner Name“ nichts ein. „Ninia?“ fragt Imke sicherheitshalber nach. „Ja“, sage ich. „Ninia, schön. Ninia, ne? Also nicht Nina. Ninia ist richtig?!“ fragt die Heliumfrau. „Ja“, sage ich. „Schön“, sagt sie. Als ich nachdenke, ob ich jetzt fragen muss, ob sie wirklich Imke und nicht Irmke heißt, redet sie endlich weiter. „Ninia, du hast uns einen Brief geschrieben und, Üüüüberaschung! Wir haben uns für dich entschieden“, trällert Imke. „Schön“, sage ich. In Wirklichkeit weiß ich überhaupt nicht, was sie meint. Dann dämmert es mir langsam.

Vor vielen Wochen waren meine Schwester und ich gemeinsam bei H&M. Hinter der Kasse stand ein Verkäufer. Er hatte blonde Haare und sah recht nett aus. Meine Schwester war derselben Meinung. Sie grübelte die ganze Zeit, weil sie sich ziemlich sicher war, ihn zu kennen. Ich schlug ihr vor, ihn anzusprechen, aber sie traute sich nicht. „Dann schreibe ich halt einen Brief an Kai Pflaume“, sagte ich . Um sie zu ärgern. Ihr großer Fehler war dann zu sagen: „Haha, mach doch.“ Und ich machte.

Imke kann sehr lange reden, ohne Luft zu holen: „Wir fanden deinen Brief sehr witzig und das hört sich nach einer schönen Geschichte an. Meinst du denn, Antonia, deine Schwester, ist noch in den Verkäufer verliebt?“ „Ähm“, sage ich. „Ja, naja, also verliebt…. bestimmt!“ „Das ist gut“, jubelt Imke. Sie erklärt mir, dass sie mir gleich eine Mail schicke, in der sich ein Foto von besagtem Kassierer befinde. Ich solle sagen, ob er es ist. Wir legen auf, ich checke meine Mails und gucke dem Kassierer in die Augen. Imke ruft wieder an: „Uuuuund?“ „Ja, er ist es“, sage ich. „Ok, Ninia, bist du dir sicher, dass er nicht schwul ist? Ich meine, er ist schließlich Verkäufer.“ Ich schließe kurz die Augen, um mich zu beruhigen. „Ja, ich denke, er fand meine Schwester auch nett, er hat sie angegrinst“, lüge ich. „Guuuut, seine Chefin sagt auch, dass er auf Frauen steht“, verrät Imke. „Ok, Ninia, du musst am Samstag nach Köln kommen.“ Ich schlucke. Nach diversen „Ich habe kein Geld und kann die Fahrkarte deshalb auch nicht vorstrecken und eigentlich habe ich auch keine Zeit“-Versuchen lässt Imke von mir ab und sagt, dass ich mir dann eben am nächsten Tag eine Kamera aus einem Geschäft, mit dem sie noch sprechen wird, abholen muss und dann machen wir ein Telefoninterview und dabei muss ich die ganze Zeit in die Kamera sprechen. Und so machen wir es.

Ich erzähle also die ganze Geschichte nochmal der Kamera, während Helium-Imke mir über das Telefon Anweisungen gibt. Zehn Minuten später klingelt ein Bote, holt das Band ab und bringt es nach Köln. Und ich habe plötzlich das Gefühl, das Privatfernsehen hat seine Spitzel überall. Zwei Tage später meldet sich Imke und sagt, wann Antonia zuhause überrascht werden soll. ICH SOLL MIT NIEMANDEM DARÜBER REDEN. Das ist natürlich nicht sonderlich einfach umzusetzen. Vor allem, weil ich schon in den letzten zwei Tagen jedem erzählt habe, dass meine Schwester bald von Kai Pflaume überrascht wird. Und dann fahre ich unter fadenscheinigen Gründen mitten unter der Woche nach Hause und besuche meine Familie. Mama ist eingeweiht.

Es klingelt. Meine Mutter hat sich im Badezimmer eingeschlossen, man hört ein leicht hysterisches Glucksen. Ich sitze am Computer. Meine Schwester brüllt: „Es hat geklingelt!“ Meine Mutter brüllt zurück: „Ja, dann mach auf.“ Antonia rennt runter, bleibt stehen, schaut durch den milchigen Glaseinsatz in der Tür und ruft: „Nein, mache ich nicht, da ist eine Kamera.“ Daraufhin öffnet meine Mutter die Tür. Kai Pflaume strahlt sie an und sagt: „Hallo, wir wollen zu Ihrer Tochter.“ Dann muss Antonia doch vor die Kamera. Und während Kai Pflaume ihr erklärt, was los ist und meine Mutter verarbeitet, wie groß und gutaussehend Kai Pflaume ist, fragt mich Helium-Imke, die natürlich dabei ist, etwa zwanzig Mal, ob ich auch nichts erzählt habe. Draußen steht das riesige Wohnmobil von Kai und nach und nach setzen sich alle Nachbarn vor ihre Haustür, um das Spektakel zu beobachten. Antonias beste Freundin ist gerade aus dem Bus gestiegen und spekuliert mit dem alten Mann von hinten links, ob es wohl um den Exfreund oder eher um einen heimlichen Verehrer geht. Der alte Mann setzt zehn Euro auf den Exfreund.

Antonia nimmt eine Videobotschaft auf. Kai Pflaume fährt wieder weg und alle tun so, als wären sie gerade ganz zufällig draußen und schauten sich die schöne Straße an. Am Wochenende muss Antonia nach Köln. Kai hat die Botschaft dem jungen Mann gezeigt und nun sollte das Happy End passieren. Ich sitze vorm Fernseher, mein Handy hört überhaupt nicht mehr auf zu piepsen. Besagter junger Mann erklärt nämlich gerade der Bevölkerung, dass er noch nie eine Freundin gehabt habe und Maschinenbau studiere. Angesichts des Blicks meiner Schwester in der linken unteren Bildecke sinke ich immer tiefer in den Sessel. Der junge Mann hört überhaupt nicht mehr auf, sein Weltbild zu erläutern. Wie seine Traumfrau sein muss, was sie alles können und machen muss und dass er sich freue. Immer wieder freut er sich sehr. Nach dem Einspieler treffen sich die Zwei im Studio, bekommen den grandiosen Gutschein für das erste Date und verschwinden wieder.

Von dem Gutschein gehen sie später am Kölner Hauptbahnhof bei Pizza Hut essen. Viel mehr gibt der Gutschein nicht her. Sie telefonieren noch einmal. Das war’s mit Happy End. Meiner Schwester fällt endlich ein, dass sie damals mit ihm gemeinsam Schwimmtraining hatte. Wenigstens das hat die Geschichte klären können. Noch Wochen nach der Sendung kann sie nicht in Ruhe in die Stadt gehen. An jeder Ecke wird sie von Leuten, die „Nur die Liebe zählt ja eigentlich nie gucken, aber zufällig eben dieses eine Mal“ angesprochen. Manchmal hasst sie mich noch ein bisschen. Ich rede ihr dann aber ein, dass sie wenigstens schön geschminkt wurde. Immerhin. Und meine Mutter denkt derweil immer noch darüber nach, wie groß und gutaussehend eigentlich Kai Pflaume ist.

Nach einer wahren Begebenheit.

2012-01-13

Was ich mit 28 gelernt habe.

Letztens war ich in Halle bei der bezaubernden Katja und trat im Bewaffel dich (unbedingt hingehen!) auf. Professionelle Menschen haben davon ein Video gemacht.

2012-01-09

Ich bin nominiert! Bloggerin 2011!



Verrückte Dinge passieren manchmal. Ein sehr netter Mensch hat meinen Blog bei den Vorschlägen eingereicht und nun ist es passiert: Ich bin nominiert zur Bloggerin 2011. Das bedeutet mir sehr viel und ich freue mich wie eine Verrückte darüber. Ich darf in einer Reihe mit lauter tollen Blogs stehen, die ich alle selbst gern lesen. Schaut mal bei der Mädchenmannschaft vorbei (dort steht auch, wonach die Bloggerinnen ausgewählt wurden) und stimmt ab. Ich freue mich über eure Stimme, aber bitte klickt die Bloggerdame an, die ihr am interessantesten und besten findet. Erzählt es euren Freundinnen und Freunden und die sollen auch alle abstimmen. Bis zum 31. Januar um 18 Uhr könnt ihr eure Stimme abgeben. Bis dahin werde ich euch ab und an auch unauffällig darauf hinweisen. Knaller. In letzter Zeit passieren mir sehr viele nette Dinge. Das ist schön. (Unter dem Hastag #Bloggerin2011 findet ihr auch bei Twitter Kommentare und Infos. Und das coole Bildchen findet ihr bald unten eingebunden, um direkt zur Wahl zu kommen.)

2012-01-06

An die Schmerzensfrau. Eine Antwort an Frau Pauer.

Liebe Frau Pauer,

der junge Mann weiß nicht, wann es Zeit ist zu gehen [Originalartikel]? Nun gut. Sie wissen offenbar nicht, wann es Zeit ist, die Tastatur ruhen zu lassen und einfach mal ein bisschen frische Luft zu schnappen, bevor Sie sich irgendwelche Märchen vom bärtigen, verklemmten Großstadtmann ausdenken.

Ich bin eine junge Frau. Ich bin also eine dieser jungen Frauen in ihrem Artikel, die Ihrer Meinung nach ein ziemlich großes Problem haben müssten: Männer sind nicht mehr männlich. Oder männlich genug? Oder zu vergeistigt? Ich komme bei Ihnen nicht richtig mit.

Mein „Lebensgefährte“, ich nenne ihn aus Gewohnheit im Folgenden „der Mann“, trägt einen Bart und ist jung. Und (crazy, aber wahr!) er pflegt sich regelmäßig, benutzt ab und an Parfum und ist höflich, lieb und wunderbar. Und (ich hoffe, das erschüttert Ihre Welt jetzt nicht in den Grundfesten): ER KOCHT AUCH NOCH. All das kommt überhaupt gar nicht ungelenk bei mir an, sondern ich bin regelrecht begeistert davon, dass der Mann regelmäßig duscht und in der Lage ist, diverse Mahlzeiten zuzubereiten (ich schnippel nämlich lieber).

Wenn ein Mensch, wie von Ihnen beschrieben, so viele Probleme hat und nicht in der Lage ist, deutlich zu sagen, was er möchte, dann sollte er wohl eher an seinem Selbstbewusstsein arbeiten, als der Gesellschaft die Schuld zu geben. Niemand zwingt die „neuen Männer“ (was für ein blödsinniger Begriff) vermeintliche „Mädchenmusik“ zu hören. Ja, ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, dass ich jedem jungen Mann zutraue, selbst zu entscheiden, was er hören möchte und wie er sich kleiden will.

Ich kann mir Ihrem Artikel nichts anfangen. Was soll er sein? Eine Anklageschrift? Eine Entschuldigung für die von Ihnen beschriebenen Stereotypen, dass sie so sind wie sie sind? Da steckt so viel sexistische Kackscheiße über Männer und Frauen drin. Sie machen mich wütend!

Wenn das Motiv Ihres Artikels ist, dass Sie diese bärtigen Singer/Songwriter nicht mögen, dann habe ich einen Tipp für Sie: Hören Sie sich Gisbert, William und Co. einfach nicht an. Lassen Sie die Menschen zu den Konzerten gehen, die zu schätzen wissen, was die Typen da singen. Auch wenn am Ende möglicherweise wieder ein trauriger Mann in der Ecke an einem Bier hängt und von einer Frau tröstend in den Arm genommen werden will. Sie sind ja dann woanders. An einem traurigen Ort ohne Mixtapes, Bärte und Liebe. Aber bitte, hören Sie dann auch auf, alles über einen Kamm zu scheren.

Melancholische Grüße!

Ninia LaGrande