Der Mann und ich schippern jetzt schon vier Jahre gemeinsam durch die Gegend und feierten dies mit Sushi und Kino. Zum Sushi kann ich nicht viel schreiben, das war gut. Aber zum Kino! Das war auch gut. Besser als gut. Wir sahen "Moonrise Kingdom".
Es ist 1965. Sam und Suzy, beide 12 Jahre alt, lernen sich durch Zufall bei einer Theateraufführung in der Kirche kennen. Die beiden wohnen an der Küste von Neu England und fangen an, sich Briefe zu schreiben. Sie beschließen, gemeinsam auszureißen. Sam kündigt seine Mitgliedschaft bei den Pfadfindern und Suzy packt ihren Bücherkoffer und den Plattenspieler ein. Los geht's. Die Story ist schnell erzählt: Die beiden werden natürlich gesucht, gefunden, es gibt ein bisschen drunter und drüber und am Ende wird alles gut. Aber darum geht es gar nicht. Die Bilder! Die Bilder, die Kameraführung, die Musik und die Schauspieler. Alles herrlich! Absolute Starbesetzung, bei der der Mann und ich uns ständig zuflüsterten: Oh, der ist aber alt geworden (Bill Murray!).
Das ganze Setting fand ich sowas von schön. Regisseur Wes Anderson weiß eben, wie es geht. Im Prinzip handelt es sich bei "Moonrise Kingdom" um eine Bildergeschichte, die gar nicht viele Worte braucht. Die Details sind zum Verlieben. Suzys Mutter, die ihre Anweisungen nur mit dem Megafon mitteilt, Suzys Brüder, die im Hintergrund lustig rumzappeln und Tilda Swinton als völlig übertrieben resolute Jugendamtsfrau, die sich selbst immer mit "Jugendamt" vorstellt. Köstlich. Dazu noch ein paar Tiermasken, Nerdkinder und ein lustiger Mann mit roter Mütze: Fertig ist der Hipsterhit des Frühsommers. Ich liebe den Film.
Mich beschlich beim Gucken übrigens das Gefühl, dass es sich bei dem Film um das "My Girl" von 2012 handeln könnte. Wäre ich jetzt erst 10 Jahre alt und würde Vada Sultenfuss nicht kennen, ich würde sein wollen wie Suzy. Ein bisschen schräg, vernarrt in komische Dinge, aber trotzdem ganz toll. Hach. Geht einfach ins Kino!
Ganz genau :)!
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