Ich nahm mir einst vor, euch regelmäßig über meinen Literatur-Konsum zu unterrichten. An dieser Stelle also mal wieder eine Übersicht, wie es in meinem Bücherschrank zur Zeit aussieht. Ich habe einige Zeit fast ausschließlich Magazine gelesen, weil ich viel unterwegs war und wenig Zeit hatte, mich Büchern zu widmen. Das ist jetzt wieder anders und ich lese wenigstens abends im Bett immer noch ein paar Seiten, um meine Liste an Büchern, die ich noch lesen will, stetig abzuarbeiten.
Was ich zuletzt gelesen habe (hier zwei Bücher, weil ich die beiden relativ fix hintereinander las):
"Dichter schlachten" von Christian Ritter:
Slams, Poeten, Mord und Totschlag: super. Warum ich das Buch gelesen habe, ist relativ klar. Es geht um die "Szene", in der ich mich selbst sehr gerne aufhalte. Außerdem kenne ich Christian und finde ihn super. So.
Das Buch:
Nach einem Slam wird eine der Jurorinnen aus dem Publikum tot aufgefunden. Relativ schnell stellt sich heraus, dass das keine Einzeltat war und der Schuldige sich anscheinend mitten unter den Slammern bewegt. Also schleusen sich Björn und Kim, zwei Jungkommissare, in die Slamtour und versuchen, dem Täter auf die Spur zu kommen. Der Fall an sich ist unspektakulär. Macht aber nichts, weil das ganze Drumherum einfach gut ist. Ich habe Slammer, Bühnen und Verhaltensweisen wiedererkannt und an vielen Stellen gelacht. Wer sich für Poetry Slams interessiert, der sollte sich dieses kleine Schmuckstück definitv vornehmen.
"Wachstumsschmerz" von Sarah Kuttner:
Ich mag Sarah. Ich mochte sie schon immer. Weil sie diese gleiche nervige Geste mit ihrem Pony macht wie ich und weil sie mir einfach sympathisch ist. Ihr Vorgängerbuch habe ich auch gelesen und war recht angetan. Also klar, ich passe auch voll gut in die Zielgruppe des neuen Buches und warum also nicht mal reinlesen.
Das Buch:
Puh. Ich fand's recht anstrengend. Die Autorin hat es sich ziemlich leicht gemacht. Man nehme eine leicht verwirrte, aber doch recht liebenswerte Protagonistin, die im allgemeinen überfordert ist mit der Welt und obwohl sie längst über 30 ist immer noch nicht genug Arsch in der Hose hat, um erwachsen zu werden. Dann zieht sie mit ihrem Freund zusammen, der ist ebenfalls überfordert. Die kluge Psychologenschwester und die stille Kunstfreundin geben regelmäßig Ratschläge und dann kommt der alte, kluge Mann um's Eck und macht fast alles wieder gut. Nee, das war irgendwie öde und hätte auch auf fünf Seiten abgehandelt werden können. Sehr sehr schade. Wer diese Mir-geht-es-so-fad-was-soll-ich-mit-meinem-Leben-machen-Geschichten mag: Bitte. Alle anderen brauchen sich das Buch eher nicht zu kaufen.
Was ich gerade lese:
"Amerikanische Gefühle. Geschichten von Frauen und Männern" von Susanne Heinrich:
Hier kommt wieder Bandmitglied und Lieblingsslamreisebegleiterin Katja Hofmann ins Spiel. Wir fuhren nach Greven und sie hatte ein Buch von Susanne Heinrich dabei. Wir lasen uns gegenseitig zufällige Absätze vor. Das war schön und zwang mich, nach der Reise das neue Buch zu bestellen. Susanne Heinrich kenne ich außerdem noch aus der Unicum, wo sie in jeder Ausgabe eine Liebesgeschichte mit Ende veröffentlicht. Außerdem hat die Dame eine überaus sehenswerte Webseite.
Das Buch:
Ich bin noch auf den ersten Seiten. Kurzgeschichten über die Liebe. Bis jetzt gefällt es mir, weil es anders ist. Und ruhig. Und nicht so teeniemäßig wie Frau Kuttner. Aber wer weiß, ich bin ja erst am Anfang.
Habt ihr auch schon eines der Bücher gelesen? Was steht auf eurer aktuellen Liste?
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