2011-10-06

Miss LaGrande liest.

Das einzige, was ich nie gelesen habe, waren Pferdegeschichten und ???. Ich bin in der TKKG-Crew, mit Justus-Jonas und seiner Gang konnte ich nicht viel anfangen. Pünktlich zur Frankfurter Buchmesse habe ich mir aber gedacht, ich eröffne mal eine neue Kategorie, die nun heißen soll "Miss LaGrande liest.". Und das tue ich. Mal exzessiver, mal weniger. Je nachdem, was die Zeit gerade zulässt. Ich werde ich in regelmäßigen Abständen berichten, was ich gerade lese, was ich davor las und was ich vorhabe zu lesen. Ich werde euch Bücher empfehlen, was natürlich völlig von meinem eigenen Geschmack durchtränkt ist und keinerlei qualititativen Anspruch hat und ich will von euch wissen, was ihr mir für Bücher empfehlen könnt. Außerdem möchte ich euch erzählen, warum ich das Buch überhaupt gelesen habe. Denn ne reine Rezension finde ich irgendwie öde. Nebenbei wird es auch ab und an Posts zu alten Kinderbüchern geben, die ich früher geliebt habe. Um der alten Zeiten willen und so... Sollte ich disziplinizert bei der Sache bleiben, werde ich vielleicht einen neuen Reiter einrichten, damit die Büchernasen unter euch immer ganz schnell Zugriff auf den Kram haben. Und jetzt geht's los.

Was ich zuletzt gelesen habe:

"Wie der Soldat das Grammofon repariert" von Sasa Stanisic:

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Stanisic kenne ich als Kolumnenschreiber aus dem U_mag, einem meiner absoluten Lieblingsmagazine. Nun begab es sich, dass die wunderbare Katja Hofmann und ich gemeinsam nach Bielefeld reisten, um dort aufzutreten. Wir hatten beide von unseren letzten Siegen in Bielefeld noch einen Gutschein für einen sehr tollen Buchladen dabei (unbedingt hingehen, wenn ihr mal da seid!) und wollten diese gemeinsam einlösen. Auf der Hinfahrt las Frau Hofmann eben dieses Buch und beschwor mich, es auch zu lesen. Und so kaufte ich unter anderem das. Als die nette Frau im Buchladen übrigens bemerkte, dass wir die Slammerinnen sind, hat sie uns die restlichen paar Euro geschenkt, die uns noch fehlten. Grandios.

Nun also das Buch: 
In den 90er Jahren wächst Aleksandar in Bosnien auf. Bis der Bürgerkrieg ausbricht. Er flieht mit seinen Eltern in den Westen, nach Deutschland und erzählt in Rückblicken seine Geschichte. Er erzählt von seinem süßen Großvater und seiner ersten großen Liebe, er erzählt von den Schrecken, den die Soldaten verbreitet haben und warum es wichtig ist, zu angeln. Das Buch, vor allem seine Erzählweise, hat mich gefesselt. Ich hätte es am liebsten aufgegessen. Jedes Wort war einfach an der richtigen Stelle und schön. Anfangs muss man noch durch die Zeitsprünge durchsteigen, aber dann läuft alles wie von selbst. Aleksandar hat einen kindlichen Blick auf die Vergangenheit, der zerstört wird, als er am Ende eine Reise in seine alte Heimat macht. Ein toller Literaturzauber.

Was ich gerade lese:

"Für Eile fehlt mir die Zeit" von Horst Evers:

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Herrn Evers habe ich durch den Mann kennengelernt. Der hat nämlich das erste Buch von ihm gelesen und sich sowas von kaputtgelacht, dass ich gedacht habe 'Das brauche ich auch!'. Bei jeder der kleinen Geschichten denke ich dann 'Verdammte Axt! Wieso fällt mir so etwas nicht ein?'. Diese Texte funktionieren gelesen genauso wie auf der Bühne. Grandiose Komik, bei der ich ab und an das Buch weglegen muss, weil ich sonst leider ersticken würde vor Lachen, wenn ich weiterlese.

Das Buch:
"Mir passieren auch schlimme Dinge. Zum Beispiel habe ich eine Saftpresse zum Geburtstag bekommen." Evers Protagonist berichtet kleine Episoden aus seinem Leben, die alles in allem ziemlich bemitleidenswert, aber äußerst komisch sind. Allein der Titel ist ja schon ein Kunststück. Evers Alter Ego ist relativ faul, uninteressiert und ein Einzelgänger. Trotzdem wird er sowohl in seiner Wohnung als auch beim Herumlaufen und Zugfahren einfach nicht in Ruhe gelassen. Und das ist wunderbar, denn sonst würden ihm nicht diese ganzen wahnwitzigen Geschichten passieren. Unbedingt kaufen und dann immer mal wieder aufschlagen und lesen. In einem Rutsch ist das nämlich gesundheitlich unmöglich.

Was ich lesen will:

Ja, wenn das mal so einfach wäre. Ich habe eine handgeschriebene Liste, auf der einige Bücher stehen. Und in meinem Regal stehen natürlich auch noch Bücher, die ich noch nicht gelesen habe. Ganz oben auf der Liste: "Schimmernder Dunst über CobyCounty" von Leif Randt. Was ich bis jetzt darüber gelesen habe, klingt spannend und interessant und vor allem anders. Und im Regal ganz weit vorn: "Kleines Mädchen mit komischen Haaren" von David Foster Wallace. Na, dreimal dürft ihr raten, wieso ich das in erster Linie gekauft habe. Weil ich dachte: 'Wow, er hat ein Buch über mich geschrieben!'. Wollen wir mal sehen, ob das auch wirklich der Fall ist. Kennt ihr schon eines der Bücher? Was steht auf euren Listen ganz oben?

Kommentare:

  1. Ach, wie schön, das Grammofon! Ein wunderbares Buch!

    Und gerade wollte ich Dir schreiben: "Was Du als nächstes lesen solltest: Leif Randt: Schimmernder Dunst über CobyCounty. Klingt bescheuert, ist aber so." Wie gut, dass ich vor dem Abschicken Deinen Text dann doch noch zu Ende gelesen habe. ;)

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  2. Juhuuu :)
    Ninia sorgt dafür, dass ich arm werde (weil ich so viele Bücher kaufen muss)!

    Meine Buchliste ist derzeit etwa 5 Word-Seiten lang. Ganz oben steht derzeit Foucault - der wohl meistzitierte und am wenigsten gelesene Autor unserer Zeit. Das will ich ändern.

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  3. ey! ??? sind toll! : D

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