Manchmal sitzen wir zwei
in meinem Kopf in einem alten Auto und fahren ostwärts. Der Wind weht über mich
hinweg und unser Hund passt hinten auf das Gepäck auf. Und ich mache eine
dieser Filmszenen. Meine Nägel sind rot lackiert und mein Arm streckt sich über
das heruntergekurbelte Fenster. Meine Hand spürt den Wind und die Finger rühren
Luft.
Das Auto ist grün. Nicht
irgendein Grün. Eines dieser Grüns, das ein bisschen dunkler ist als ein
normales Grün. So ein Oldtimer-Grün. Und weil es schön ist, wenn in einem
dunkelgrünen Auto hellbraune Ledersitze sind, sind in unserem dunkelgrünen Auto
hellbraune Ledersitze. Aus dem CD-Player erklingt das Intro von diesem einen
Turbonegro-Lied. Weißt du noch? Das beste Intro aller Zeiten. Und dann ist die
Straße ganz lang und endlos und an den Seiten nichts als Felderflächen. Am
Horizont stehen lange Häuserwände, die einst vor vierzig Jahren gebaut wurden
und nun darauf warten, dass die letzten Bewohner zum Sterben in moderne Heime
gehen.
Meine nackten Füße ruhen
auf dem Handschuhfach. Die Fußnägel haben die gleiche Farbe, wie die Finger,
die gerade noch kalte Winde durchwühlten. Meine nackten Beine sind angewinkelt.
Die Jeansshorts zerrissen und unter dem weißen Top trage ich keinen BH. Das
alte Tuch meiner Mutter bändigt meine Haare. Und du weißt, dass ich keine
Sonnenbrillen mag. Ich sauge Sonne auf mit Augen.
Die alten Lederkoffer
liegen hinten drin, obwohl wir gar nicht wissen, wo es hin gehen soll. Nur
irgendwo, wo es anders ist als überall. Und als das Kribbeln gerade durch meinen
Bauch bricht und ich mich zu dir drehe, blickst du mich an, mit beiden Händen
am Steuer und lächelst. Mit dir ist überall richtig.
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
AntwortenLöschenDu malst sehr schöne Bilder. Zwar wollen sich verschiedene Szenen aus Thelma & Louie nicht hindern lassen, die Szene, die deine Wörter in meinem Kopf malen, zu stören, aber fest steht: Ich fuhr beim Lesen mit. Gern gelesen.
AntwortenLöschen