2011-08-18

Die Geschichte von dem Mädchen, das in den Wald lief und sich mit einem Reh anfreundete.

Ein alter, bärtiger Mann, der ein bisschen aussieht wie Petzi als alter, bärtiger Mann und wahrscheinlich ein Großvater ist, geht mit einem kleinen Mädchen, das kluge Mädchenzöpfe trägt und wahrscheinlich eine Enkelin ist in einen Wald ganz nah bei der Stadt.

Der Petzi-Opa hat dem Zöpfe-Mädchen schon alles beigebracht. Deshalb kann das Mädchen jetzt richtig gut schnitzen, Zwillen bauen und sich zur Not eine Übernachtungshütte im Wald einrichten. Der Opa würde natürlich niemals zulassen, dass das Mädchen alleine im Wald übernachten muss. Aber er findet es trotzdem gut, dass es weiß, wie es zur Not überleben kann. Im Wald ist es ein bisschen neblig. Kleine Wassertropfen legen sich wie Glitzer über alles und das Mädchen kommt sich vor im Traum. Kein Wunder, dass dann plötzlich ein Reh hinten am Horizont herumspaziert und winkt.

„Opa“, sagt das Mädchen. „Das war eben ein Reh, das mir gewunken hat.“ „Ein Reh, das gewunken hat?“, fragt der Petzi-Opa. „Na, das ist aber verrückt.“ Und da sieht das Mädchen schon wieder das Reh. Es steht dort in einem Nebel- und Glitzerkranz und schaut das Mädchen an. Da reißt sich das Mädchen von der Hand des Opas los und läuft in den Wald hinein. Immer, immer weiter auf das Reh zu. Von hinten hört es die Rufe des Petzi-Opas, aber kann schon nicht mehr verstehen, was er ruft. Die Luft strömt an den kleinen Ohren vorbei, so schnell rennt das Mädchen. Das Reh macht keine Anstalten zu verschwinden und nach ewig langen Minuten kommt das Mädchen endlich beim Reh an. „Hallo!“, ruft es, also das Mädchen. „Hallo, Reh!“ Das Reh schmiegt seinen Kopf unter den Arm des Mädchens und lässt sich genüsslich streicheln. Es spricht keine Worte. Denn würde das Reh sprechen können, dann wäre das hier ein Märchen und das ist es ja nicht. Also sagt das Reh nur mit ganz viel Gefühl, dass es eine Freundin sucht.

Hinter dem Reh hört der Wald auf. Das Gras wird grüner und die unheimlichen Eulen sind jetzt bunte Schmetterlinge, die über Wiesen hüpfen. Das Reh lässt sich unablässig streicheln, weil jede Berührung das Mädchen glücklicher macht. Dann deutet es mit dem Kopf in Richtung Wiese und gibt dem Mädchen zu verstehen, dass es ihm folgen soll. Ganz, ganz kurz muss das Mädchen an den Petzi-Opa denken und was er nur tun soll ohne es. Doch tief in seinem Inneren spürt das Mädchen, dass es mit dem Reh gehen muss. Und dann passiert etwas Seltsames. Kaum betritt das Mädchen die grüne Wiese verwandelt sich sein Bein mit viel Knisterei und kleinen Funken in ein Rehbein. Mit Huf! Die Verwandlung hört nicht auf. Mit jedem Körperteil, das in den Bereich der Wiese kommt, verwandelt sich das Mädchen mehr und mehr in ein richtiges kleines Rehkitz. Und als es gerade losspringen will, um dem anderen Reh zu folgen, spürt es im Rücken einen Blick. Das Reh-Mädchen dreht sich um und sieht weit hinten im Wald einen großen braunen Bären, der sehr zufrieden dreinschaut und die Hand zum Abschied hebt.

inspired by hamtiness

1 Kommentar:

  1. kluge mädchenzöpfe ???
    gibts auch detsche mädchenzöpfe ?
    meine kleine emanze... ;-)

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