2011-07-04

Wer spricht da? Diesmal: Rikje Stanze

© bellabellinsky - photography


Wer bist du und was machst du?

Ich bin Rikje Stanze und ich mag es zu schreiben. So, wie irgendwie jeder.

Wann hast du mit dem Slammen angefangen?

Auf Slams trete ich noch gar nicht so lange auf. Der erste „Bühnenbesuch“ war Anfang 2010 (genau genommen der 18.02.10). Seitdem bin ich infiziert!

Was bedeutet „Poetry Slam“ für dich?

Eine Plattform auf der sich ausprobiert werden darf. Allerdings sollte jedem bewusst sein: ein „dickes Fell“ ist unabdingbar. Die direkten Bewertungen können schon sehr hart und demotivierend sein.
Deswegen sollte der gesunde Ehrgeiz die Herausforderung immer wieder annehmen lassen, denn die Herausforderung ist der charakteristische Wachstumsbeschleuniger. Sonst wird das Leben zu einer Boje, die uns festhält und nicht weiterbringt.

Wenn du dich entscheiden müsstest: Lyrik, Prosa oder ganz was anderes?

Ganz was anderes wäre schon abgefahren. Quasi ein Geniestreich der Extraklasse oder dergleichen. Aber leider fehlt in mir das Genie. Gott hat mich da einfach vergessen (wozu ich auch einige Theorien habe, aber das würde den Rahmen hier sprengen)! Somit bleibe ich bei Prosa.

Dein perfekter Tag?

Ein Tag, an dem ich aufwache und urplötzlich ganz toll singen kann und mein Girokonto eine siebenstellige Summe aufweist. Bis zu dem Zeitpunkt behaupte ich aus Überzeugung, dass sich hinter jedem Tag etwas Perfektes verbirgt. Man muss nur bewusst hinsehen.

Der beste Satz, den du je geschrieben hast?

Ich weiß es nicht und ich bin auch eher eine sehr selbstkritische Person. Ich mag irgendwie den Gedanken den ich hatte, als ich diesen Satz schrieb:
„Ich könnte die Landschaft für ein Wunder sein, doch neige ich zu den Katastrophen.“

Hast du literarische Vorbilder?

Einige! Ich wäre gern so schnippisch wie Diablo Cody, so raffiniert wie Oskar Wilde, so ein sagenhafter Erzähler wie Jonathan Safran Foer, so scheinbar gleichgültig wie Sven Regener und so ein aufsteigender Stern wie Mirco Buchwitz. Nun ja, träumen darf man ja.

Welche Frage hätte ich dir noch stellen sollen (plus Antwort, bitte)?

„Wie kam es, dass du mit Poetry Slam angefangen hast?“

„Nun ja, vorher habe ich mich nicht getraut und irgendwann dachte ich mir: ‚Jetzt gehst du mit großen Schritten auf die Dreißig zu. Entweder du machst in einem bürgerlichen Job Karriere oder du versuchst mit etwas Kreativem auszubrechen.‘ Da ich im musikalischen Bereich nur mit der Triangel und im zeichnerischen Bereich mit Fido Didos abgepaust von 7Up Dosen überzeugen könnte, entschied ich mich für die Schriftstellerei. In meinem Leben lasse ich gerade beide Wege parallel laufen. Beide werden auf jeden Fall irgendwann ein Ende haben.“  

„Möchtest du noch jemanden grüßen?“

„Oh ja, sehr gern, meinen verkackten (Pardon!) Deutschlehrer aus der neunten und zehnten Klasse. Sehen Sie, trotz ihrer Schikanierungen und schlechten Noten habe ich Deutsch studiert und schreibe sogar meine eigenen Texte, die ich auf Bühnen vortrage. Sie Affe!“ (Niemand sollte sich von irgendjemanden „nichtkönnen“ einreden lassen!)

Welche Frage darf man dir nie stellen?

Warum rauchst du? (Was soll man darauf antworten? Weil meine Haut einfach zu gut aussieht und ich mich meinen Freundinnen anpassen will? Weil Lungenkrebs echt mal eine Erfahrung wäre? Weil mein Körper sonst zu gut riecht? Weil mir Essen sonst zu gut schmeckt und ich durch die Zerstörung der Zungenpapillen und der daraus resultierenden Kostreduktion endlich abnehme – uh, das wäre gar nicht mal so eine schlechte Antwort)

Das ist ja alles schön und gut, aber wo kann ich dich denn jetzt im Netz finden oder deine Texte lesen?

Mmh, gute Frage. Ich wurde bereits mehrfach darauf angesprochen, ob ich nicht eine eigene Homepage habe. Mein Antwort war immer: „Nee, müsste aber mal.“ Jetzt wird sie mir wieder gestellt. Okok, ich setz mich da dran und man kann mich hoffentlich bald unter www.jarikjehatnehomepage.de finden. Bis dahin bleibe ich wohl die mystische Unbekannte. (Ansonsten wäre „googeln“ auch eine Lösung – ich freue mich immer über konstruktive Kritik, Anregungen und Einladungen). 


In diesem Zusammenhang möchte ich übrigens auf die fantastische Veranstaltung hinweisen, die im September in Göttingen stattfinden wird: Kein Schinkenbrot!

1 Kommentar:

  1. süß.............und bei dem perfekten Tag geh ich mit!

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