2014-10-31

DAS HÖRT DIE LAGRANDE I

Ich höre sehr gerne Musik. Immer und überall. Einerseits, weil ich Musik wirklich gerne mag und andererseits, weil Menschen mich kaum ansprechen, wenn ich Kopfhörer trage. Heute musste ich feststellen, dass laut meinem Haus-und-Hof-Streaming-Dienst Spotify in Hannover besonders folgende Künstler beliebt sind: Scooter, Bon Jovi und Mickie Krause. Ich möchte das nicht auf mir sitzen lassen. Und weil ich eh vorhabe, dass hier öfter mal regelmäßige Kategorien eingeführt werden, habe ich jetzt eine erste "Das hört die LaGrande"-Liste für euch gemacht. Es handelt sich dabei nicht um meine All-Time-Favourites, sondern um die Lieder, die ich momentan in Dauerschleife höre. Muss man nicht alle mögen, sind aber alle besser als der andere Quatsch. Und es kommen sogar Frauen drin vor – all the crazyness! Kein Problem, gerne wieder.

DIE HALLOWEEN-BLOGPARADE

Bald ist Reformationstag Syntematten Halloween. Robin hat dazu eine Blogparade gestartet und ich wurden von dem zauberhaften Team von Frau Dingens getaggt. Na denn mal los:

Für die einen ist es ein blöder Ami-Brauch, für die anderen ein ernsthafter Feiertag: Wie ist deine Meinung zu Halloween?

Ich bin kein Fan von Halloween. Vor allem nicht von Halloween in Deutschland. Hier geht es nur um den Süßigkeiten-Kram, kein Mensch weiß, woher der Brauch eigentlich stammt und wenn man nicht mitmischt oder die Tür beim Klingeln nicht öffnet, gilt man gleich als freudloser Mensch. Meinen Eltern wurden mal rohe Eier ins gekippte Badezimmer-Fenster geschmissen, weil sie nicht da waren, als es klingelte. Seitdem finde ich dieses ganze Zeug eher bescheuert.


Feierst du Halloween und wenn ja, wie?

Nein, ich feiere kein Halloween. Was ich aber mag: Dass zu der Zeit im Fernsehen viele Filme wiederholt werden, die ich schon als Kind und Teenie immer großartig fand. Zum Beispiel: "Hexen hexen", "Peanuts - Der große Kürbis", "Beetlejiuce" (!!), "Die Adams Family"usw. Und die gazen Simpsons-Halloween-Folgen!



Was ist dein Lieblingskostüm?

Ich gehe gern auf Mottopartys. Da verkleide ich mich auch gern. Letztens war ich zum Beispiel bei einer 20er-Jahre-Party. Als Kind habe ich mich fast jedes Jahr als Tante Dorothee aus "Der kleine Vampir" verkleidet. Die fand ich sehr cool. Müsste ich mich zu Halloween verkleiden, käme nur Wednesday Adams in Frage.

Was war dein Kindheitsmonster?

Ich habe als Kind oft von einem Mann geträumt, der aussah wie Pan Tau (kennt den noch jemand?) und der unter meinem Schreibtisch saß. Das hört sich jetzt nicht spektakulär an. Aber für mich war das sehr gruselig. Er saß einfach immer mit seiner Aktentasche unterm Schreibtisch und hat mich beobachtet. Vielleicht hatte ich da auch schon eine Vorahnung, dass ich später Menschen in Anzügen gruselig finden würde. Wer weiß das schon?! Und Weihnachtsmänner fand ich schon immer eher uncool. Vor allem diese traurig-hilflosen Personen, die sich 12 Stunden lang auf dem Weihnachtsmarkt die Beine in den Bauch standen, um Kinder zu erfreuen. Ich hab da immer angefangen zu weinen.


Viele Leute schwören, nicht abergläubisch zu sein. Aber Hand auf’s Herz: Jeder glaubt doch irgendwie, Glück und Pech beeinflussen zu können. Welchem Aberglauben hängst du an?

Ach, ich hab so lauter Glücksbringer-Kram, an dem ich sehr hänge. Hatte ich dieses oder jenes Armband bei Ereignis X um, dann muss es auch später dabei. Sowas. Früher dachte ich auch, wenn ich jetzt nicht die Striche zwischen den Pflastersteinen berühre beim Gehen, passiert irgendwas Tolles. Hat sich aber als unwahr herausgestellt.

Glaubst du an Geister?

Nein.

Der Tod lauert überall… In welcher Situation ist dir mal der Gedanke gekommen: “Ich hätte gerade sterben können?”

Ich bin mal fast ertrunken. Da war ich ungefähr 11 Jahre alt und bin an der Kette zwischen Nichtschwimmer- und Schwimmerbecken nach Ringen getaucht. Die Kette war zwar mit Gummi abgedichtet, aber nicht bis zum Schluss. Also ist mein Zopf so in der Kette hängen geblieben, dass ich meinen Kopf nicht mehr über das Wasser bekam. In dem Moment hab ich schon kurz gedacht, das wäre es jetzt gewesen. Ist aber nochmal gut gegangen, meine Freundin hat mich gerettet und nach oben gezerrt. Der Schwimmmeister hat dann die Haare entwirrt. Als Entschädigung habe ich übrigens nen Wasserball und drei Eintrittskarten bekommen. Heute könnte man vielleicht irgendwen verklagen.

In unserer heutigen Zeit wird der Tod gerne ausgeblendet. Wie gehst du persönlich damit um?

Ich blende den Tod nicht aus. Er gehört zum Leben dazu und es macht mich immer sehr traurig, wenn Menschen, die mir nahe standen oder die ich gut kannte, sterben. Das ist einfach scheiße.

Ich lege dir 1000 Euro in bar auf den Tisch und einen Zettel, auf dem steht “Hiermit verkaufe ich dem Besitzer dieses Vertrags meine Seele”. Würdest du das Geld nehmen und ihn unterschreiben?

Auf keinen Fall. 1.000 Euro?? Come on! Ein bisschen mehr ist meine Seele schon wert!

--


Und weil man die Fragen ja auch noch nach Halloween beantworten kann, tagge ich Nina, Ellen und Erbse.

2014-10-29

KANADA-TRIP – TEIL 6: SEATTLE


Nach drei Wochen durch Vancouver Island, den Norden British Columbias und durch Jasper und Banff, kamen wir, nach einem kurzen Zwischenstopp in Salmon Arm, wieder in Vancouver an. Was für ein Trip! In Vancouver haben wir die letzten vier Tage in Richmond gewohnt, bei einem fantastischen Airbnb-Gastgeberpaar. Wir hatten das ganze Souterrain für uns, ein riesiges Bett, einen eigenen Garten-Zugang und eine eigene Küche. Die Gastgeberin hatte uns sogar Bier in den Kühlschrank gestellt, da sie dachte, dass wir bestimmt Lust drauf hätten, wenn wir nach der langen Fahrt ankommen. So toll! Da wir noch ein paar Tage übrig hatten, entschlossen wir uns, noch einen Tagesausflug nach Seattle zu machen. Eine super Idee!
Von Vancouver aus fährt man eigentlich nur etwa zwei Stunden bis Seattle. Wäre da nicht dieses kleine Problem des Grenzübergangs. Gerade am Wochenende, wenn viele, viele Menschen Tagesausflüge machen wollen, ist es dort natürlich sehr voll. Deshalb hieß es für uns erst einmal: warten. Dann mussten wir noch durch die Zweitkontrolle, einen Abschnitt für den Pass abholen (weil wir zum ersten Mal in die USA einreisten) und danach konnten wir endlich weiterfahren. Ich fand das alles sehr respekteinflößend und spätestens als wir einer der Grenzpolizistinnen unseren Autoschlüssel geben mussten, auch sehr kurios. In meinem Pass steht jetzt übrigens, dass ich in der Space Needle gewohnt habe. Kann man mal machen. Ich sollte das so eintragen, weil wir nur einen Tag dort waren und trotzdem angeben mussten, wo wir dann "wohnen" würden.

Seattle selbst ist natürlich sehr beeindruckend, wenn man vorher tagelang durch Berge und Wälder gefahren ist. Wir haben die üblichen Tourisachen gemacht: mit dem Fahrstuhl der Space Needle nach oben gefahren und Souvenirs gekauft. Außerdem waren wir im EMP Museum. Das war tatsächlich super großartig. Solltet ihr irgendwann zwei Stunden Zeit haben und zufällig in Seattle sein – verschwendet sie in diesem Museum! Dann sind wir noch am Pike Place Market herum gelaufen und haben die Menschen ausgelacht, die sich stundenlang beim ersten Starbucks anstellen, nur weil es der erste Starbucks ist. 

Insgesamt war das der schönste Urlaub, den ich bis jetzt gemacht habe. Ich zehre immer noch von der Erholung, die mir die Wochen in Kanada beschert haben und würde sofort wieder hinfliegen. Jetzt zeige ich euch noch die Fotos unserer Rückreise nach Vancouver und aus Seattle. Und dann lasse ich euch endgültig in Ruhe mit diesen Urlaubsschwärmereien. Wer den ganzen Trip noch einmal in Bewegtbild sehen will, kann sich ganz unten das Video anschauen, das der Mann gemacht hat.

Möglicherweise ist das das schönste Foto, das ich in den drei Wochen gemacht habe.
Ein toller Ort.
Es war nicht immer schönes Wetter...
Hell's Gate. Eine sehr gruselige Seilbahn. Die ich aber bezwungen habe.


Bridal Veil Falls in der Nähe von Chilliwack (geiler Name!).
Hier bin ich ausgerutscht und habe mir das Knie so aufgeschlagen,
dass ich heute noch eine Erinnerung daran habe.
Das Wahrzeichen von Seattle.
Blick von der Space Needle.

Im Horror-Fotoautomaten im EMP Museum. Urlaub ist vorbei

2014-10-28

BITTE KLICKEN SIE AUCH HIER! TEIL XVII

Vor einiger Zeit startete ich den ersten Teil meiner Linktipps und versprach regelmäßig weiter zu machen. Das ist endlich wieder der Fall. Es geht weiter. Falls jemand wissen möchte, woher ich den guten Stuff kriege: Die meisten interessanten Artikel werden mir via Twitter oder quote.fm in die Timeline gespült. 
[Hier geht's zu Teil ITeil IITeil III, Teil IVTeil VTeil VI, Teil VIITeil VIIITeil IXTeil XTeil XI, Teil XII, Teil XIII, Teil XIV, Teil XV, Teil XVI]

Schon etwas älter ist der Artikel über Beleidigungen im Internet von dasnuf und wie hilflos man sich in solchen Situationen manchmal fühlt. Er ist sehr, sehr lesenswert. Vor allem mit dem Schlusssatz drückt dasnuf genau das aus, was ich manchmal fühle:

"Ich bin es so satt, mich hilflos und betroffen zu fühlen."


In Bezug auf den Artikel hat Mina auf Frau Dingens ein tolles Wörterbuch erstellt, das sich mit Hatern, Trollen und Orks beschäftigt.

Ich blogge ja nicht umsonst bei Les Flâneurs mit – alles, was sich mit dem Leben in Städten beschäftigt, finde ich ziemlich spannend. Eva Schulz berichtet aktuell aus New Orleans und wie es dort, 9 Jahre nach dem Sturm, aussieht. Ein spannender Artikel, den ich sehr gerne gelesen habe. Bei solchen Posts frage ich mich dann auch immer, warum die üblichen Medien so etwas nicht hinkriegen und dann erst die vermeintlich unprofessionellen Blogger_innen kommen müssen, um zu zeigen, wie man authentisch und einfühlsam schreibt.


Smaracuja lese ich schon lange sehr, sehr gern. Jetzt hat sie ein super sympathisches Video gemacht, in dem sie einige Fragen beantwortet, die ihre Leser_innen so gestellt habe. Allein wegen der hochspannenden Flummiszene lohnt sich dieses Video. Und außerdem ist sie gerade in meiner Heimatstadt Hannover und probiert sich so durch die hannöversche Gastronomie. Ich bin schon gespannt auf den Artikel!
Nochmal dasnuf: Es beruhigt mich sehr, dass offensichtlich auch noch andere Menschen, Menschen in der U-Bahn oder im Bus sehen und diese anstarren müssen. Weil sie auf irgendeine Weise gut aussehen. Ich erwische mich öfter dabei. Bin dann peinlich berührt und starre möglichst unauffällig aus dem Fenster.

Hakan schreibt bei Kleinerdrei über die Beziehung zu seinem Vater, unerfüllte Erwartungen und Hoffnungen. Und das so gut, dass man durch den Text hetzt und danach erst einmal eine Pause braucht, um drüber nachzudenken. Ein Ausnahmetext.

Heng bloggt seit einiger Zeit auch über Mode und ich liebe alle Dinge, die sie trägt. Ich kann dieses Blog ausnahmslos empfehlen, allein schon wegen dieses Satzes:

"Aus diesem Grund finde ich es durchaus angebracht, Salat zu dissen."


Nachdem Karla die Pressemitteilung zur neuen App von Voland & Quist weitergeleitet hat, habe ich die App gleich runtergeladen und das Abo abgeschlossen. Ich werde das jetzt mal einen Monat ausprobieren und bin gespannt, ob ich die Geduld aufbringe, jeden Tag eine ganze Geschichte zu lesen. Als Autor_innen sind einige Menschen dabei, die ich kenne und sehr schätze – von daher kann da eigentlich nicht viel schief gehen. Eine gute Idee, die sicher noch ausbaufähig ist (Stichwort In-App-Käufe, Werbung für E-Books pipapo).


Zum Schluss ein wunderbares Video, auf das mich Hazel Brugger gebracht hat. Ein Bericht über das erste internationale Spoken-Word-Festival in der Schweiz. Patti Smith war da, das allein reicht schon als Information, um sich das Video anzuschauen.